Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Scipio Africanus, Tuesday, 01.02.2005, 11:29 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

- Lohndrückerei:
Indem auch die weibliche Hälfte der Bevölkerung auf den Arbeitsmarkt drängt, wird das Angebot an Arbeitskräften tendenziell verdoppelt. Nach den Regeln von "Angebot und Nachfrage" sinkt dadurch der "Wert" pro Arbeitskraft -- die Löhne sinken entsprechend....

Ihr seid alle Keynesianer. Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand.

Diese optimistische Sicht teile ich nicht. Wesentlichstes Ziel des Kapitalismus ist es nicht, Arbeitsplätze zu schaffen, sondern Profit zu erwirtschaften. Die Lohnkosten sind DER entscheidende Faktor, ob zu konkurrenzfähigen Preisen produziert werden kann. Die erhöhte Nachfrage kann zu einem grossen Teil durch Rationalisierungen erreicht werden. Die Vollbeschäftigung ist ein Mythos. Nur bei Zuwachsraten von etwa 5 % ist Vollbeschäftigung realistisch. Solche Zuwachsraten sind die absolute Ausnahme.
Massenarbeitslosigkeit ist der Normalfall, Vollbeschäftigung die Ausnahme. Das Kapital konzentriert sich übrigens immer mehr, der Wohlstand wird zu einem Wohlstand weniger. In der Schweiz verfügen 1 % der Bevölkerung über mehr als 90 % des Volksvermögens. Also, ich hab zwei Mercedes, du keinen. Im Durchschnitt haben wir je einen, es geht uns gut.

Die resultierende entfremdete Gesellschaft[/b], in der kaum noch ganze Familien existieren, mit verwahrlosten Kindern, mit tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen und Ueberfremdung, in der also "jeder gegen jeden" kämpft, bietet die idealen Voraussetzungen für Ausbeuter aller Couleur -- von Konzernen über Kriminelle bis hin zum Staat. Willkommen in der NWO !

... eben die "Ausweitung der Kampfzone" (Houellebecq)

Wir stehen im globalen Wettbewerb. Noch rationeller noch mehr Güter zu noch niedrigeren Preisen herstellen. Wer nicht mithält und dem Druck nicht standhält, wird invalid geschrieben. Noch nie gab es in der Schweiz derart viele Invaliditätsfälle wie heute. Auch das alles versteckte Arbeitslose, die in keiner Arbeitslosenstatistik auftauchen.
Im globalen Wettbewerb hat der einen Vorteil, der die Sozialabgaben so weit wie möglich einschränkt. Wir stehen am Anfang einer Weltwirtschaftskrise, so sehe ich das. Parallelen zu den Endzwanziger - Jahren sind da, auch wenn sich Geschichte nicht widerholt.

Scipio


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