Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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David

susu, Saturday, 29.01.2005, 19:22 (vor 7676 Tagen) @ Konfuzius

Als Antwort auf: Re: WIE US SEXUALWISSENSCHAFTLER J. MONEY DEN „GENDER“-BEGRIFF BEGRÜNDETE (lang) von Konfuzius am 29. Januar 2005 15:51:49:

Die Aussage, daß etwas sozial konstruiert ist, kann auf zweierlei Arten betrachtet werden.
Das stimmt nicht. Man kann sie auf unzählige Arten betrachten.

Beispiele?

Zum einen zu der, das die Konstruktion schlecht ist und Individuen mehr Freiheit zugestanden werden muß. Zum anderen so, daß man sagt, dann können wir mit Menschen machen was wir wollen und sie zu allem Möglichen zwingen.

Es geht hier nicht nur um gut oder schlecht sondern um richtig (natürlich) oder falsch (widernatürlich).

Was wäre in diesem Fall natürlich? Und ist dieser Naturbegriff nicht die Grundlage für Fälle wie Aaron Vays, der 13-Jährige der im Koma liegt, nachdem er zusammengeschlagen wurde weil "nur Mädchen Eiskunstlauf machen"? Oder Sakia Gunn(17), die erstochen wurde, weil sie, nach Aussage des Täters "Rumlief wie ein Junge"?

Religionszugehörigkeit ist sozial konstruiert, daran besteht kein Zweifel.
Das stimmt so auch nicht in jedem Fall. Ich bin im christlichen Glauben erzogen worden, habe aber immer eine Neigung zu östlichen Religionen gehabt und mich diesen Religionen mehr zugehörig gefühlt als der christlichen Religion.

Bitte mal den Unterschied zwischen "soziale Konstruktion" und "Sozialisation" nachschlagen, da besteht ein wichtiger Unterschied.

Ich finde es seltsam was es überhaupt darüber zu diskutieren gibt. Sorry, aber jeder normale Mensch würde ohne zu zögern sagen: Das ist ja eine unerhörte bestialische Verirrung und ein unmenschlicher Schwachsinn. Stattdessen finde ich mich hier in der Situation wieder, zu erklären was daran schlecht ist bzw. auf welche Arten es betrachtet werden sollte...
Oder habe ich dich irgendwie falsch verstanden?


Nun, dabei bleibt es ja auch in den Ursprungstexten nicht. Dort wird der Fall auch interpretiert und der Schluß daraus gezogen, daß Geschlecht eine biologische Basis hat. Dieser Schluß kann aber nicht gezogen werden, insbesondere zog ihn David nicht. Im Gegenteil, er wirkte zeitweise bei GPAC mit, einer Organisation, die eindeutig erklärt, daß Geschlecht ein soziales Konstrukt ist (und sich aus diesem Grund gegen Zwang und Gewalt stellt). Und deshalb halte ich es für notwendig, die Fehler in der Argumentation der von dir zitierten Texte zu benennen, ich kannte David nur flüchtig, aber das bin ich ihm schuldig. Wenn sein Leben nach seinem Tod mißbracuht wird, um gegen das zu argmuentieren, wofür er stand, dann kann ich das nicht so stehen lassen.

susu


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