Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Patriarchat abschaffen!

Eugen Prinz, Tuesday, 03.08.2004, 03:03 (vor 7857 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Patriarchat abschaffen! von susu am 02. August 2004 23:30:57:

Ich skaliere Härte, nach der normalen Grenze von statistischer Sicherheit, ab der eine Arbeit in einem peer-reviewed journal publiziert wird.

Ha, fein gesponnen ;-) Aber da sprichst du von den Gebräuchen im Wissenschaftsgeschäft. Die haben mit der Wissenschaft vielleicht so viel zu tun, wie die Juristerei mit der Gerechtigkeit.

Und das Objekt der Betrachtung bestimmt den Grenzwert, weil in bestimmten Wissenschaften die Rahmenbedingungen nicht so genau bestimmt werden können

Ich sagte: Nicht das Objekt macht die Wissenschaft. Damit meinte ich: Es kommt nicht darauf an, was ich untersuche, sondern wie redlich (methodisch) ich arbeite.

Psychologen müssen im Grundstudium z.B. auch Biologie und Physiologie hören, und danach haben sie eine Methodenausbildung, (Statistik, Stichprobentheorie, Versuchsplanung, Wissenschaftslehre...) von der sich manch anderer Studiengang eine Scheibe abschneiden kann. Das schwankt natürlich von Uni zu Uni.
Wie detailiert können die Kenntnisse in Biologie sein? Ich halte in diesem Fall Halbwissen für gefählicher als Nichtwissen.

Meine Einwendungen richteten sich nicht gegen die Biologie. Die steht bei mir hoch im Kurs. Aber in praktisch allen Studiengängen werden Grundkenntnisse in Nachbarfächern verlangt. Das hat mit Halbwissen nichts zu tun, sondern ist m.E. sogar sehr sinnvoll.

Die Arbeit ist sogar um so anspruchvoller, je "unschärfer" das Objekt ist. Es ist vergleichsweise einfach, Fliegenbeine zu zählen, aber wie erforscht man z.B. Persönlichkeitskonstrukte?
liegenbeine zählen ist ein Experiment von ca. 1900. Wir können ja mal darüber reden, wie zu der Zeit Psychologie betrieben wurde... Ersthaft: Wie erforscht man ein Ökosystem, mit hunderten interagierenden Spezies?

Fühle dich nicht auf die Zehen getreten, falls du Biologe bist. Das ist nicht meine Absicht (siehe oben). Mir geht es ebenso, wenn unqualifiziert z.B. über Statistik oder Psychologie hergezogen wird.

Und es würde mich sehr interessieren, in welchen "Teilbereichen der Psychologie" "Korrelationen von 0,2 schon Relevanz beigemessen" wird.
Beispiel: Die Validität der Deutschen Personality Research Form wurde durch Korrelationen mit einem Vergleichstest von über 0,20 als gut eigeschätzt(Riemann, Schumacher in Zeitschrift für Differentielle und Diagnostische Psychologie 1996).

Erstaunlich. Ich nehme das mal so hin. Man lernt nie aus.

Soviel also zur Abschaffung des Patriarchats ;-)

Hat mich gefreut,

Eugen


gesamter Thread:

 

powered by my little forum