Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug

Paul, Tuesday, 01.02.2005, 10:36 (vor 7673 Tagen) @ Carl

Als Antwort auf: Re: Emanzipation als orwell'sches Ausbeutungs-Werkzeug von Carl am 31. Januar 2005 23:49:00:

Huch? EU15-Durchschnitt ist ca. 10%, und das ist die geschönte Zahl !
Als Vollbeschäftigung wird höchstens <5% bezeichnet.
Wenn Frauen das "Angebot" nur um 50% erhöhen, kannste ja nachrechnen was das bedeutet.

Du machst denselben Denkfehler wie die sog. "Linken". Der Arbeitsmarkt - und die gesamte Wirtschaft - ist kein statisches System, in dem es nur eine bestimmte Anzahl von Arbeitsplätzen zu verteilen gibt. Mal ganz simpel formuliert: Da ein berufstätiger Mensch auch eigenes Geld zu Verfügung hat, wird er in der Regel mehr konsumieren. Dieser Konsum kann wiederum Arbeitsplätze schaffen. (nachfrageorientierte Argumentation). Oder man sieht es so: Aufgrund der Verbilligung der Arbeitskräfte durch das grössere Angebot werden vermehrt Investitionen getätigt, die ebenfalls Arbeitsplätze schaffen (angebotsorientierte Argumentation). An diesen Punkten schliesst sich jeweils der Kreis, es gibt einen Rückkopplungseffekt (deswegen ist das System nicht statisch). Man kann natürlich darüber streiten, ob das in der Realität so funktioniert und welche anderen Faktoren es gibt. Es entspricht aber tendenziell wesentlich eher der Realität als Deine Vorstellung einer fixen, verteilbaren Menge an Arbeitsplätzen.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat (aber nicht nur dort) m.E. vor allem das Problem, dass eine effiziente Allokation von Arbeitskräften kaum möglich ist, da vereinfacht gesagt "nicht die richtigen Leute" für die entsprechenden Stellen da sind. Das hat zum Teil politische Gründe (Bildungspolitik), zum Teil Mentalitätsgründe (Unflexibilität), andererseits aber auch biologische, manche würden sagen, menschliche: Nicht jeder Mensch ist für jede Arbeit geeignet, egal welche Anstrengungen er unternimmt (trotz Möglichkeit der Bildung bewegt er sich normalerweise in einem gewissen, vorgegeben Rahmen von Fähigkeiten), so dass die Vorstellung einer lehrbuchgemässen Resourcenallokation auf dem Arbeitsmarkt in der Realität nicht wirklich funktionieren kann.

Gruss,
Paul


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