Re: @susu
Als Antwort auf: Re: @susu von susu am 30. Januar 2005 06:58:15:
Servus!
Jetzt wird mir einiges klarer in Hinsicht auf die vielen Geschlechter, von denen Du schon frueher geschrieben hast. Die Meiose macht uns ursaechlich und hauptsaechlich zu den Individuen, die wir sind; auch geschlechtlich. Wenn Du die sogenannten *Klinefelter*=Maenner (die man wissenschaftlicherseits gleichwohl als Maenner bezeichnet, weil sie eben samt und sonders die phaenotypischen, maskulinen Geschlechtsmerkmale aufweisen!) dazu zaehlst, dann koennen Deine Zahlen schon hinkommen. Allerdings hast du dabei noch eine moegliche Varianz uebersehen: die (Y/0)=Maenner. Die Moeglichkeit, dass das weibliche Geschlechtschromosom (X) voellig fehlt, besteht theoretisch ja. Diagnostiziert worden ist zwar auch noch keiner, genauso wie der *Klinefelter*=Typ (YXXXX), =so weit ich weiss= aber das muss ja nicht heissen, dass es ihn nicht schon einmal irgendwo gegeben hat; in einem Drittweltstaat beispielweise, wo die technischen Moeglichkeiten zur genetischen Diagnose nicht zur Verfuegung stehen, oder wo womoeglich schlicht kein Interesse an der Sache besteht. Dann rechne meinetwegen noch alle *Turner*=Frauen dazu, in deren Zellkernen nur ein einziges (X)=Chromosom schwimmt oder denjenigen, bei denen eine Poly=(X)=Chromosomenanomalie vorliegt. Die Moeglichkeit einer duploid=maskulinen (Y)=Chromosomalverteilung darf natuerlich auch nicht uebersehen werden. Hinzu kommen natuerlich alle Formen von Zwittertum; habe darueber einmal eine hochinteressante Sendung auf BBC gesehen. Willst du dann noch die Transsexuellen hinzuzaehlen, also diejenigen, die psychisch der Ueberzeugung sind, physisch das falsche Geschlecht zu tragen und sich deswegen einer operativen Geschlechtsumwandlung unterziehen, dann werden es sicherlich noch mehr. Moeglich und unbestreitbar ist demnach und sicherlich sehr vieles unter unserem Himmel. Was um besagten Himmels willen soll und das alles sagen?
Nur: Du verschiebst die Diskussion in die Dramatik, wenn Du die biologisch=sexualgenetische Norm als nur eine unter vielen Moeglichkeiten definierst. *Klinefelter*=Maenner und *Turner*=Frsauen sind durch die Bank steril, weisen psychopathologische Behinderungen, verbunden mit hochgradiger Letalitaet auf, Transsexuelle laufen auch nicht zuhauf ueber die Strassen dieser Welt, und Zwitter sind auch eher die Ausnahme, denn die Regel. Die weitaus groesste Anzahl der Menschen ist, ganz grob gesagt, *richtig*. Sterilitaet, sowie Homosexualitaet sind zudem Sackgassen, weil daraus, ergo und logisch, keine Nachkommen hervorgehen koennen. Nachkommen will die Natur aber haben. Operierte Transsexuelle tragen in ihren Erbinformationen nach wie vor das physische Geschlecht, welches sie auch bis zur Operation hatten; noch so viel Hormontherapie kann daran nichts aendern. Schwierig zu definieren bleibt natuerlich der Fall der Zwitter; richtig. Phänotypologisch weisen sie maskuline wie feminine Geschlechtsmerkmale auf; in wie weit diesem Umstand auch genetische Aberrationen von der Norm zugrunde liegen, entzieht sich meiner Kenntnis; da weisst Du vielleicht mehr.
Statistische Abweichungen, Aberrationen und Schwingungsbreiten findest Du in allen Systemen; der Volksmund beschreibt das sehr treffend so: Ausnahmen bestaetigen die Regel.
Du verneinst die biologisch=binaere Geschlechtsverteilung beim Menschen als Regelfall; habe ich Dich da richtig verstanden? Ich haette noch einige Fragen an Dich, die Du kurz und knapp beantworten moegest; so Du kannst.
1. Welche Funktion hat das grundsaetzlich dominante, maskuline (Y)=Chromosom IN DER REGEL inne?
2. Der Prozess der Meiose bewirkt IN DER REGEL haploide Chromosomensaetze: Die Frauen steuern ueber die Ovulation qua natura und per definitionem einen von zwei weiblich dispositionierten, i.e. jeweils mit genau einem (X)=Chromosom versehenen, haploiden Satz bei, wohingegen die maennlichen Samenfaeden per haelftiger Varianz jeweils genau ein (Y)=, bzw. genau ein (X)=Chromosom zum soeben gezeugten Menschen beitragen und damit das Geschlecht IN DER REGEL eindeutig determinieren. Wo ist da der Fehler, falls da einer sein sollte?
3. Deine Behauptung, wir seien Affen, ist schlicht falsch. Wir sind Primaten und zwar gemaess folgender Evolutonionskette: Saeuger Primaten Hominidae, wobei Trockennasen da wie dort vorkommen moegen. Insbesondere die Menschenaffen (Pongidae) kategorisieren hinter den Primaten eine eigenstaendige, parallele Evolutionslinie. Dies ist auch an dem Umstand kenntlich, dass Hominidae und Pongidae untereinander nicht mehr fruchtbar sind. Zu frueheren Epochen hat es noch Anthropoiden gegeben, richtig; besonders zwischen den Bonobos und uns hat es einen gemeinsamen Vorfahren gegeben, von dem meines Wissens nach bislang jedoch noch keine Fossilien gefunden wurden, auch richtig,
Ich frage mich nicht zum ersten Mal, was diese Haarspalterei eigentlich soll. Wenn jemand aus pathologischer Sicht aus der Norm faellt, dann birgt dies aus wissenschaftlicher Perspektive sicherlich einige Relevanz. Um den Kreis zu schliessen: Mir geht es nicht darum, den Leidensdruck, den ein Betroffener womoeglich (oder auch nicht) empfindet, zu relativieren oder gar ins Laecherliche zu ziehen. Von der Norm ausgehend eine Abnorm als dennoch normgemaess zu definieren, ist jedoch komplett abstrus.
Servus,
carlos
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- WIE US SEXUALWISSENSCHAFTLER J. MONEY DEN GENDER-BEGRIFF BEGRÜNDETE (lang) -
Konfuzius,
29.01.2005, 09:07
- Die Würde des Menschen ist unantastbar ... - Sven, 29.01.2005, 11:26
- Re: WIE US SEXUALWISSENSCHAFTLER J. MONEY DEN GENDER-BEGRIFF BEGRÜNDETE (lang) -
susu,
29.01.2005, 15:32
- Re: WIE US SEXUALWISSENSCHAFTLER J. MONEY DEN GENDER-BEGRIFF BEGRÜNDETE (lang) -
Konfuzius,
29.01.2005, 17:51
- David -
susu,
29.01.2005, 19:22
- Re: David -
Scipio Africanus,
29.01.2005, 19:38
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susu,
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susu,
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- Völlige Zustimmung, Nick! (nT) - Rüdiger, 30.01.2005, 20:19
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Nick,
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- Re: David - Nikos, 30.01.2005, 16:23
- Re: David - Rüdiger, 30.01.2005, 01:09
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susu,
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susu,
29.01.2005, 22:54
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Scipio Africanus,
29.01.2005, 19:38
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Konfuzius,
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