@Carlos
Als Antwort auf: Re: Jammern auf hohem Niveau ! von carlos am 10. April 2004 18:01:46:
Hallo Carlos!
"Da werden diejenigen, die eine Arbeit haben, aber nicht begeistert sein und ein hartes Woerterl mitreden wollen. Mit mir liesse ich das nicht machen. "
Warum?
"Zwaenge man die Unternehmen per Gesetz dazu, dann wuerden noch mehr von ihnen gehen; mein Fanal waere das, ich wuerde es dann naemlich tun."
Wieso Zwang? Der große Vorteil bei der Sache bestünde doch gerade darin, daß wir gar keine gesetzlichen Regeln und Zwänge bräuchten! Wenn jeder Mensch eine gesicherte Existenz hätte und somit nicht mehr jeden Job für noch so miese Bezahlung annehmen müßte, bräuchten wir auch Gewerkschaften, Tarifverträge und diverse staatliche Regulierungen nicht mehr.
Eigentlich müßte das doch gerade Neoliberalen entgegen kommen. Natürlich tut es das nicht, da Neoliberale in der Regel selbst Unternehmer sind oder aber vom jetzigen System auf die eine oder andere Weise gut leben. Und dann ist es für sie natürlich unbedingt erforderlich, daß jeder Mensch gezwungen ist, allein schon für seine blanke Existenz jeden beschissenen Job gegen miese Bezahlung zu machen. Das ist auch der Hauptgrund dafür, daß Unternehmenssprecher immer wieder zum Sozialabbau drängen.
Müßten die Menschen nicht mehr nur für ihre blanke Existenz arbeiten, dann könnten sie ihre Gehälter frei aushandeln. Und gerade das ist für Neoliberale eine Horror-Vorstellung. Zwar fordern sie immer gern freie Märkte - aber nur, wenn es ihnen nützt. Wenn es ihnen schadet, dann kann es plötzlich gar nicht mehr genug Regulierungen und Zwänge geben.
"Der Export ist die einzige Stuetze, die wir noch haben."
Das ist ja gerade das Schlimme! Somit sind wir total vom Ausland abhängig. Sobald nur in genügend Ländern Krisen ausbrechen, reißt uns das voll mit rein. Die Krise in Südamerika haben auch viele deutsche Unternehmen voll zu spüren bekommen.
Deshalb wäre es gerade auch für die deutsche Wirtschaft wichtig, den deutschen Binnenmarkt wieder zu stärken.
Natürlich kann man über Lohnsenkungen reden - aber nur, wenn man gleichzeitig auch darüber redet, wie man dann die hohen deutschen Lebenshaltungskosten gleichermaßen senkt. Damit die Kaufkraft trotzdem nicht weiter abnimmt.
"Verteuern wir unsere Produkte noch mehr, indem wir die Unternehmen zum Leute einstellen zwingen, dann koennen wir gleich dicht machen."
Carlos, vor allem können wir gleich dicht machen, wenn die Arbeitslosigkeit immer weiter steigt! Wer soll denn die Produkte und Diensleistungen der Wirtschaft kaufen bzw. in Anspruch nehmen, wenn niemand mehr Geld dafür hat? Das ist doch das große Problem!
"Dann sparst Du eben verbissen, bis Du die Euro beisammen hast!"
Ich spare schon jetzt so verbissen, daß ich nicht mal mehr Geld für eine private Zusatzrente übrig habe. Und das, obwohl ich gar nicht so schlecht verdiene und obwohl meine Partnerin ebenfalls auf Vollzeit arbeitet und auch nicht viel weniger verdient als ich.
"Was denkst denn Du, wie es jemandem ergeht, der sich selbstaendig macht? Also jemandem, der auf lange Sicht eben auch mehr Geld haben will? Da sind die ersten Jahre Urlaube, Extra=Wuensche etc. weder zeitlich noch finanziell drin, sondern eine 60=, 70= oder 80=Stundenwoche steht auf dem Plan!"
Ich kann aber keine 60 Wochenstunden in das Studium von Aktienkursen investieren, wenn ich schon mindestens 40 Stunden pro Woche arbeiten muß!
"Und nach ein paar Jahren wirst auch Du gutes Geld verdient haben. Glaub mir."
Ja, aber nur, wenn ich auch viel Geld investieren kann. Wenn ich mir eine Aktie für 10 Euro kaufe und sie am Ende mit sehr viel Glück vielleicht für 20 Euro verkaufe, habe ich zwar 100% Gewinn gemacht, aber leben kann ich von den so verdienten 10 Euro nicht.
"Die Sache ist genau andersrum: Weil die Kosten immer weiter gestiegen sind, hat man maschinisiert."
Carlos, automatisiert wird immer! Auch im 19. Jahrhundert war das schon so. Obwohl damals die Lohnkosten sehr niedrig waren und es anfangs praktisch keinerlei Sozialkosten gab, wurden Maschinen angeschafft. Maschinen sind in vielfacher Hinsicht günstiger als Menschen. Wenn eine Bank beispielsweise Angestellte am Schalter zunehmend durch Automaten ersetzt, dann tut sie das nicht nur wegen der so gesparten Lohnkosten, sondern auch deshalb, weil ein Automat Tag und Nacht arbeitet und somit für die Kunden immer verfügbar ist. Für viele Menschen ist es heute ein Problem, nach Feierabend noch einen menschlichen Angestellten in ihrer Bank zu erreichen. So nehmen sie gern Automaten in Anspruch. Wenn also eine Bank keine Automaten einsetzen würde, dann wäre sie schon längst pleite, weil die Kunden aus Frust über die mangelnde Erreichbarkeit längst zu anderen Banken gewechselt wären.
Nun könnte man mit einem enormen Maß an Naivität ja einwenden, daß die Angestellten am Schalter dann eben auch abends und nachts arbeiten müssen, wenn sie nicht durch Automaten ersetzt werden möchten. Aber das Problem besteht eben darin, daß auch beim besten Willen kein Mensch dauerhaft 24 Stunden durcharbeiten kann. Das ist biologisch nicht möglich.
Maschinen können das aber, und das macht sie so überlegen. Ganz egal, wie weit die deutschen Lohnkosten sinken werden: Die Automatisierung kann man so vielleicht verlangsamen, aber niemals aufhalten. Dieser Tatsache müssen wir uns endlich stellen und die Konsequenzen daraus ziehen.
"Die Lage heute kann man nicht mit Nachkriegsdeutschland vergleichen. Und die Erfahrung lehrt, dass staatliche Monopolkonglomerate auf Dauer immer zu Denkfaulheit und Schlendrian neigen."
Das ist nicht zwangsläufig so. Außerdem gibt es solche Tendenzen auch bei sehr großen privaten Unternehmen, in denen sich auch so mancher Manager vor allem für das eigene Konto verantwortlich fühlt und weniger für das Unternehmen, in dem er angestellt ist. Auch in Deutschland gehen Aufträge häufig keineswegs an den günstigsten Anbieter, sondern oftmals an den Anbieter, der den jeweiligen Entscheidungsträgern die besten Vergünstigungen zuschanzt.
Und es gibt auch viele Beispiele dafür, daß Leiter großer privater Unternehmen die Bedeutung neuer Technologien nicht erkannt haben.
"Dem Eigentuemer, dem Staat also, wird es wurscht sein, wenn ein Staatsunternehmen pleite geht (gesetzt den Fall, man hat keine private Konkurrenz zugelassen), weil von denen niemals auch nur einer verantwortlich ist, wenn es drauf ankommt."
Das ist aber in der privaten Wirtschaft heute oft ganz genauso, Carlos! Manager, die Unternehmen in den Ruin oder zumindest in finanzielle Schwierigkeiten getrieben haben, kriegen oft trotzdem noch fette Abfindungen und finden über ihre Beziehungen auch meist wieder schnell neue Jobs.
Außerdem halte ich es keineswegs für ideal, in einem Bereich nur staatliche Unternehmen zu haben. Man sollte darauf achten, daß es in jedem Bereich sowohl staatliche als auch private Unternehmen gibt.
"Die Telekom ist auch heute noch Scheisse; aber ich erinnere mich mit Wut an die Zeiten, als ich nix weiter als ein Bittsteller war und par ordre de moufti die Gebuhren munter erhoeht wurden."
Sowas ist aber auch möglich, wenn wenige große Unternehmen einen Markt beherrschen. Fährst du Auto? Wenn ja: Wie fühlst du dich denn jetzt, wenn immer pünktlich vor den Feiertagen plötzlich sämtliche Tankstellen die Benzinpreise ordentlich erhöht haben?
"Und du hast mir immer noch nicht erklaert, woher denn eigentlich all diese gigantischen Summen von Staatsgeldern herkommen sollen, die Du fuer Dein Versuchslabor benoetigst."
Carlos, was glaubst du denn, was uns die zunehmende Arbeitslosigkeit jetzt schon kostet!? Wir haben offiziell über 4,5 Millionen Arbeitslose. Und das ist nur die Zahl, die nach diversen Statistik-Verschönerungen noch übrig ist. Wenn man die verdeckten Arbeitslosen, z.B. Vorruheständler, Umschüler usw. noch dazu zählt, dann kommt man garantiert auf eine Zahl, die alles in den Schatten stellt, was wir in der Hinsicht jemals in Deutschland erlebt haben. Schon Mitte der 1990er Jahre, als die Arbeitslosenzahl noch bei etwa 3,5 Millionen lag, wurde die reale Zahl der Arbeitslosen auf 6-7 Millionen geschätzt. Und es werden immer mehr, Carlos.
Wie kommt es nun, daß in Deutschland trotzdem noch keine Verhältnisse wie Anfang der 1930er Jahre herrschen? Der Grund dafür besteht einzig und allein im deutschen Sozialsystem. Das schützt die Erwerbslosen vor Massenelend und die Menschen, die noch Besitz haben, vor einer enormen Zunahme der Kriminalität. Aber dieses Sozialsystem kommt uns mit steigenden Arbeitslosenzahlen auch immer teurer zu stehen.
"Und was ist das? Was ist, wenn so ein Riesending an Bedarf und Kosten vorbei geplant hat?"
Carlos, so etwas passiert in der privaten Wirtschaft auch. Du kannst nicht einerseits von staatlichen Unternehmen absolute Perfektion erwarten, bei privaten Unternehmen dann aber jede Schlamperei verharmlosen. Im übrigen gibt es z.B. über Aufsichtsräte und ähnliches durchaus Kontrollmöglichkeiten, die man nur vernünftig nutzen müßte.
"Kleine Handwerker durften ihr Betriebe behalten, ich weiss. Und Du hast Unrecht: Sie fuegten sich nicht in die DDR=Wirtschaft ein, sondern wurden par ordre de moufti eingefuegt."
Ich weiß jetzt nicht, was du damit meinst. Es gab noch in den 1980er Jahren in der DDR Unternehmen in Privatbesitz. Der Vater eines Mitschülers von mir hatte damals z.B. eine kleine Spedition, der Vater eines anderen Mitschülers besaß eine Autowerkstatt. Interessanterweise sind viele dieser Unternehmer dann erst nach der Wiedervereinigung in den Ruin getrieben worden. Die Spedition beispielsweise war sehr schnell verschwunden. Die Autowerkstatt hält sich zwar noch, aber vor allem durch Auto-Verkauf, und es wird immer schwieriger, im Auto-Bereich noch Gewinn zu machen. Die Kaufkraft nimmt immer weiter ab, die Automobilhersteller wollen natürlich weiterhin steigende Gewinne einfahren, und so bleibt für die Händler immer weniger übrig.
"Aber sie konnten noch so viel Umsatz machen, wie sie wollten; mit dem Buntpapier mit Ziffern drauf, genannt Mark der DDR, konnten sie sich nix kaufen."
Das stimmt so nicht. Der Besitzer dieser Autowerkstatt konnte sich zu DDR-Zeiten jeden Luxus leisten. Wenn man in der DDR nämlich wirklich viel Geld hatte, dann konnte man sich auch mit DDR-Mark alles leisten. Dann mußte man beispielsweise keine 12 Jahre auf ein Auto warten. Wenn jemand in der DDR ein Auto abholte, passierte es immer wieder, daß ihm jemand schon bei der Abholung den doppelten Kaufpreis oder noch mehr für das neue Auto anbot. Allein schon die Berechtigungscheine für den Kauf eines Autos konnte man für einige tausend DDR-Mark verkaufen, wenn das Auto bald abgeholt werden konnte. Es gab auch in der DDR Videorekorder, Computer usw. zu kaufen - sie waren nur sehr teuer.
Für einfache Arbeiter und Angestellte waren diese hohen Preise nicht bezahlbar. Die waren dann wirklich in der Situation, daß sie mit ihrem Geld nicht sehr viel anfangen konnten. Alles Lebensnotwendige war sehr billig, also kaufte man sich von dem Geld, das man nach und nach zur Seite legte, dann eben ein Auto oder einen Farbfernseher. Das war's dann aber auch schon.
"Weil der Staat befahl, was hergestellt werden sollte und was nicht."
Das war einer der Mängel des DDR-Systems. Aber nichts, was ich vorgeschlagen habe, würde dazu beitragen, diesen Mangel wieder einzuführen. Überhaupt produzieren auch private Unternehmen ja keineswegs das, was die Kunden wollen, sondern zuallererst das, was ihnen den meisten Gewinn einbringt. Oft ist das gleichzeitig auch das, was die Kunden wollen. Manchmal ist es aber auch so, daß Wünsche der Kunden bewußt ignoriert werden, weil man sie dazu zwingen will, ein anderes Produkt zu kaufen, das den Unternehmen höhere Gewinne einbringt. Wenn nur noch wenige große Unternehmen einen Markt beherrschen und es somit kaum noch Konkurrenzkampf zwischen ihnen gibt, dann geht sowas prima.
"Wenn die DDR so spitze war, dann haben das offensichtlich doch so einige nicht auf die Reihe gekriegt"
Was willst du denn dauernd mit der DDR? Die hat doch damit nun rein gar nichts zu tun.
"Wenn den Leuten der Sprit angeblich zu teuer ist, sie ihn aber nicht schlicht boykottieren und zu Hause bleiben, dann ist die Sache mit dem teueren Sprit bloss Gequatsche."
Ach Carlos, es gibt vielleicht einige Spinner, die tatsächlich mit dem Auto zum 100 m entfernten Zigaretten-Automaten fahren. Solche Dummheit hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Die meisten Menschen fahren aber vor allem deshalb Auto, weil sie nun einmal zur Arbeit kommen müssen und weil sie Großeinkäufe aus dem Supermarkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln nun einmal schlecht nach Hause bekommen. Ich könnte beispielsweise auch mit dem Bus zur Arbeit fahren. Das habe ich einmal gemacht, als mein Auto morgens streikte. Ich habe ungelogen 1,5 Stunden für eine einfache Fahrt zur Arbeit gebraucht. Mit dem Auto fahre ich die 25 km in etwa 25 Minuten. Obendrein ist es mit dem Auto auch noch billiger. Denn die sogenannte "Öko-Steuer" hat ja auch die Preise für öffentliche Verkehrsmittel hoch getrieben.
"Kein Staat soll eingreifen in Dinge, die ein Markt allein regeln kann. Und die Spritpreise kann der Markt regeln. Wenn er denn wirklich will."
Wie denn, Carlos? Die Menschen müssen Auto fahren, und das ist den Öl-Konzernen sehr bewußt.
"wenn die Preise aber trotzdem bezahlt werden, dann hat nicht der Markt die Schuld, sondern der Dummkopf."
Wenn es am Markt aber nichts Günstigeres gibt, dann kann auch der klügste Kunde nichts erreichen.
"Du kannst Dir ja immer auch einen guten Gebrauchten kaufen; die Auto=Clubs helfen Dir technisch und rechtlich dabei."
Gebrauchtwagen haben auch ihre Nachteile. Da weiß man nie, was später an Reparaturkosten auf einen zukommt, man hat keine Steuer-, TÜV- und AU-Befreiung, und man kann dort noch mehr beim Kauf beschissen werden. Letzteres kann man durch Experten-Rat zwar einschränken, aber das kostet dann auch wieder Geld...
"Doch, genau das meine ich, aber bezogen auf die Zeit der 70=er und 80=er; damals wurde der Keim gelegt fuer so viele Wirkungskreise mit negativer Rueckkopplung, i.e. Spiralen abwaerts, deren Folgen wir heute nicht mehr loswerden. Damals war es im Westen ein Leichtes, lange Zeit stempeln zu gehen, krank zu feiern, schwarz zu arbeiten, kurz, einen auf Lau zu machen."
In gewisser Hinsicht gebe ich dir da recht. Wenn man sich die heutige Jugend ansieht, stellt man häufig fest, daß dort Werte wie Verantwortungsbewußtsein und Fleiß immer öfter absolute Fremdworte sind. Das ist auch einer der Gründe, wieso manche Unternehmen davor zurück scheuen, Auszubildende einzustellen. Wenn man immer wieder Azubis wegen Faulheit oder Unfähigkeit rauswerfen muß, dann wird man eben vorsichtig.
Das ist aber nicht die Ursache für die Arbeitslosigkeit. Die Katastrophe besteht eher darin, daß die Menschen, die heute ernsthaft Arbeit suchen, solchen Gammlern sogar noch dankbar dafür sein können, daß die ihnen nicht auch noch Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt machen. Bewerbungen für Stellen, die es nicht gibt, können nun einmal nicht erfolgreich sein, ganz egal, ob jemand ernsthaft sucht oder nicht.
Ich gebe dir mal einen Einblick in das reale Leben eines Arbeitslosen:
Als Beispiel greife ich mir nur mal einen Bekannten meines Vaters heraus. Der ist gelernter Maurer und lebt in Mecklenburg. Kurz nach der Wende lief es da im Baubereich prima. Überall wurde gebaut, und wer im Baubereich Arbeit suchte, fand auch welche.
Nach ein paar Jahren war das aber vorbei, und so wurde auch dieser Maurer arbeitslos, nachdem sein Chef Konkurs angemeldet hat. Zunächst versuchte er auf normalem Wege, Arbeit zu finden.
Mittlerweile raten selbst die Arbeitsämter sogar schon davon ab, Bewerbungen auf Stellen-Anzeigen zu verschicken, da viele dieser Anzeigen nur vorgetäuscht sind. Die werden mehr als Werbung für das Unternehmen aufgegeben, um zu zeigen, wie gut es doch im Geschäft wäre, so nach dem Motto "alle müssen Personal entlassen - uns aber geht es so blendend, daß wir sogar noch Personal einstellen". Tatsächlich wird natürlich niemand eingestellt, Bewerbungen werden nicht beantwortet und man kann letztendlich froh sein, wenn die Unterlagen nicht auch noch an Betreiber von Kunden-Datenbanken verkauft werden (manchmal stecken solche Datenbank-Firmen auch direkt hinter Stellen-Anzeigen, denn auch Arbeitslose sind für gewisse Unternehmen als Kunden durchaus interessant, z.B. für Lotterien, für Hellseher und ähnlichem Mumpitz).
Deshalb raten die Arbeitsämter mittlerweile dazu, Unternehmen einfach anzurufen oder persönlich dort vorzusprechen. Die Kosten dafür darf der Arbeitslose natürlich selbst tragen.
So rief nun also auch dieser Maurer diverse Baufirmen an. Er erhielt nur negative Antworten. Einmal fragte man ihn nach seinem Alter, und als er sagte, daß er 42 ist, sagte der Typ am anderen Ende: "Na, mit 42 klappern doch schon Ihre Knochen." Also wieder außer Spesen nichts gewesen.
Als er erkannte, daß es so keinen Zweck hat, versuchte er es mit einer Ich-AG. Da hat man aber das Problem, daß man erstmal einen Auftrag kriegen muß. Als Ich-AG wird man kaum ernst genommen, und man kann dann auch nicht wählerisch sein. Wenn man z.B. auf Vorkasse besteht, dann kriegt man schon mal gar nichts.
Er bekam dann einen Auftrag in Südwestdeutschland. Er trommelte ein paar arbeitslose Kollegen zusammen, mietete sich mit denen gemeinsam eine winzige 1-Raum-Wohnung im Arbeitsort und fing dann dort an. Dazu mußte er erstmal einiges investieren, da er das Material erstmal selbst bezahlen mußte. Aber er war froh, diesen Auftrag bekommen zu haben.
Nach einem Monat kam auch pünktlich das Geld, und alles war prima. Nach zwei Monaten kam nichts. Auf seine Nachfrage hin wurde das Geld dann mit 2 Wochen Verspätung gezahlt. Nach drei Monaten kam wieder nichts. Diesmal blieb das Geld auch nach mehrfacher Nachfrage aus. Nach vier Monaten kam immer noch kein Geld, auch für diesen 4. Monat nicht mehr. Mittlerweile war das Geld für Material, Essen und Miete aufgebraucht, und so blieb nun nichts weiter übrig, als den Job sausen zu lassen und wieder nach Hause zu fahren. Das ausstehende Geld hat er nie gesehen, und insgesamt hat er dabei noch draufgezahlt.
Sowas wird meist über Schein-Firmen mit irgendwelchen Strohmännern abgewickelt, die dann, wenn finanzielle Ansprüche geltend gemacht werden, einfach offiziell pleite sind. Da ist dann nichts zu holen, und derjenige, der wirklich dahinter steckt, lacht sich eins und sackt den dicken Reibach ein.
Schlimm ist auch, daß manche Unternehmer gerade Leute einstellen, wenn sie merken, daß es auf die Pleite zugeht. So hoffen sie dann, auf deren Kosten noch möglichst viel Geld zur Seite schaffen zu können. Die machen dann Angebote zu absoluten Mondpreisen, kriegen so natürlich auch Aufträge, investieren nur in das allernötigste Material und überweisen soviel Geld wie möglich auf schwarze Konten im Ausland. Löhne werden überhaupt nicht mehr gezahlt, und auch die Zahlungen für Subunternehmen und Zulieferer erfolgen gar nicht oder nur teilweise. Wenn das nicht mehr weitergeht und von überallher Post von Anwälten kommt, verpißt man sich schnell mit allem Geld, was noch da ist.
Die Probleme gehen also keineswegs nur von den abhängig Beschäftigten aus, sondern auch von immer mehr Unternehmern. Da greift die Scheu vor Verantwortung nämlich auch immer weiter um sich, und auch da gibt es immer mehr Luftikusse, die glauben, ohne viel Arbeit schnell reich werden zu können und das manchmal wirklich schaffen, indem sie die Notlage anderer ausnutzen.
"Das alles war natuerlich nicht umsonst zu bekommen, sondern musste in Form von immer hoeheren Sozialabgaben, immer hoeheren Steuern und immer hoeherer Staatsberschuldung bezahlt werden."
Ja, Carlos, aber Sozialhilfe und andere Sozialleistungen werden doch in größerem Umfang nur dann gezahlt, wenn es bereits Arbeitslose gibt! Wie kann sowas also die Ursache für Arbeitslosigkeit sein?
"Du kannst ihnen ja hinterherfluchen, wenn du willst."
Darüber denke ich schon seit einiger Zeit ernsthaft nach.
"Die groesste Schuld daran tragen die Gewerkschaften."
Ich finde an den Gewerkschaften auch einiges zu kritisieren. Trotzdem wäre ohne Gewerkschaften in Deutschland jetzt alles noch viel schlimmer. Dann wären die Löhne heute schon sehr viel niedriger, die Kaufkraft ebenfalls, und damit wäre der deutsche Markt für viele Unternehmen heute noch uninteressanter.
"Ich kann mich auch noch daran erinnern, wie ich mich als Werkstudent immer wieder blutig geaergert habe ueber viele Kollegenschweine, die einen auf mannigfaltigen Lau machten, von den Betriebsraeten gegenueber der Unternehmensleitung aber gedeckt wurden und so deren Entlassung verhindert wurde."
Zufällig ist meine Partnerin auch im Betriebsrat, und ich kann dir versichern, daß da kein Gammler beschützt wird. Als in dem Unternehmen vor einiger Zeit mal Leute entlassen wurden, hat sich der Betriebsrat dafür ganz gezielt die Faulenzer und Blaumacher ausgesucht. Und auch, wenn der Chef jemanden wegen Blaumacherei feuern wollte, hat der Betriebsrat immer zugestimmt, wenn die Anschuldigungen berechtigt waren.
Betriebsräte befinden ich generell in keiner beneidenswerten Situation, da sie immer zwischen der Unternehmensführung und den Beschäftigten stehen. Und üblicherweise bekommen sie auch etwas mehr Einblick in die Situation des Unternehmens. Es liegt dann auch in ihrem eigenen Interesse, Blaumacher nicht zu fördern. Ich jedenfalls habe noch nie solche Erfahrungen mit Betriebsräten gemacht.
"Wie schon oben gesagt: Immer weniger sind dazu bereit, ihr sauer erarbeitetes Geld groessetenteils dem Staat zu geben, nur damit der es zum Fenster hinauschmeissen kann."
Ja, ich gehöre auch dazu.
"Ich kann mit gut verkauftem Ramsch oder einfach auch niederpreisigen Produkten prozentual und per Saldo mehr Gewinn erzielen, als mit Luxusguetern. Aldi zeigt, wie das geht."
Ja, aber ALDI verkauft Produkte des täglichen Bedarfs, die ohnehin in Großserie hergestellt werden müssen, um damit noch Gewinn zu machen. So stellt sich für ALDI natürlich die Frage, ob sie Gewinne lieber mit niedrigen Stückzahlen und hohen Preisen oder umgekehrt machen, gar nicht erst.
Bei Auto-Herstellern sieht das aber noch anders aus. Ferrari und ähnliche Hersteller zeigen, daß man auch mit Kleinserienproduktion durchaus Gewinne machen kann. Wenn man am Markt sehr hohe Preise erzielt.
Man kann aber auch beides kombinieren. Das machen viele Lebensmittelhersteller. Um die Produktionskosten niedrig zu halten, produzieren sie sehr hohe Stückzahlen. Auf einen Teil der Produkte drucken sie Markennamen und verkaufen sie zu überhöhten Preisen, was ihnen gute Profite einbringt. Davon werden sie am Markt aber nicht viel los. Um dann die restliche Produktion nicht in den Müll werfen zu müssen (was zuweilen durchaus auch gemacht wird), verkaufen sie den Produktionsüberhang dann eben zu deutlich niedrigeren Preisen an ALDI. Und damit die Käufer der teureren Marken-Variante dasselbe Produkt nicht so einfach billiger beim ALDI kaufen können, wird da der Markenname nicht draufgedruckt, und man tut natürlich auch alles, um zu verheimlichen, daß diese No-Name-Produkte mit teuren Marken-Produkten identisch sind. Deshalb ist es für den Endverbraucher schwierig, das zu bemerken und dann dasselbe Produkt billiger zu kaufen.
In der Automobilindustrie ist sowas durchaus auch üblich, aber nicht ganz so einfach machbar. Deshalb konzentriert man sich dort lieber auf den Mittel- und Hochpreis-Bereich und läßt den Niedrig-Preis-Markt zunehmend unbeachtet. Das ist auch für die Händler gut, weil sie sonst die von ihnen in Zahlung genommenen Gebrauchtwagen noch schwieriger loswerden würden. Die wollen deshalb auch gar keinen billigen Neuwagen verkaufen. (Ich kenne sogar ein Autohaus, in dem der Geschäftsführer direkt sagt, daß er kein Interesse an Studenten und anderen Kunden für billige Autos hat und daß er solche Leute nicht im Geschäft haben möchte. Das ist kein Ferrari- oder Rolls-Royce-Händler, sondern ein VW/Audi-Autohaus.) Für Autokäufer mit niedrigem Einkommen bedeutet das letztendlich, daß sie sich keinen Neuwagen kaufen können.
"Es geht doch nicht nur um die reinen Produktionskosten, sondern um die Gesamtkosten. Und da spielt die Gesamtsteuerbelastung ein wichtige Rolle."
Nun ja, die Steuerbelastung ist ja schon in den Produktionskosten mit eingerechnet. Okay, beim Verkauf werden weitere Steuern fällig, aber erstens haben manche europäische Länder sogar noch eine höhere Mehrwertsteuer als Deutschland und zweitens sind die Preise für in Deutschland gebaute Autos auch ohne Mehrwertsteuer im Ausland niedriger. Vor einigen Jahren war es jedenfalls noch so. Damals ist ja auch herausgekommen, daß deutsche Auto-Hersteller ausländische Auto-Händler unter Druck gesetzt und sie so gezwungen haben, deutschen Kunden keine Autos zu verkaufen. Da ist dann der freie, unregulierte Markt, der sonst von der Wirtschaft so vehement gefordert wird, auf einmal völlig unerwünscht...
"Nein, das ist falsch. Ich kenne keine einzigen Chinesen, der sich einen Neuwagen fuer 5000 Euro gekauft haette. Diese Zeiten sind laengst vorbei, auch deswegen, weil es, zum mindesten momentan, noch keine nennenswerten chinesischen Automarken gibt, die ernsthafte Konkurrenten waeren."
Vor kurzem habe ich noch eine Reportage über eine Auto-Messe in China gesehen, und wenn ich mich recht erinnere, wurde da sogar ein Auto für nur 3000 Euro vorgestellt. Das war ein Kleinwagen, mit kleinem Motor und ohne die hierzulande üblichen Extras. Es gibt in China immer noch hunderte Millionen Menschen, die sich kein Auto leisten können. Und die sind als Kunden auch für ausländische Autohersteller durchaus interessant.
"Doch, das wird er schon. Der Markt drum herum waechst erst nach und nach. Zuerst geht es nur um gute Rahmenbedingungen fuer Investitionen und den Export der dort produzierten Gueter."
Zuallererst will ein Unternehmen natürlich Gewinn erwirtschaften. Wenn es nur um billige Produktionsstandorte für den Export ginge, wäre das allein noch kein triftiger Grund, um die Produktion ins Ausland zu verlegen. denn in vielen Billig-Lohnländern gibt es auch ungünstige Rahmenbedingungen, z.B. hohe Korruption, Kriminalität usw. Und wenn Deutschland so ein ungünstiger Standort ist - wie erklärst du dir dann, daß deutsche Unternehmen momentan gerade im Export so erfolgreich sind?
Produktionsverlagerungen ins Ausland sind noch viel interessanter, wenn man gleichzeitig auch den dortigen Markt beliefern kann. Dann lohnt sich das richtig. Vor allem, wenn dieser Markt auch noch wächst, wenn man also dmait rechnen kann, in Zukunft höhere Preise zu erzielen.
"Hierzulande ist es mittlerweile verflucht schwer geworden, gutes Personal zu bekommen und schlechtes wieder zu feuern. Aus falsch verstandener Kollegialitaet wollten die Linken und die Gewerkschaften das so, und sie wollen es schon seit weit ueber 35 Jahren so."
Das mag ja alles sein, aber das ist doch nicht die Ursache für die Arbeitslosigkeit. Viele Unternehmen in Deutschland brauchen einfach kein Personal mehr. Noch vor wenigen Jahren galt die IT-Branche als Wachstumsmotor. Seit 2001 ist das auch vorbei. Seitdem werden auch in der IT-Branche Leute entlassen oder gar nicht erst eingestellt. Deshalb ist es ja auch so ruhig um die damals von den Unternehmen so lautstark geforderte "Greencard" für ausländische IT-Fachkräfte geworden. Wenn die Unternehmen da wirklich noch Leute suchen würden, dann würden sie weiterhin nach qualifiziertem Personal schreien. Das tun sie aber nicht. Weil sie wirklich kaum noch neues Personal brauchen.
"Von dem Brutto=Lohn eines Durchschnittsverdieners verbleibt netto immer weniger im Geldbeutel. Den Grossteil davon krallt sich Vater Staat, nicht der Chef; die Gewerkschaften wollten das so."
Also, das kann man den Gewerkschaften aber nur zum geringen Teil anrechnen! Sind die Gewerkschaften daran schuld, daß der Staat Milliardensummen für sinnlose Subventionen, Politiker-Privilegien usw. aus dem Fenster wirft? Die Gewerkschaften haben auch das deutsche soziale Netz nicht wirklich geschaffen. Die Verbesserung von Sozialleistungen ging von der Politik aus, und zwar zu einer Zeit, als diese Sozialleistungen durch die vergleichsweise niedrige Arbeitslosenzahl noch relativ einfach finanzierbar waren. Was aber passiert, wenn es immer mehr Arbeitslose gibt, daran hat damals niemand gedacht. Genausowenig wie heute.
Die Krise wäre unter CDU-Herrschaft genauso gekommen, und tatsächlich hat sich ja zu Kohls Kanzler-Zeiten auch nichts gebessert, ganz im Gegenteil.
"Zuerst haette man eine Sonderwirtschaftszone und die Rahmenbedingungen fuer Investoren schaffen muessen, und eben nicht den Leuten das Geld zum Konsum in die Hand druecken, weil der kapitale Gegenwert dazu voellig fehlte."
Genau das hätte ich 1990 auch bevorzugt, und genau deshalb war ich damals auch gegen eine sofortige Wiedervereinigung. Man hätte zunächst einmal die Wirtschaft der DDR weitgehend an das Westniveau anpassen müssen.
"Der saechsische Ministerpraeside Georg Milbradt fordert deswegen zurecht, aber halt Lichtjahre zu spaet, ein Transparenz= und Offenlegungsgebot bezueglich Investitionen und Buchfuehrung ueber Transferzahlungen in die Ostfoerderung."
Interessant ist in dem Zusammenhang, daß die Geheimniskrämerei um die Machenschaften der "Treuhand" auch nach dem Regierungswechsel weiter betrieben wurde und wird. Das beweist wieder einmal, daß es letztendlich gar keine wesentliche Rolle spielt, welche Partei gerade an der Macht ist.
"1.) ... Im Klartext: Alte Schulden werden mit neuen bezahlt. Schluss damit. Und anschliessend die Steuern fuer alle radikal gesenkt."
Dem kann ich nur zustimmen.
"2.) Genau zwei Berufsgruppen haben sich diesen Staat gekrallt: Beamten und Juristen. Sie dominieren die drei Staatsgewalten und die Parlamente als parteiuebergreifend groesste Fraktion (im Bundestag so in etwa drei Viertel aller Abgeordneten). Schluss damit."
Auch Zustimmung.
"3.) Die drei Gewalten muessen geschliffen werden; jede Menge Ballast muss dort raus. Sie muessen dazu verdonnert werden, fuer das Allgemeinwohl notfalls zu kooperieren, anstatt alles nur zu blockieren."
Wieder Zustimmung.
"4.) Straffung der Justizgewalt und des gesamten sauteuren Gutachterzirkus. Bis auf wenige Ausnahmen Rueckabwicklung der grossen Strafrechtsreform von 1977. Natuerlich keine Todesstrafe, aber Uebernahme vieler Teile der amerikanischen Verhaeltnisse, weil viel billiger. Knacken des Feminats und Wiederherstellung der meisten Teile des Eherechts von vor 1977."
Nochmal Zustimmung.
"5.) Schaffung einer vierten Staatsgewalt, aber ohne das typisch deutsche Parteien= und Buerokratenbrimborium drumrum, und zwar eine Finanzgewalt, die genau zwei Aufgaben haette: Steuern zu erheben und den Staat mit Geld zu versorgen. Rechtliche Bei= oder Nebenordnung zur Bundesbank. Daher ersatzlose Abschaffung des Finanzministeriums und weiter Teile des Wirtschaftsministeriums. Festschreibung in der Verfassung eines Verbotes von Schuldenmacherei. Schulden duerfen nur noch kurzfristig gemacht werden..."
Das wäre sicher auch sinnvoll.
"6.) Knacken der Parteienmacht in saemtlichen Staatsorganen, die nicht direkt mit den Parlamenten zu tun haben."
Ja, aber wie am besten?
"7.) Die Gewerkschaften werden geschliffen, wie vor ueber 20 Jahren in England."
Das würde nur funktionieren, wenn der Staat ihre Rolle übernimmt. Dafür muß man aber erst einmal die Verfilzungen zwischen Politik und Wirtschaft abschaffen. Denn sonst wird die Regierung sich weiterhin vorrangig für die Großkonzerne einsetzen, mit dem Ergebnis, daß Stellenbewerber zunehmend die A-Karte haben werden.
"8.) Die Zahlungen an die EU werden mindestens halbiert. Offizielle Bruesseler Zahlen belegen, dass von jedem EU=Jahreshaushalt 25% bis 30% in dunklen Kanaelen versickern. Das sind fast nur Gelder aus Deutschland. Die EU=Kommission wird zur selben Transparenz verdonnert wie die Bundesregierung und muss sich kuenftig dem Votum der Waehler stellen."
Dem stimme ich wieder zu.
"Der Euro wird wieder abgeschafft und als notwendiges Fernziel festgeschrieben, wenn alle Teilnehmer die Voraussetzungen dafuer erfuellen. Eine stabile Mark, die laut Verfassung von talentlosen Politikern auch nicht mehr ueberschuldet werden kann, ist die beste Basis fuer eine gesunde Wirtschaft und ein dauerhaft stabiles, hohes Lohnniveau."
Das wäre Glücksspiel. Wenn man so eine gravierende Maßnahme einfach so wieder rückgängig macht, dann ist nicht vorhersehbar, was dabei am Ende herauskommt. Ich finde den Euro an sich nicht schlecht, mir hat nur überhaupt nicht gefallen, wie er gerade in Deutschland eingeführt wurde.
"Eine Einigung Europas ist unabdingbar, gerade angesichts der machtbesessenen USA und der erwachenden Weltmacht China, aber mir der jetzigen EU geht das nicht mehr."
Wenn man die EU wirklich reformieren würde, dann würde es schon gehen. Aber vermutlich hast du recht, denn der ganze Sumpf, der sich in der EU etabliert hat, läßt sich nicht so einfach umgestalten. Da kann man wohl wirklich nur den Geldhahn zudrehen und den Sumpf so radikal trocken legen. Dasselbe gilt allerdings auch für Deutschland...
"9.) Rechnungshoefe: Heute sind sie zahnlose Tiger, aber bis 1968 hatten sie das Recht zur Amtsanklage; korrupte Politiker und solche, die fahrlaessig mit den Staatsgeldern umgingen, konnte man vor Gericht bringen, was damals noch selten war. Dann aber hat die große Koalition die Rechnungshöfe geschliffen und ihnen das Recht auf Amtsanklage genommen."
Da stimmte ich dir auch zu. Das muß wieder geändert werden.
"10.) Unsere Politiker gehoeren zu den weltweit am besten alimentierten. Beschraenkung von Bezahlung und Altersversorgung auf das noetigste; und vor allem Transparenz."
Zusätzlich würde ich noch befürworten, daß ein Politiker, der sich der Korruption oder sonstiger Mißwirtschaft schuldig gemacht hat, sämtliche Pensionsansprüche automatisch verliert und mit seinem Privatvermögen für den angerichteten Schaden zu haften hat.
"11.) ... Granatenharte Durchsetzung der Schulpflicht auch bei uns; Schluss mit dem weichgespuelten Wischiwaschi und Bildung rein in die Dummschaedel; Dummheiten sind dort schon zu viele drin. Fuer die Erziehung ihrer Kinder werden Eltern kuenftig mehr als bisher haftbar gemacht (natuerlich unter Einbeziehung der Vaeter, der das wieder sein duerfen und auch sollen)."
Auch Zustimmung.
"12.) Ausweisung aller kriminellen Auslaender ohne Einlegung von Rechtsmitteln. Kein Beitritt der Tuerkei zur EU."
Wieder Zustimmung.
Das sind alles sinnvolle Vorschläge, aber auch wenn man es schaffen würde, das alles durchzusetzen, hätten wir langfristig immer noch wachsende Arbeitslosenzahlen. Okay, der Staat würde eine Menge Geld sparen, man könnte Steuern und auch Sozialabgaben deutlich senken, und das würde sich mit Sicherheit positiv auf die Binnennachfrage und damit auch auf die Wirtschaft auswirken. Vielleicht würde es sogar ausreichen, um die Arbeitslosenzahlen innerhalb weniger Jahre zu halbieren und erst in vielleicht 10-15 Jahren wieder auf die heutigen Arbeitslosenzahlen zu kommen. Aber dann stehen wir wieder vor demselben Problem, nur daß wir - vorausgesetzt, die Ergebnisse der Reformen bleiben dauerhaft erhalten - dann nichts mehr einsparen könnten. Was dann?
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Sterben die Deutschen aus? -
Andreas,
05.04.2004, 19:13
- Re: Sterben die Deutschen aus? -
MeckMax,
06.04.2004, 01:25
- Jammern auf hohem Niveau ! -
CnndrBrbr,
06.04.2004, 12:02
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
06.04.2004, 12:27
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
06.04.2004, 14:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
06.04.2004, 16:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
06.04.2004, 19:27
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
07.04.2004, 11:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
07.04.2004, 17:06
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
carlos,
07.04.2004, 21:29
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Expatriate,
08.04.2004, 11:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! - Garfield, 08.04.2004, 14:04
- Es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen... -
Jens,
08.04.2004, 18:58
- Re: Es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen... - Garfield, 08.04.2004, 19:40
- Re: Es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen... -
Sven74,
08.04.2004, 19:56
- Re: Es gibt Möglichkeiten, das zu umgehen... - Jens, 09.04.2004, 17:28
- Re: Es gibt M&39939;lichkeiten, das zu umgehen... -
carlos,
10.04.2004, 21:17
- Re: Es gibt M&39939;lichkeiten, das zu umgehen... - Jens, 12.04.2004, 02:20
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
carlos,
10.04.2004, 21:10
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! - Expatriate, 11.04.2004, 13:20
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
08.04.2004, 12:42
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! - carlos, 10.04.2004, 21:09
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
08.04.2004, 13:44
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
carlos,
10.04.2004, 21:01
- Aktienplan ist Unsinn.... -
Rüdiger,
12.04.2004, 19:41
- ist teilweise Unsinn! -
Der Bachelor,
12.04.2004, 23:44
- Pokemon... -
Pokemon,
13.04.2004, 00:13
- Was denkst du auch nicht? n/t -
Der Bachelor,
13.04.2004, 01:52
- Re: Was denkst du auch nicht? n/t - Pokemon, 13.04.2004, 19:06
- Was denkst du auch nicht? n/t -
Der Bachelor,
13.04.2004, 01:52
- Pokemon... -
Pokemon,
13.04.2004, 00:13
- Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... -
Nick,
13.04.2004, 00:43
- Re: Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... -
Jens,
13.04.2004, 12:25
- Re: Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... -
Garfield,
13.04.2004, 19:51
- Re: Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... - Jens, 13.04.2004, 22:21
- Re: Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... -
Garfield,
13.04.2004, 19:51
- Re: Nicht nur der Aktienplan ist Unsinn.... -
Jens,
13.04.2004, 12:25
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... -
terVara,
13.04.2004, 22:55
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... -
Rüdiger,
14.04.2004, 02:17
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... - terVara, 14.04.2004, 03:49
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... -
Der Bachelor,
14.04.2004, 16:34
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... - Rüdiger, 15.04.2004, 02:42
- Re: Aktienplan ist sinnvoll.... -
Rüdiger,
14.04.2004, 02:17
- ist teilweise Unsinn! -
Der Bachelor,
12.04.2004, 23:44
- @Carlos - Garfield, 13.04.2004, 18:04
- Aktienplan ist Unsinn.... -
Rüdiger,
12.04.2004, 19:41
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
carlos,
10.04.2004, 21:01
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Expatriate,
08.04.2004, 11:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
carlos,
07.04.2004, 21:29
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
07.04.2004, 17:06
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
07.04.2004, 11:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
06.04.2004, 19:27
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
06.04.2004, 16:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Garfield,
06.04.2004, 14:39
- Re: Jammern auf hohem Niveau ! -
Emmalein,
06.04.2004, 12:27
- Jammern auf hohem Niveau ! -
CnndrBrbr,
06.04.2004, 12:02
- Re: Sterben die Deutschen aus? -
MeckMax,
06.04.2004, 01:25