Das Herz der Verschwörung
Als Antwort auf: Verschwörungsschrott von Ralf am 01. Februar 2005 17:34:25:
Guten Abend Ralf!
Es gibt in der Tat keine Verschwörung 'von außen', da hast du völlig recht. Aber es gibt gewissermaßen eine "Verschwörung von innen".
Das Prinzip dieser "Verschwörung" in wenigen Worten: Man ist sich bei uns weithin darin einig, daß jeder den maximalen Profit für sich selbst herausholen darf bei minimalem Einsatz. Nur eine Minderheit würde dem wohl spontan widersprechen, nicht wahr? Das gilt inzwischen aber eben nicht mehr nur auf dem Markt, sondern in allen Beziehungen, auch in den ganz privaten Verhältnissen (die damit aufhören, private Verhältnisse zu sein). Dieses Marktprinzip hat das Prinzip 'Liebe' überall ersetzt. Das zerstört - massenhaft angewandt - von innen die Lebensfähigkeit der Gemeinschaft.
Die zwei folgenden Sätze können nach den Gesetzen der Logik eigentlich nicht beide zugleich gültig sein:
(1) "Etwas für andere zu tun, wofür ich nichts zurückerhalte, kommt für mich nicht in Frage!"
(2) "Einen Vorteil zu erhalten, für den ich selbst nichts hergeben mußte, ist ein gutes Geschäft!"
Die Mehrheit aber denkt heute genau so, auch in der privaten Lebensführung. Diese Mehrheit, die so denkt und handelt, ist die "Verschwörung"!
Nein, das sind keine "Außerirdischen", da hast du ganz recht, sondern das sind wir selbst: das seelische Organisationsprinzip unserer Gesellschaft.
They are here! Anywhere! They are among us!
DENN: WIR SELBST SIND DIE ALIENS!
Die "Verschwörung" ist nichts anderes als massenhaftes 'falsches Bewußtsein' - der Irrglaube nämlich, der einzelne Mensch sei sich selbst das letzte Ziel und die Mitmenschen seien lediglich der Steinbruch, in dem das Ego sich mit seinen 'Ressourcen' versorgt (auch den emotionalen). Das ist die Negation des Gebots: "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" Die Mehrheit der Menschen hat sich so gewissermaßen gegen die Menschheit verschworen und verfolgt nur noch solche egoistischen Partikularinteressen, ohne irgendwelche moralischen Skrupel dabei zu empfinden. Religiöse Bindungen, die solche Skrupel hervorrufen würden, sind aus diesem Grund ganz besonders verhaßt.
Natürlich ist das herrschende Prinzip das Marktprinzip des Kapitalismus. Aber die Täter sind deshalb nicht etwa die "bösen Kapitalisten", sondern ganz engherzige, popelige Spießer, minderwertige, unethische Charakterzwerge in Millionenstärke, ohne den geringsten Überblick über das Leben, die halt einander versichern, daß Egoismus "gut" ist, die sich dies einander glauben und eine Mehrheit organisieren, die das Prinzip dann politisch durchsetzen soll.
Weil so ein Unsinn aber natürlich nur von 12 bis Mittag funktioniert, folgt unmittelbar darauf mit Naturnotwendigkeit der staatliche Kollektivismus, der den Egoismus als solchen nicht bestreitet, ihn aber "zentral organisiert". In wirtschaftlich guten Zeiten heißt das "Wohlfahrtsstaat", in schlechten Zeiten einfach "Sozialismus". Das ist, in ganz knappen Worten, der demokratisch legitimierte Weg in die Sklaverei, wie er sich vor unser aller Augen vollzieht.
Es ist unsinnig, darauf zu hoffen, daß der Staat "Freiheit schafft"! Der einzige[/u] (individuelle) Ausweg liegt in der Übernahme persönlicher Verantwortung durch den Einzelnen, auch wenn es schwierig ist und 'nichts bringt' und oft nur noch gegen wachsende Widerstände und gegen reichlich Schmähung und Hohn möglich ist, im bewußten Eingehen stabiler, freiwilliger Bindungen (Ehe, Familie, Kindererziehung etc.), die durch Dick und Dünn halten, weil sie Lebensmittelpunkt sind und bleiben (und eben nicht der Staat, der "öffentliche Diskurs" oder das Brüll-TV). Im weiteren Sinne: Schaffen und Beschützen von Solidarbeziehungen unter den freien Menschen selbst - unter Umgehung aller staatlichen Einmischungen und strikter Zurückweisung kollektivistischer Übergriffe, wie es z.B. Ganztagsschulen, massenhafte Hortunterbringung und dergleichen darstellen, die gerade von linksgrüner Seite wiedermal als Allheilmittel angepriesen werden.
Feminismus hat sich in diesem Klima jahrzehntelang als idealer Spaltpilz erwiesen, um die freigewählten, persönlichen Bindungen, die sich der Kollektivkontrolle entziehen könnten, von innen her ideologisch zu zersetzen ("die Familie als patriarchale Keimzelle und Ursprung alles Bösen"). Deshalb hatten alle kollektivistischen Gesellschaftsdesigner immer so eine unwiderstehliche, instinktive Neigung, den Feminismus zu unterstützen. Nun zeigen sich inzwischen allerdings zunehmend Auswüchse dieser Ideologie, die mehr kosten, als sie bringen - es war ja schließlich nicht so gemeint, daß die feministischen IdeologInnen den großen Reibach machen, sondern sie sollten nur nützlich sein. Deshalb gibt es inzwischen auch linke Kritik am Feminismus. Aber das ist natürlich keine Kritik am Prinzip der kollektivistischen Unterjochung der Menschen.
Die linken "Wohlfahrtsausschüsse" sind inzwischen wohl auch aufgeschreckt und erkennbar dabei, sich irgend etwas Neues auszudenken. Der Feminismus wird also wohl demnächst allmählich zurückgehen. Aber das heißt leider nicht, daß danach alles besser wird. Die "Errungenschaften" wird man sowieso beizubehalten versuchen. Es geht ja nur um neue Formeln, nicht um andere Inhalte. Der Kurs in Richtung Abgrund wird auf jeden Fall beibehalten.
Und wozu das Ganze? Nun, es geht um "Macht und Kontrolle" über das Leben anderer Menschen. Für viele Leute ist das ein "Aphrodisiakum", für das sie alles tun würden. Ob kleinkarriert oder großkarriert, das ist nur ein quantitativer Unterschied mit fließenden Übergängen. Es gibt halt immer viele Menschen, die gerne nach oben fließen würden... und noch viel mehr, die gerne mitfließen würden, wenn man ihnen dafür ein, zwei kleine Schnäppchen verspricht. Man braucht keine Aliens, um so etwas Einfaches zu erklären.
Nick
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Garp,
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Rüdiger,
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Nikos,
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- Das hat Methode -
Vatikanbeobachter,
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- Re: Das hat Methode - Frauenversteher AD, 01.02.2005, 17:00
- Verschwörungsschrott -
Ralf,
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- Re: Verschwörungsschrott -
Scipio Africanus,
01.02.2005, 19:36
- Re: Verschwörungsschrott - Ralf, 01.02.2005, 19:48
- Re: Verschwörungsschrott - Odin, 01.02.2005, 19:46
- Re: Verschwörungsschrott - Garfield, 01.02.2005, 20:06
- Das Herz der Verschwörung -
Nick,
01.02.2005, 22:37
- Re: Das Herz der Verschwörung - crazyPhil, 02.02.2005, 13:47
- Re: Verschwörungsschrott -- oder einfach Biz-as-usual - Carl, 03.02.2005, 00:52
- Re: Verschwörungsschrott -
Scipio Africanus,
01.02.2005, 19:36
- zusammenfassende Antwort - Carl, 03.02.2005, 00:59
- Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug -
BartS,
01.02.2005, 00:02