Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Jammern auf hohem Niveau !

carlos, Wednesday, 07.04.2004, 21:29 (vor 7975 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Jammern auf hohem Niveau ! von Garfield am 07. April 2004 14:06:59:

Servus Garfield!

Ich mische mich einfach einmal in die Debatte, und wenn der famose Joerg mich wieder loeschen will, dann soll er halt.

*"Manchmal glaube ich, dass der Zusammenbruch des Sozialismus aus einem Grund bedauerlich ist: Er fördert weltweit ein Raubrittertum, das sich hinter Begriffen wie "Marktanpassung", "Globalisierung" und "weltweite Konkurrenz" versteckt, bei dem sich aber Konzernchefs bei feindlichen Übernahmen und Politiker mit Sondervergünstigungen wunderbar selbst bedienen, ohne dass auch nur ein Wähler oder ein Aktionär was dagegen unternehmen kann."
Das macht mir eben auch große Sorgen. Zur Zeit des Kalten Krieges waren die Politiker im Westen viel mehr daran interessiert, daß der Lebensstandard der Bevölkerung relativ hoch blieb, um im Wettstreit mit dem sozialistischen Lager gut dazustehen. Man wollte, daß die Menschen sowas wie Sozialismus für überflüssig halten, da doch auch im Kapitalismus die soziale Absicherung bestens funktioniert. Übersehen wurde dabei, daß das System in der Bundesrepublik ja auch nie der reine, pure Kapitalismus war, sondern eben eine soziale Marktwirtschaft, also eine Mischung aus Kapitalismus und Sozialismus. Auch das DDR-System war letztendlich so eine Mischung, nur daß dort der Schwerpunkt auf den sozialen Bereich gelegt wurde.
Jetzt, wo es kein sozialistischen Lager mehr gibt, ist dieser Wettstreit überflüssig geworden, und so glaubt man nun, wieder zur kapitalistischen Tagesordnung übergehen zu können, indem man nach und nach das deutsche Sozialsystem demontiert und den blanken, puren Kapitalismus des 19. Jahrhunderts einführt. Das nützt letztendlich nur den Großkonzernen, die so noch den fetten Reibach einfahren können, bevor der deutsche Binnenmarkt so tot ist, daß sie sich hier ganz zurück ziehen. Für die ist Deutschland nur ein Markt von vielen. Und die A-Karte haben dann diejenigen, die nicht so einfach anderswo hingehen können - eben viele mittlere und kleine Unternehmen und all die einfachen Leute.*

Der Zusammenbruch des Sozialismus war ein Segen; niemandem moechte ich je gestatten, dass er sich meinen Kopf zerbricht: Das will ich gefaelligst selber tun. Die Tatsache, dass es uns heute gesamtdeutsch schlecht geht, liegt an der vergeigten und verkorksten Wiedervereinigung und an den Fehlern, die Westdeutschland so in etwa ab der Zeit unter Willy Brandt gemacht hat. Und daran kranken wir noch heute. Sein Motto war eine Art sanfter Sozialismus, der all denjenigen Leuten, die zu faul und zu bequem waren, selber ueber das eigene Nasenspitzl hinaus zu denken, sehr in den Kram gepasst hat. Und weil diese Leute so viele waren, die vergessen durften, dass sie im Grunde schon immer auch fuer sich selber zustaendig waren, liebten alle Onkel Willy. Der gute Brandt hat den Leuten die aberwitzigsten Versprechen gemacht, die oeffentliche Verwaltung in nie gekanntem Masse aufgeblaeht und bei all dem die solide Bezahlung vergessen; ganz im Gegenteil: Den einzigen guten Mann in seiner Truppe, Karl Schiller, hat er systematisch rausgeekelt, weil der die unsolide Schuldenmacherei nicht mittragen wollte. Wirtschaftspolitik, Finanzmathematik waren so einige Begriffe, die Herr Frahm regelrecht hasste. Im Laufe der vielen Jahre und unter Willys Nachfolgern wurden die Steuern und Sozialabgaben munter immer weiter erhoeht. Klar doch: Irgendwie mussten die krummen Stories aus dem Maerchenland ja zum mindesten halbwegs bezahlt werden. Und die Gelder, die man schon lange nicht mehr hatte, druckte man sich ueber die Jahre hinweg eben vermehrt in Form von Staatsschulden. Die damaligen Schulden sind uns gar treulich erhalten geblieben, das haben Schulden so an sich, wenn man sie nicht zurueckzahlt, und zudem hat man bis dato weiter kraeftig draufgesattelt, auch deswegen, weil ein dicker Herr Kohl aus der Pfalz in seinem Abiturszeugnis in Mathe einen Fuenfer stehen hatte und nicht rechnen konnte, danach 18 Semester Geschichte studiert hatte, angesichts dieser zu knapp bemessenen Zeitspanne aber keine Promotion mehr dranhaengen konnte (den Dr. h.c. bekam er irgendwo einmal nachgeschmissen...) und dann 16 Jahre lang als unser aller Bumskanzler saemtliche Probleme dieses Landes unter seinen ausladenden Gesaessbacken platt gesessen hatte. Die Schulden werden also auch bis zur faktischen Staatspleite noch lustig weiter steigen; ein bisserl Geduld, wenn ich bitten darf, wir haben es ja bald geschafft. Und keine gekuenstelte Aufregung: Die Mehrheit hierzulande hat uns die Leute immer wieder gewaehlt und, selbst schuld, ihnen ihre Luegen geglaubt.
Heute ist es aber so, dass sich die Multis samt ihren Bilanzen schon laengst wo anders hin verduennisiert haben. Und jetzt erodiert so nach und nach auch die mittelstaendische Basis: Entweder findet auch die den Weg nach China =darauf komme ich gleich zu sprechen= oder sie wird in die Pleite gedrueckt. Schliesslich haben vor etwa zwei Jahren die Oberspezialisten vom Bundesfinanzhof ein hoechstrichterliches Urteil gefaellt, demzufolge es rechtens sei, wenn man jemandem per Gesamtsteuerlast mehr als 65% seines Einkommens wegsteuert. Klasse, Respekt habe ich da ausgerufen, und noch mehr von diesen Spezialisten braucht das Land, damit noch mehr Mittelstaendler sich freudig auf nach China machen duerfen. Auch ein Vollidiot erkennt, dass dieses Urteil den Boden jeder Besteuerung schon laengst verlassen hat: Besser nennt man es eine teilweise, staatliche, sozialistische Enteignung.
Als Ausgleich dafuer feiern die lieben Deutschen immer noch unisono die Geburtstage von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, anstatt auf deren Graeber zu pissen.

*"Die Frage ist: Wie willst Du eine solche Existenzsicherung für alle finanzieren?"
Das ist eine sehr berechtigte Frage. Das müßte man echt mal durchrechnen. Man muß aber dabei auch sehen, daß im Gegenzug ja nahezu das gesamte jetzige Sozialsystem überflüssig wäre und man da einiges einsparen könnte.*

Oja, oja, lieber Garfield das ist wirklich eine sehr berechtigte Frage... Und durchrechnen muesste man das wirklich sehr genau... Vor allem all die ueberfluessigen, schoenen Behoerden samt ihren verbeamteten Insassen: Die lachen sich was! Beamten sind nicht kuendbar! Und du willst doch gerade die Arbeitslosgkeit senken, Garfield, oder habe ich das falsch verstanden? Im uebrigen: Gegen einen Behoerdenkahlschlag quer durchs Land haette ich gar nix einzuwenden...

*Sozialhilfe würde z.B. entfallen, und auch Arbeitslosengeld und staatliche Renten. Auch die dazu nötigen Behörden würden wegfallen. Man bräuchte nur noch eine relativ kleine Behörde, die sicherstellt, daß jeder Bürger diese Zahlung wirklich nur einmal bekommt.*

Eine relativ kleine Behoerde also, die 80 Millionen Leute mit Staatsknete versorgt und das auch noch *sicherstellen* soll, damit sich ja niemand bereichert... Das gab es nicht einmal in der DDR... Haarstraeubend...

*Man muß dabei auch bedenken, daß sowohl Produktion als auch Dienstleistungen zunehmend automatisiert ohne menschliche Arbeitskräfte ablaufen. Letztendlich bedeutet das, daß ein Teil des Gewinnes, der durch die menschliche Arbeitskraft erwirtschaftet wurde, in Maschinen investiert wird, daß die Menschen zunehmend aus dem Berufsleben ausgeschlossen werden und dann letztendlich von der Arbeit der Maschinen, die sie selbst mit erarbeitet haben, nichts heraus bekommen...*

Moooment, sie haben ihren Lohn dafuer bekommen. Sie wollen mehr verdienen? Mit einer 30-Stundenwoche ist das halt nicht hinzukriegen. Dann los gehts und sich den Arsch aufgerissen...! Du willst selbst Anteile an Unternehmen haben, aber Dein eigenes Risiko minimieren? Dann kauf Dir Aktien, und Dir gehoert solch ein Riesenunternehemn mit! Wenn du es gut anstellst, dann kannst du gutes Geld verdienen. Wenn nicht, dann halt nicht...

*...Was spricht dagegen, Betriebe, die nur oder überwiegend Maschinen einsetzen, dann auch stärker zu besteuern? Denkbar wären auch andere Möglichkeiten - z.B. vollautomatische staatliche Betriebe, die ihre Produkte zu üblichen Marktpreisen verkaufen und dabei Gewinne erwirtschaften, die dann mit für diese Zahlungen zur Lebensunterhaltssicherung verwendet werden. Wie auch immer: Es ist wichtig, das System so umzubauen, daß die Automatisierung der Bevölkerung Nutzen bringt und keinen Schaden.*

Nein. Dagegen spricht nix. Bis auf die betroffenen Unternehmen. Auch die machen halt pleite oder gehen nach China. Nur mal so nebenbei: Wer soll diese *vollautomatischen Betriebe* denn aufbauen? Wer leiten? Warum du und nicht ich? Wer soll die entwickeln? Brauchen wir zu deren Ueberwachung auch nur eine klitzekleine staatliche Behoerde oder eine bisserl groessere? Wer setzt die Preise fuer deren Produkte oder Dienstleistungen fest, vor allem dann, wen man sich bei den Kosten verkalkuliert hat? Was macht man, wenn die Sachen jetzt keiner will oder bezahlen kann? Was macht man, wenn die Geschichte so einigen Leuten zu dumm wird und sie in die USA abwandern? Erklaeren wir den USA dann den Krieg? Oder nur den Wirtschaftskrieg? Nein, Garfield: Die Kacke hattet ihr schon einmal hinter der Mauer; zum mindesten der alte carlos hier im Westen will sie nicht haben. Ich denke und arbeite lieber fuer mich selbst. Und wenn ihr partout wollt, und du genuegend Gleichgesinnte und Ostalgiker findest, dann bau sie Dir wieder auf, die Mauer, die hochautomatisierten Staatsbetriebe und deine Geldverteilungsbehoerde...

*Außerdem hätten Menschen so mehr Möglichkeiten, ehrenamtliche Tätigkeiten zu übernehmen. Jetzt können viele Menschen das gar nicht, weil sie nun einmal für ihren Lebensunterhalt auf Vollzeit arbeiten müssen und dadurch keine Zeit mehr für irgendwelche ehrenamtlichen Tätigkeiten haben.*

Aha. Waehrend die Maschinen in Deinen vollautomatischen Staatsbetrieben also von ganz alleine die Gelder fuer die Geldverteilungsbehoerde und unseren Lebensunterhalt erwirtschaften, haben wir alle mehr Zeit fuer Ehrenaemter...

*Ich sehe jedenfalls keine andere Möglichkeit, um die vorhandenen Erwerbsmöglichkeiten auf alle zu verteilen.*

Wie gesagt: Ich lasse mir von keinem vorschreiben, wieviel ich arbeiten darf und wieviel nicht. Das entscheide ich selbst.

*Der jetzige Kurs läuft darauf hinaus, die Menschen, die keine Erwerbsmöglichkeiten mehr finden, dann eben ins soziale Abseits zu drängen. Da das immer mehr Menschen betreffen wird, wird das jetzige soziale Netz bald überlastet sein und dann auch bald nicht mehr existieren. So sinkt die Kaufkraft immer weiter, der deutsche Markt wird dadurch immer uninteressanter, die Wirtschaft wandert zunehmend aus, Armut und Kriminalität steigen immer weiter an, und irgendwann werden wir die Situation haben, daß sich die jetzige bürgerliche Gesellschaft in einige Städte zurückziehen und sich dort von der Außenwelt abschotten wird, während draußen das Chaos ausbricht. In den USA gibt es schon bewachte Wohnsiedlungen für Besserverdienende.*

Der jetzige Kurs laeuft schon lange, schon seit ueber 30 Jahren darauf hinaus, dass immer mehr Leute ihr eigenstaendiges Denken an den Nagel neben der Eingangstuer zu diesem Staat abgehaengt haben; der gute Herbert Frahm hatte sie ja schliesslich seinerzeit dazu ermuntert. Dass die Welt sich permanent veraendert, ist allein die Schuld der boesen Welt, aber nicht die von Herrn Frahms Nagel... Es ist voellig normal, wenn ganze Zivilisationen im selbstverschuldeten Orkus verschwinden; das hat es immer schon gegeben. Merke: Nicht ein Arbeitsplatz wird geschaffen, wenn man glaubt, man muesse dem boesen Besserverdienenden von nebenan was wegnehmen. Das haben schon DDR und Co. vergeblich versucht.

*"Wenn die Arbeitsplätze alle ins Ausland verlagert werden, gibt es aber ein Problem, das so nicht gelöst werden kann: Das des Absatzmarktes. Teure Produkte müssen auch verkauft werden."
Das ist kein Problem. Wenn man teure Produkte nicht loswird, bietet man eben billige Produkte an. In China können die großen Automobilhersteller z.B. Autos für wenige tausend Euro verkaufen. Der Grund dafür sind keineswegs die niedrigeren Lohnkosten (die Produktion ist dort auch schon stark automatisiert), sondern die Tatsache, daß diese Autos dann eben keine aufwändige Ausstattung haben. Da hat man nicht Airbags, ABS, ESP, Klimaanlage usw. gleich serienmäßig mit drin und muß das also alles nicht zwangsläufig mit bezahlen.
Nun ist die Frage, wieso die Wirtschaft das in Deutschland nicht tut. Der Smart beispielsweise war im Prinzip keine schlechte Idee. Leider ist er nur weit überteuert. Begründet werden die hohen Preise in Deutschland häufig damit, daß die Kunden hier halt höhere Ansprüche hätten und daß man billige Produkte nicht loswerden würde.*

Der Smart war und ist ein ueberteuerter, technischer Rohrkrepierer; er muss in einem Atemzug mit der kompletten C=Klasse von Mercedes, Toll=Collect und dem eigenhaendig versauten Transrapid=Geschaeft in China (gut 1000 Kilometer, von Peking nach Shanghai) genannt werden. Und zu China und zur Binnennachfrage komme ich sofort.

*Das ist aber Unsinn. Tatsächlich ist es so, daß die Wirtschaft häufig gar keine billigen Produkte anbieten möchte. Die Autohersteller könnten ja z.B. auch von jedem Modell eine absolute Billigvariante anbieten, die nur die allernötigste Ausstattung hat. Der Kunde könnte dann alles, was er zusätzlich noch möchte, als Extras dazu bestellen. Man könnte dann trotzdem damit werben, daß so ein Modell dann inklusive Klimaanlage usw. nur 14999 Euro kostet.
Das will die Wirtschaft aber gar nicht. Denn je mehr man verkauft, umso höher fällt der Gewinn aus.*

Auweia, ist das aber ein Bloedsinn: Du kannst so viel verkaufen, wie Du willst, aber trotzdem keine Gewinne machen und pleite gehen, wenn Dich die Kosten erdruecken. Garfield, Garfield...

*Wenn man nicht nur ein simples Auto, sondern ein Auto mit diversen Extras verkauft, fällt der Gewinn eben auch höher aus. Die Unternehmen haben es in Deutschland erfolgreich geschafft, hochwertige Autos am Markt zu etablieren. Wenn nun ein Unternehmen plötzlich ein Automodell ohne irgendwelche Extras herausbringt, dann muß es gerade angesichts der sinkenden Einkommen damit rechnen, daß viele Kunden sich dafür entscheiden werden und daß die Modelle mit hochwertiger Ausstattung entsprechend weniger gekauft werden. Damit sinkt der Gewinn pro Stück. Also löst man das Problem lieber durch Ratenzahlungen und sorgt ansonsten dafür, daß die Autos auch ja nicht zu billig ausgestattet werden.
In China sieht das ganz anders aus. Dort wächst der Markt noch, und die Menschen haben noch vergleichsweise niedrige Einkommen. Man kann dort zwar durchaus auch Luxusprodukte absetzen, aber es gibt eben sehr viele Menschen mit niedrigen Einkommen, und da muß man eben auch billige Produkte anbieten. Genau wie man das in Deutschland nach dem Krieg getan hat. Der VW Käfer beispielsweise war ja auch alles andere als ein Luxusgefährt. Wenn man die Chinesen aber erstmal soweit hat, daß sie massenweise hochwertige Autos kaufen, dann werden die billigen Modelle ganz schnell verschwinden. Nicht nur, weil die Kunden das so wollen, sondern viel mehr, weil die Hersteller das so möchten.*

Garfield, Garfield... Warst du in der DDR *Finanz*minister? Bitte sei mir nicht boese, aber wenn ich das hier so lese, dann wundert mich nix mehr; weder dass die DDR zusammengekracht ist, noch dass im Osten nix weitergeht. Und jetzt zu China: Ich weiss ja ehrlich nicht, wie du zu so viel haarstraeubendem Bloedsinn kommst: In China gibt es mittlerweile mehr Millionaere als in Deutschland (ohne jetzt in Bezug auf die 1,xy Milliarden Leute zu rechnen), Chinas Staedte sind voll von hochwertigen Autos. VW Shanghai und Audi verkaufen in China mehr als in Deutschland, und zwar ist der momentane Renner ein Passat=Modell, das es bei uns nicht gibt: Dieses Auto hat alle technischen Ausstattungen, und zwar serienmaessig. Nagelneue Luxus=BMW, Luxus=Mercedes sieht man mittlerweile in riesigen Mengen, und die Technik der Autos ist identisch mit der in den hiesigen. Ich selber bin jedes Jahr mindestens einmal in China und koennte dir endlos weiter erzaehlen. Glaub mir, Garfield, die Chinesen sind keine Idioten, und sie sind schon *so weit*: Sie kaufen *massenweise hochwertige* Autos! Wenn das, sagen wir, noch fuenf Jahre so weiter geht, hier wie dort, dann ist China der Weltmarkt Nummer eins und Deutschland eine feministische, mit ueberfluessigen Behoerden und Vorschriften verseuchte Bananen= und Erbsenzaehlerrepublik geworden. Es tut mir leid, Garfield, und ich meine es auch nicht persoenlich boese, aber von China hast Du ueberhaupt keinen Schimmer.
Stichwort billige Produkte: Bevor ich gar nichts verkaufen koennte oder gar in die Pleite muesste, wuerde ich auch billige Produkte verkaufen. Alles andere ist Unsinn.

*"Aber man kann nicht immer wieder neue Unternehmensgründungen finanzieren, so etwas kostet auch Geld."
Das kommt darauf an, wie man es aufzieht. Natürlich hat man immer Kosten, aber wenn ein Markt ein hohes Wachstumspotenzial hat, dann hat man diese Kosten schnell wieder raus und macht dann gute Gewinne. Auf einem Markt mit geringem Wachstumspotenzial sieht das anders aus.*

Schon wieder falsch, Garfield, das ist Gespinst aus der sozialistischen Mottenkiste, und andersrum wird der Schuh draus: Erst dann, wenn ein Unternehmer ein gutes Umfeld hat, kann er auch investieren. Erst dann entstehen gute Arbeitsplaetze. Und erst dann kann eine gute Binnennachfrage auch ein gute Binnenkonjunktur sichern. Im Klartext: Hochqualifizierte Arbeitsplätze sind die Konsequenz erfolgreicher Investitionen, nicht aber deren Voraussetzung. Wenn jemand investiert, um vorrangig Arbeitsplaetze zu schaffen, dann kann er den Gang zum Konkursrichter auch sofort antreten. Investiert wird vorrangig, um Gewinne zu erwirtschaften; erst spaeter kommen Arbeitsplaetze dazu. Alles andere ist Marx und Murx. Und den hattet ihr ja schon einmal.
carlos


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