Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 12:15 (vor 7673 Tagen) @ ein weiterer Andreas

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von ein weiterer Andreas am 01. Februar 2005 08:53:27:

Ihr seid alle Keynesianer. Eure Denke basiert auf Annahmen, die nur bei Zugrundelegung eines kurzen Betrachtungszeitraumes realistisch sind. Bei langfristiger haben die Klassiker Recht, und das bedeutet: die Ausweitung des Faktorangebots führt über mehr Wachstum zu einem höherem Sozialprodukt, d.h. mehr Wohlstand.

Die klassische/neoklassische Ökonomie hat genauso wenig "Recht" wie die die nachfrageorientiere keynesianische Denke. Beide sind extrem grobschlächtige Annährungen an die Realität, haben mit dieser allerdings reichlich wenig zu tun. Beide gegen von Idealvorstellungen aus, die in der Realität nicht erfüllt werden und auch nicht erfüllbar sind. Hinzu kommt dass bestimmte Thesen in sich widersprüchlich sind und deswegen bewiesenermassen falsch sein _müssen_ (z.b. die Hypothese, Märkte seien effizient, kann nicht wahr sein ohne eine der Voraussetzungen für die Hypothese - die Marktteilnehmer handeln rational - gleichzeitig zu widerlegen. Viel näher an der Realität ist z.B. Doyne Farmers agentenbasiertes Marktmodell, welches übrigens das tatsächliche Marktverhalten realistisch abbildet, inklusive Phänomenen wie biespielsweise der Nicht-Normalverteilung von Kursschwankungen, also dem Vorkommen von sog. "Fat Tails", persistenten Preisbewegungen ohne das Eintreffen neuer Information am Marktplatz usw.).

Ich bin allerdings in dieser Diskussion insofern etwas "eher" auf Deiner Seite, denn ich habe hier auch den Eindruck, dass oftmals (im speziellen von Carl) ein Bild der Wirtschaft als statisches System gegeben angenommen wird, welches natürlich noch weniger der Realität entspricht.


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