Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Vaterschaftstests ...

Andreas (der andere), Tuesday, 12.08.2003, 16:19 (vor 8212 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Vaterschaftstests ... von Bruno am 12. August 2003 11:55:12:

Hallo Ihr zwei,

wie soll ich das jetzt erklären? - Erinnert Ihr Euch an den letzten der gelegentlichen Einfälle, eine Gen- Datenbank aller Männer zu erstellen, um damit im Falle einer Vergewaltigung oder eines Verbrechens besser und schneller intervenieren zu können? Dieses System hätte selbstverständlich kriminalistische Vorteile - die Tätererkennung wäre sicherer und würde enorm beschleunigt. So ein Backeninnenabstrich tut auch nicht weh, also entstünde der Person dadurch kein körperlicher Schaden. Der Grund für den (gerechtfertigten) Protest war, daß mit einem solchen Schritt der moralischen Integrität der Männer (und Frauen?) ein Ende gesetzt wäre: Bewiesen werden müßte nun die Unschuld. - Im Falle eines prinzipiellen Vaterschaftstests wäre das eine vergleichbar Unterstellung. Und natürlich würde auch dieser Test "kein bißchen weh tun."

Solche Schritte in die allgemeine gesellschaftliche Routine aufzunehmen wäre allerdings ein weiterer Schritt auf dem Weg in eine totalitäre, komplett verwaltete Gesellschaft. - Das Problem ist meiner Meinung nach, daß man immer Begründungen finden kann, warum so etwas "besser", sprich: zweckmäßiger (aus verwaltungstechnischen Gründen) ist. Ob der Partner einen nicht generell betrügt, erfährt man dadurch selbstverständlich immer noch nicht. Genauso wenig schützen Gen-Profile der Bevölkerung davor, Opfer eines Verbrechens zu werden. Es gäbe eine Steigerung in der Aufklärung von Delikten oder Verbrechen. Der Preis, den wir für die gesetzliche Verankerung des "Untreueverdachts" zahlen müßten, wäre nur, daß z.B. einem "unsicheren" Wert wie Vertrauen weniger Wertigkeit beigemessen würde als der "bewiesenen Sicherheit", sprich: dem Mißtrauen Platz gemacht würde, durch welches derlei Maßnahmen sanktioniert würden. Abhängig davon, in welcher Weise und Stärke man dieses Konzept verfolgte, würde "Vertrauen" an sich zunehmend obsolet ...

Vielleicht ist meine Einstellung diesbezüglich zu "romantisch", aber dieses Opfer erscheint mir zu hoch! Welches wären die Unsicherheiten, die wir als nächstes eliminieren würden - und wie? Das problematische an dem "Präventiv"-Konzept "Sicherheit" ist, daß es in Praxis immer der Unschuldsvermutung, Freiheit und Integrität der Individuen zuwiderläuft.

Freundlich Grüße, Andreas


gesamter Thread:

 

powered by my little forum