Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Vollmer bereits zurückgetreten - Ja und?

Magnus, Monday, 14.02.2005, 14:38 (vor 7660 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Vollmer bereits zurückgetreten - Ja und? von Garp am 14. Februar 2005 11:08:58:

Stellt sich zwangsläufig die Frage, ob wir „unsere“ Interessen mit einer CDU/FDP-Regierung umsetzen könnten? Wer ist für die Institutionalisierung der Frauenbeauftragten verantwortlich? Hat sich die CDU jemals für das Sorgerecht nichtehelicher Väter stark gemacht? In der Opposition greift man Männerthemen auch gerne Mal auf um die Regierung zu kritisieren (z.B. kleine Anfrage zu den Bildungschancen für Jungen). Aber wenn die CDU selbst an der Macht ist (Z.B. auf Länderebene), fällt sie nicht gerade durch eine neutrale Sicht zum Thema häusliche Gewalt auf.

Alles richtig was du schreibst. Allerings sind sie - was dieses Thema angeht - mit Sicherheit noch das kleinere Übel. Mir liegt aber übrigens gar nicht so sehr am Herzen, dass CDU und FDP die neue Regierung stellen, sondern dass Rot/Grün abgewählet wird. Ich glaube nicht, dass z.B. die Grüne Partei allein aufgrund ihrer Struktur unseren Ansichten jemals entgegenkommen. Bei SPD habe ich da genausowenig hoffnung. Und auch die FDP möchte die Wehrpflicht abschaffen - nur die Grünen haben den Antrag mit abgelehnt.

Das einzige Fazit, was ich bisher ziehen kann: Rot/Grün steht weder zu den eigenen Versprechen (eigentlich gut), allerdings ist das, was es tut noch schlimmer als das, was sie Versprochen haben. Und falls es noch niemanden aufgefallen ist: vieles über worüber wie uns echauffieren, verdanken wir auch Rot/Grün: Girlsday, Vaterschaftstestdebatte, Gewaltschutzgesetzt, Antidiskriminierungsgesetz etc....

Somit bleibt mir, als rational-denkender Mensch, nur eines übrig: mit Rot/Grün gibt es wieder neue Probleme, ohne dass die alten gelöst werden. Ich bezweifle z.B. stark, dass die CDU einen "Girlsday" eingeführt hätte. Nur leider wir sie ihn jetzt - da "politisch korrekt" - auch nicht wieder abschaffen - allerings ist sie am ehsten emfpänglich, daraus einen Schülertag zu machen. Die Grünen interessiert das jedoch noch weniger.

Aus taktischen Gründen sollte „die Männerbewegung“ überparteilich sein oder sie wird zersplittern. Möchtest du ein Forum für die „linke“ Männerbewegung und ein Forum für die „rechte“ Männerbewegung? Kann man(n) sich dies zum jetzigen Zeitpunkt leisten?

Da stimme ich dir zu. Wenn die Überparteilichkeit aber so aussieht wie Jörg Rupp, dann kann ich darüber nur den Kopf schütteln. Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber. Danach ist das gegreine wieder groß, wenn erneut Forderungen wie "gesetzlich verpflichtete Hausarbeit für den Mann" thematisiert werden oder von der "Feigheit der Männer" gesprochen wird, ohne dass groß die anderen Grüninnen widersprechen. Das alles ist übrigens unnötiger Aufwand und Energie, die dadurch verloren geht.

Ist es sinnvoll sich neuem, zusätzlichen Konfliktpotenzial auszusetzen?

Nein. Allerdings kommen wir nicht herum, bei neuen Beschlüssen (siehe Oben) auch die politischen Verursacher dafür auseinanderzupflücken. Würde ich auch machen, wenn die CDU solche Vorschläge bringt.

Das Problem liegt ausnahmslos bei allen Parteien. Die Grünen geben nur ein sehr offensichtliches Ziel ab. Aber mit der Abwahl von Rot/Grün ist fast keines unserer Probleme gelöst. Denke mal an die Wehrpflicht oder an Straferhöhungen für „kriminelle“ Männer.

Das ist zwar richtig, aber es ist eine andere Basis geschaffen. Übrigens: auch FDP will die Wehrpflicht abschaffen (von den Grünen und SPD abgelehnt) und in der CDU gabs wenigstens Vorschläge, eine Pflichtjahr für ALLE einzuführen. Wie du siehst: programmatisch ist die Basis nicht viel anders, nur mit dem Unetschied, tatsächlich empirisch nachweisbar eine geringere feminisierung der Parteien CDU und FDP vorliegen.

Eine politisch neutrale Position ist sinnvoller. Was aber nicht bedeutet, dass politische Themen hier nicht besprochen werden könnten.
[quote]Meiner Meinung nach ist Kritik an Parteien immer zulässig, sofern sie sich auf Männerthemen bezieht. Daher ist Verbindung zwischen Visa-Praxis und Strafen für Freier schon interessant. Allerdings interessiert mich das Waffenembargo gegen China in diesem Zusammenhang recht wenig.
[/quote]

Das diente nur zur Verdeutlichung der Strategier für den Wählerfang. Man verursacht ein Problem um dagegen dann vorgehen zu können. Mit Frau Bender war es ähnlich: sie hat man vorgeschickt, um Zypries zu ermuntern, und dann hat die Grüne Fraktion den Gesetzesbeschluss (den auch Frau Bender zu verantworten hat) abgelehnt und wieder so getan als seien sie die Retter von irgendwelchen Bürgerrechten. Diese Zusammenhänge sollten eigentlich mal deutlich gemacht werden, damit man weiß, worum es geht, sonst kann man die Strategie nicht durchschauen. Mit der VISA-Praxis hat es diesmal leider nicht hingehauen für die Grünen. Bei den Anderen Themen (Vaterschaftstests, Waffenembargo, Export der Atomanlage (fischer + Trittin hatten zugestimmt, die Fraktion hat es dann abgelehnt) allerdings schon. Würde mich also nicht wundern, wenn die Grünen irgendwann kommen und kurz vor der Wahl sagen: Hey, die Männer werden diskriminiert - nachdem sie alles mögliche für die Diskriminierung getan haben. Und um diese Taktik zu verdeutlichen, bedarf es nun mal mehrerer Beispiele.

Magnus


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