Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: David

susu, Sunday, 30.01.2005, 19:45 (vor 7675 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: David von Nick am 30. Januar 2005 09:56:38:

Du schweifst ab, mogelst dich durch millimeterweises Herumrobben mit irgendwelchen ad hoc erfundenen Phantasiezahlen ("99%... 50/50") an Tatsachen vorbei, die dir nicht passen und blähst schließlich unklare Einzelbefunde zu allgemein anerkannten Tatsachen mit allumfassender Erklärungskraft auf: Apologetik - eine wissenschaftliche Todsünde! Man hat zwar in jüngster Zeit in einzelnen Fällen(!) väterliche mtDNA bei Kindern gefunden. Der Grund dafür ist völlig ungeklärt. Was willst du nun mit deinen Anrissen zur Mutationsrate des menschlichen Genoms w i e d e r m a l 'insinnuieren'? Natürlich deine Lieblingsthese, daß Frauen Männer und Männer Frauen sind, daß Väter Mütter sind, daß überhaupt alles furchtbar beliebig und unbestimmt ist und nur derjenige halbwegs wissen kann, was ein Rechen ist, der ihn mathematisch beschreiben kann - und nicht etwa der, der ihn täglich benutzt und, falls er verkehrt auf ihn drauf tritt, den Stiel an seine Stirn geknallt bekommt? Du argumentierst nicht stringent und nicht konsistent und redest nicht zur Sache, sondern immer schön an ihr vorbei. Unseriöser und unwissenschaftlicher geht's nicht, Susu. Wo ist eigentlich der Unterschied zur "Wachturm-Gesellschaft", wenn die über "Wissenschaft" reden?

Na zum einen kenne ich den Unterschied zwischen den Enthropiedefinitionen (die werden von den Zeugen Jehovahs ganz gerne durcheinandergeworfen). Wenn du detailierteres Wissen willst:
hier, hier (pdf) und hier(PDF) sind für meine Begriffe zentrale Papers.

Für angenommene Mutationsraten und deren Auswirkung auf die Sicherheit bei Vaterschaftstests vergleiche Krawczak et al (Paternity testing with oligonucleotide multilocus probe (CAC) 5/(GTG) 5: a multicenter study., Forensic Sci Int. 1993 May;59(2):101-17).

Im Übrigen sind die Definitionen hart, in dem Sinne, daß jede in sich konsistente Ergebnisse liefert. Die Beliebigkeit liegt darin, daß sich davon eine rausgegriffen wird.

"Von Hefepilzen und einigen Tierarten ist eine solche Vermischung von (väterlicher und mütterlicher) mtDNA zwar bekannt, doch beim Menschen suchten Forscher bisher vergeblich. Obwohl sie jetzt in einem besonderen Fall fündig wurden, gehen Evolutionsbiologen nach wie vor von einer mütterlichen Vererbung der Zellorganellen [d.h. Mitochondrien] mit eigenem Genom aus. Darauf basieren Stammbäume und Erkenntnisse über die menschliche Evolution, die durch dieses ebenso interessante wie seltene Rekombinationsereignis jedoch nicht zu Fall gebracht werden." So ist es! Du erwähnst wissenschaftliche Ergebnisse, aber du stellst ihre Bedeutung völlig verkehrt und entgegengesetzt dar, gemäß deiner Voreingenommenheit, und hoffst, damit blenden zu können. Auf gut deutsch: du schlägst Schaum! Stammbäume basieren im Übrigen ja keineswegs ausschließlich auf mtDNA-Analysen. Die vielen verschiedenen Methoden widersprechen sich nun aber garnicht in dem Maß, wie sie es tun müßten, sondern bestätigen sich im Wesentlichen gegenseitig - inklusive der mtDNA-Analysen unter der Annahme, daß die mitochondriale DNA eben nur von Müttern weitergegeben wird.
Selbst wenn man nun jedoch tatsächlich in einem einzelnen Fall fände, daß einmal väterliche mtDNA durch ein Spermium in ein befruchtetes Ei gelangt wäre, dann würde damit die Regel, daß dies eben ansonsten und normalerweise nicht geschieht, nicht aufgehoben - sowenig wie ein weißer Fuchs "beweist", daß Füchse in der Regel nicht rot sind. Oder daß ihre Fellfarbe reine "Konvention" wäre. Du wendest laufend solche Taschenspielertricks an, Susu! Das bedeutet: du redest als Ideologe, nicht als Wissenschaftler.

In einer befruchteten Eizelle finden sich so gut wie immer väterliche Mitochondrien. Die Frage ist, warum sie meist während der Embryonalentwicklung verloren gehen, wobei hier vermutlich rein statistische Effekte die Ursache sind. Das ist aber nicht belegt. Es gibt gute Belege dafür, daß es in einem nicht geringen Teil, eben jenen gut 10% zu Rekombination kommt.

Auf den Kern meiner Argumente gehst du dann im folgenden folgerichtig mit keinem Wort ein, sondern entschwafelst in weite Fernen. Der Kern lautet nämlich:
(1) Jeder Mensch ohne Ausnahme hat genau einen Vater und genau eine Mutter. Davon gibt es nicht eine Ausnahme, zu keiner Zeit, an keinem Ort.
(2) Jeder Mensch wurde von seinem eigenen, einen Vater gezeugt und von seiner einen Mutter geboren. Auch davon gibt es nicht eine Ausnahme.
(3) Niemals wurde ein Mensch von seiner Mutter gezeugt und von seinem Vater geboren. Auch davon gibt es nicht eine Ausnahme.
Also nochmal gefragt: Ist das zutreffend? Oder ist das unzutreffend?

Und ich wiederhole zum x-ten mal: Das hängt von der Definition ab.

Mein Teekesselchen-Spiel war wirklich eins! Und es war natürlich absichtlich so deutlich angelegt, damit es auch ja keiner übersieht. In der Tat: ich setze die "Definitionen" gleich, weil es nämlich - anthroplogisch / biologisch / sozial in Eins fallend - keine anderen gibt, sobald es um Vaterschaft und Mutterschaft geht. Außer in der exaltierten Phantasie mancher Leute. Exakt das wollte ich damit ja rethorisch unterstreichen. Du hättest dem nur entgegnen können, indem du nun wenigstens jetzt endlich zum Kern meiner Argumente kommst.

Die Definitionen fallen eben nicht in eins.

Ich habe gezeigt, daß du keineswegs einen wissenschaftlichen Diskurs führst, sondern daß du dies nur vortäuschst und in Wahrheit Ideologie verbreitest, welche du pseudowissenschaftlich verbrämst. Deine Behauptungen als solche sind - für sich genommen - völlig unwichtig. Die Tatsache indes, daß beispielsweise die Vorstellung, Geschlecht existiere nicht biologisch, sondern nur als "Gender" und sei eine rein soziale Kategorie, im links-grünen politischen Spektrum viele Anhänger gefunden hat und inzwischen die politischen Ziele staatlicher Umerziehung begründet und theoretisch legitimiert, macht deine Gedanken zu totalitären Konstruktionen.

Noch einmal: Geschlecht existiert biologisch. Aber eben gleich mehrfach und nicht auf einen Begriff reduzierbar. Wo meine Argumentation totalitär sein soll, wäre zu begründen. Vergleiche mal mit meiner Aussage:
Religionszugehörigkeit ist sozial konstruiert, daran besteht kein Zweifel. Eine ähnliche Sicht wie Money, wäre die der Christianisierung der Heiden mit Schwert und Kreuz. Die zweite Sicht wäre die, die heute allgemeines Rechtsgut ist: Religionsfreiheit.

"Feminismus" ist nur eine vulgäre Fassade, mit der zahllose Leute hinters Licht geführt werden, AnhängerInnen wie Gegner gleichermaßen. Die Hintergründe sind komplexer und haben ihre Wurzeln in eben jenem Leugnen des Geschlechts überhaupt, der Tatsache also, daß Mann und Frau zwei sich gesetzhaft unterscheidende und einander ergänzende Ausgaben der Gattung Mensch sind, welch letztere nur als sich solchermaßen ergänzende Gattung sein und bleiben kann.

Das widerum bestreite ich vehement, da hast du Recht. Ich halte den Gedanken, jeder Mensch sei ob seines Geschlechts mangelhaft, ein Mangel der nur durch die komplementäre Ergänzug durch einen Menschen anderen Geschlechts behebbar sei, für unzutreffend und im Kern tatsächlich für totalitär.

susu


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