Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Es gibt Hoffnung...

Lecithin, Friday, 02.03.2007, 02:32 (vor 6914 Tagen) @ Odin

Die Logik dahinter ist keine gute:

Kann man die Eltern durch eine Kindergrippenbetreuung substituieren, kann man mit dem gleichen Argument später die KrippenerzieherInnen durch Maschinen substituieren in einem Gedankenexperiment.

Mit demselben Arguement, mit dem Du gegen die Betreung durch Maschinen in diesem Gedankenexperiment bist (wie wahrscheinlich jeder normale Mensch), musst Du die Betreung durch die leiblichen Eltern rechtfertigen. Was stünde also gegen eine Kinder-Betreung durch Maschinen? Finde es heraus und Du erkennst, was gegen einen "Elternersatz" spricht.

Verstehst Du, dass ein Kind ein Maximum (!) an Aufmerksamkeit verdient und keine gemittelte Einheitsbetreung? Die Betreuung durch Fremde in den ersten Jahren wäre eine gemittelte Einheitsbetreuung. Dort versteckt sich der Sinn des Kollektivismus. Der Sinn von "Eltern-Sein" ist, maximale Liebe an die Kinder weiterzugeben. Das können "nur" leibliche Eltern schaffen. Sie bilden so das Kollektiv der Familie, indem maximales Vetrauen ausgetauscht wird. Das künstliche Kollektiv der Kommune (Kommunismus) lebt aber durch Misstrauen, weil ein gemitteltes/durchschnittliches Vertrauen nunmal nicht möglich ist und in sein Gegenteil umschlägt.

PS: Wenn wir ein Diskussion meiden wollen, die sich in -sagen wir- 40 Jahren darum dreht, KinderzieherInnen durch Automaten zu ersetzen - ähnlich der Substitution der Aldi-Kassiererin durch einen Automaten - dann müssen wir heute schon der Substitution der Eltern durch Fremdpersonen einen Riegel vorschieben.

Mann kann soviel Spass haben: Mann kann Magnesium verbrennen, einen Böller in einen Briefkasten werfen, einem Politiker dreimal in die Fresse hauen, einen Autoreifen anstechen, eisbaden gehen und, und, und ... aber belasst doch bitte diese Mechanik des Zwischenmenschlichen so, wie sie gewachsen ist und bewahrt sie vor Zugriffen Leute, die nicht wissen, was sie tun.

Es geht auch nicht um die Kindegrippe ansich, sondern es geht um die Tendenz, dem Kollektiv, der Kommune vor der eigenen Familie den Vorzug zu geben! Das ist unsinnig, weil eine Familie bereits ein Kollektiv ist, nur ist man staatlicherseits damit nicht einverstanden und möchte vorgeben, was ein Kollektiv zu sein hat, um eben - und das ist ganz einfach - staatlichen Einfluss zu wahren.

Ich verstehe wirklich nicht, wie sich Menschen, die Eltern sind, überhaupt auf solche Fragen einlassen können. Sie müssen ihre Instinkte komplett eingebüsst haben, denn es kommt doch auf Risikovermeidung an und eine solch fremdartiges Propagandagebilde kann doch nicht wirklich dazu verleiten, die eigenen Kinder herzugeben und damit ein Risiko einzugehen, welches entgegengesetzt zur Chance der Fortpflanzung des Individuums steht. Zumal doch sonst auch nichts Konstruktives kommt von den Politikern. Also entweder vertraut man ihnen oder man vertraut ihnen nicht. Jemand, der sein Kind der VDL hergibt und am nächsten Tag über die Politiker schimpft, ist nicht nur inkonsequent und blöd, sondern verdient eine Tracht Prügel. Er schützt sein Geld vor dem Zugriff der Steuer, gibt aber seine Kinder bedenkenlos her. Komisch das.


Gruß!
Lecithin

PS: Mit Maschinen meine ich keineswegs nur irgendwelche Roboter, sondern ich meine damit bereits Algorithmen in einem ganz abstrakten Sinne. Eine maschinelle Kindebetreuung wäre also schon eine gleichgeschaltete Kinderbetreung anhand von Gesetzen und Regeln. Schwächt man den Bezug zu den Eltern ab, verwässert man damit beispielsweise auch den Bezug zu den Geschwistern. Wie liesse sich denn eine Geschwisterbeziehung rechtfertigen in einer gleichschaltenden Kinderbetreungsanstalt? Der Schritt weg von den Eltern ist der größte. Alle anderen Schritte wären doch im Vergleich dazu pillepalle auch zeitlich gesehen. Kann man also Eltern substituieren, kann man nachfolgend ALLES viel müheloser substituieren.


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