Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

WIE US SEXUALWISSENSCHAFTLER J. MONEY DEN „GENDER“-BEGRIFF BEGRÜNDETE (lang)

Konfuzius, Saturday, 29.01.2005, 09:07 (vor 7676 Tagen)

Dieser Text ist zwar schon ein paar Monate alt (RoteMännerInfo 70)aber ich denke, zeitlos wichtig.

EIN HAUCH VON MENGELE:
WIE DER US-SEXUALWISSENSCHAFTLER JOHN MONEY DEN „GENDER“-BEGRIFF
BEGRÜNDETE – UND DABEI MENSCHEN ZERSTÖRTE

Mit der Frage, ob Männer und Frauen von Natur aus unterschiedliche
Begabungen haben, setzt sich die Wissenschaft (oder das, was sich dafür
hält) seit Jahrhunderten auseinander. Herrliche Blüten hat dieses
Streben zutage gefördert. Die „Neue Zürcher Zeitung“ rekapitulierte
dies am 7. Juni in einem teils launigen, aber auch durchaus
informativen Beitrag:
http://www.nzz.ch/2004/06/07/fe/page-article9IPS0.html Nimmt man
dergleichen nicht gar zu bierernst, so sind schließlich
ideengeschichtliche Relikte wie dieses Zitat von Flaubert heute einfach
spaßig: „Ich bestreite, dass die Frauen etwas von Gefühlen verstehen.
Sie nehmen sie stets nur persönlich und relativ wahr. Sie sind die
härtesten und grausamsten aller Lebewesen.“ Und wo solche Auffassungen
mit individuellen Erfahrungen korrespondieren (die nicht Wenige gemacht
haben!), bezieht man natürlich auch ein wenig Genugtuung daraus, dass
man ganz offenbar nicht der Einzige ist, den es böse getroffen hat. Vor
die Wahl zwischen der bürgerlichen Ehe und einem Unterwasserkampf mit
Riesenalligatoren gestellt, hat nicht nur Johnny Weissmüller den Echsen
eine Chance gegeben…

Was dagegen auch bis in die jüngste Neuzeit möglich ist, wenn man solche
Formen von Forschung und „Wissenschaft“ allzu ernst nimmt, das belegt
auf eine geradezu mörderische Weise der Fall des Kanadiers David Reimer
(als Bruce Reimer geboren), dessen Fall wegen seines Selbstmords vor
einigen Wochen wieder durch die Medien ging. Die „Süddeutsche“
berichtete am 18. Mai ausführlich über den Jungen, „der ein Mädchen
sein musste“, einen „berühmten Fall der Sexualwissenschaft“ und das
„Opfer einer Irrlehre“. Und das war weißgott eine veritable
Verniedlichung der Monstrositäten, die diesem Kind angetan wurden.

„David Reimer, als Knabe geboren, wurde nach einer missglückten
Operation als Mädchen aufgezogen. Er und sein eineiiger Zwillingsbruder
Brian sollten Jahre dem renommierten amerikanischen
Sexualwissenschaftler John Money als Beweis dafür dienen, dass
geschlechtsspezifisches Verhalten keine Frage der Natur sei, sondern
eine Frage der Erziehung, der Prägung. Das einst hochgelobte Experiment
endete als Fiasko für die Wissenschaft. Von Anfang an aber war es eine
Tragödie für David Reimer. (…)
Wegen einer Vorhautverengung war ein kleiner Eingriff notwendig
geworden. Bei der Beschneidung kam jedoch ein defektes Elektrogerät zum
Einsatz - zu viel Strom verbrannte den Penis des Babys. Das verkohlte
Geschlechtsteil fiel stückchenweise buchstäblich ab.“

Davids Eltern hörten von dem amerikanischen Sexualforscher John Money
von der Johns Hopkins Universität in Baltimore, und wandten sich ein
Jahr nach der desaströsen Operation an ihn. Money galt als Koryphäe
seines Fachs. „Er vertrat die These, das geschlechtsspezifische
Verhalten sei allein ein Produkt der Sozialisierung und nicht genetisch
festgelegt. Demzufolge könne ein Kleinkind bis zum Alter von 18 Monaten
zu jeder sexuellen Identität erzogen werden. Die These wurde in den
siebziger und achtziger Jahren begeistert aufgenommen, von
Wissenschaftlern - und vor allem in der noch jungen Frauenbewegung: Es
galt zu untermauern, dass traditionelle Frauenrollen nicht biologisch
bestimmt sind. In Bruce und seinem identischen Zwillingsbruder Brian
als Vergleichsobjekt sah Money die ideale Chance, seine These zu
beweisen.“ Der Psychologe überzeugte die blutjungen Eltern, den Jungen
als Mädchen mit dem Namen Brenda aufzuziehen.

Den Rest kann man sich fast selbst zusammen reimen. „Money verbot den
Eltern, ihrer ‚Tochter’zu sagen, dass sie als Junge geboren wurde. Aber
Brenda rebellierte früh gegen ihre weibliche Identität. Sie benahm sich
wie ein Junge, verteidigte ihren Bruder gegen andere, pinkelte im
Stehen, wollte keine Puppen, sondern die Spielzeugautos des Bruders.
Brenda wurde eine unglückliche Außenseiterin, die Mitschüler
verspotteten sie, sie blieb sitzen.“

Als „Tod durch die Theorie“ (Death by Theory) hat Wendy McElroy das
Schicksal von Bruce alias David in einem Beitrag anlässlich seines
Selbstmords bezeichnet. Ihren leicht gekürzten Beitrag, den ihr im
Original unter http://www.foxnews.com/story/0,2933,120914,00.html
nachlesen könnt, präsentieren wir euch in der, wie üblich, holprigen
Übersetzung von Joachim Bell („nach Diktat verreist“):

[quote]Der kleine Junge, der Bruce Reimer hieß, hatte nie eine Chance. Als Erwachsener zog er am 4. Mai den Freitod einem unerträglichen Leben vor. Hintergrund seines Todes ist eine Theorie, die die Kinder in ganz Nordamerika auch heute noch betrifft: Dass ihre sexuelle Identiät aus der Erziehung resultiere und nicht aus der Natur, und dass diese deswegen durch eine passende soziale Konditionierung komplett verändert werden könne.[/quote]

Obwohl die Eltern wenig Geld hatten, brachten sie ihren Sohn nach der
daneben gegangenen Beschneidung (bei der er sein Geschlechtsteil
verlor) zu einer Reihe von Ärzten, bis sie schließlich bei dem
medizinischen Psychologen Dr. John Money landeten. Der war gerade
dabei, Beweise für eine Theorie zusammenzutragen, die ihm Ruhm und ein
Vermögen eintragen sollte.

Bruce wurden die Hoden entfernt und er wurde einer zwölfjährigen
Behandlung unterzogen, damit aus Bruce „Brenda“ wurde. Moneys Forschung
wurde als Beweis dafür angeführt, dass die sexuelle Identität nichts
anderes als ein erlerntes Verhalten sei. Er erklärte, das Benehmen des
Kindes sei „so eindeutig das eines fröhlichen kleinen Mädchens und
stehe in völligem Gegensatz zum jungenhaften Verhalten seines
Zwillingsbruders.“

Jedes Buch über „Gender“ verwies fortan auf Moneys Experiment und die
Tantiemen flossen in seine Tasche. (…) Feministinnen erklärten die
Menschen als von Geburt an „psychosexuell neutral“ und schickten sich
an, alles zu verändern, von den Kinderbüchern bis hin zu den Lehrplänen
der Schulen, um die „Gender“-Identität zu verändern, die den Kindern
angeblich beigebracht werde. Moneys Untersuchungen unterstützten ihre
Behauptung, dass eine patriarchalische Konditionierung und nicht etwa
die Natur umfassend verantwortlich sei für die Rolle der Frauen in der
Gesellschaft.

Hinter den Kulissen berichtete die Mutter des Kindes, dass „Brenda“ sich
die Mädchenkleider runterriss, sich weigerte mit Puppen zu spielen, und
darauf bestand, im Stehen zu pinkeln. Davon unbeeindruckt, erklärte
Money das Experiment 1972 in seinem Buch „Man and Woman, Boy and Girl“
zu einem Erfolg.

Tatsächlich drängte Money die Reimers, das Geschlechterexperiment an der
pubertierenden Brenda zu komplettieren, indem man ihr chirurgisch eine
Vagina verpasste. Als sie mit Selbstmord drohte für den Fall, dass sie
zu weiteren Behandlungen durch Money gezwungen würde, enthüllten die
Reimers die Wahrheit. Brenda nahm den Namen David an und lebte als Mann
weiter.

Über seine Kindheit sagte David später: „Es war wie eine Gehirnwäsche.
Ich würde wirklich alles dafür geben, wenn ich zur Hypnose gehen
könnte, um meine komplette Vergangenheit auszulöschen. Weil sie reine
Folter ist. Was sie deinem Körper antun ist manchmal nicht annähernd so
schlimm wie das, was sie in deinem Geist mit dieser psychologischen
Kriegsführung in deinem Kopf anrichten.“

Jahrelang schwieg David, während Moneys Version seiner Untersuchungen
von Feministinnen gefeiert wurde und auch weiter die
Geschlechterpolitik bestimmte. 1997 veröffentlichten der Biologe Milton
Diamond und der Psychologe Keith Sigmundson einen Bericht, der das
Experiment als einen Fehlschlag und einen Betrug enthüllte und deutlich
machte, dass der Fall das Gegenteil dessen belegte, was Money
behauptete: Dass in Wahrheit Männlichkeit im Mutterleib entsteht und
Geschlechtlichkeit nicht durch medizinische und soziale Eingriffe
veränderbar war. Moneys Anwort: Dieser Bericht sei „Teil einer
antifeministischen Kampagne“.

John Colapinto vom Rolling-Stone-Magazin veröffentlichte 2000 ein Buch
über den Fall, das den Bericht von Diamond und Sigmundson öffentlich
bekannt machte und zu einer Sensation wurde. Kurz darauf
veröffentlichte das John-Hopkins-Kinderzentrum zwei wissenschaftliche
Studien, die zeigten, dass „allein vorgeburtliche Hormone die männliche
Geschlechtsidentität bei normalen Säuglingen mit XY-Chromosomen
bestimmten – selbst wenn sie ohne Penis geboren werden.“

Für David Reimer kamen diese Einsichten zu spät. Obwohl er vier
chirurgische Versuche ertrug, um seine Männlichkeit und sein
Geschlechtsteil wiederherzustellen, war er nicht imstande, über das
Vergangene hinwegzukommen. Nach etlichen Rückschlägen in seinem
Privatleben beging er mit 38 Jahren Selbstmord. Es war der letzte aus
einer Reihe von Selbsttötungsversuchen, die zurückgehen bis in seine
Jugend.

Obwohl Moneys „Wissenschaft“ weithin diskreditiert ist, ist der
Irrglaube, dass unsere Sexualität gesellschaftlich hergestellt werde,
nach wie vor weit verbreitet. Ein sinnvoller erster Schritt zur
Wiedergutmachung des Schadens, den dieser Irrglaube angerichtet hat,
wäre die Abschaffung eines virtuellen Wortgebrauchs: Wenn wir über
sexuelle Identität reden, sollten wir wieder vom Geschlecht statt von
„Gender“ sprechen! <

John Money, heute 83 und emeritierter Professor, hat sich im übrigen
immer geweigert, Journalisten einen Kommentar zu seinem Experiment zu
geben.

Quelle:

http://www.rotemaenner.de/info70.html

oder hier:

http://f27.parsimony.net/forum66375/messages/4382.htm


gesamter Thread:

 

powered by my little forum