Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Jammern auf hohem Niveau !

Garfield, Thursday, 08.04.2004, 14:04 (vor 7974 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Jammern auf hohem Niveau ! von Expatriate am 08. April 2004 08:39:21:

Hallo Expatriate!

Die Technologiefeindlichkeit in Deutschland macht mir auch große Sorgen. Es gibt ja noch viel mehr Beispiele für Technologien die in Deutschland, teilweise mit deutschen Steuergeldern, entwickelt wurden und mit denen dann ausländische Unternehmen große Gewinne eingefahren haben, weil sich in Deutschland leider niemand Einsatzmöglichkeiten dafür vorstellen konnte. Z.B. auch LCD-Bildschirme.

Übrigens scheint es da auch keinen wesentlichen Unterschied zwischen der DDR und der Bundesrepublik gegeben zu haben. Das Prinzip der Quartz-Uhr beispielsweise wurde in der DDR entwickelt, aber die ersten Quartz-Uhren wurden dann von japanischen Unternehmen verkauft, soviel ich weiß, und in der DDR gab es erst Mitte der 80er Jahre die ersten Quartz-Uhren zu kaufen.

Manche Wirtschaftsexperten führen das auf andere Führungsstrukturen in Japan und anderen asiatischen Ländern zurück. Es soll dort so sein, daß die Top-Manager zwar wie in Deutschland üblicherweise auch eher den älteren Jahrgängen angehören, daß sie aber im Gegensatz zu deutschen Top-Managern nicht darauf bestehen, alles Wesentliche selbst zu entscheiden, sondern viele Entscheidungen an jüngere Manager in den unteren Hierarchie-Ebenen weiter delegieren. Jüngere Menschen sind oft risikofreudiger und weniger bestrebt, am Althergebrachten festzuhalten.

So manches deutsche Unternehmen ist auch keineswegs durch die hohen deutschen Lohnkosten untergegangen, sondern viel mehr daran, daß man zu lange an veralteter Technologie festgehalten hat. Der Mißerfolg der Fernsehproduktion von Grundig beispielsweise wird vor allem darauf zurück geführt, daß das Unternehmen weiterhin stur auf die Bildröhre gesetzt und neue Technologien ignoriert hat. Auch bei Loewe soll es ähnliche Probleme gegeben haben.

Deutschland hat momentan beispielsweise eine gute Grundlage für die breite Anwendung von Brennstoffzellen. Das weltweit erste U-Boot mit Brennstoffzellenantrieb hat die Bundesmarine längst in Fahrt. Ansonsten tut sich da leider wieder nicht viel, und wahrscheinlich wird auch wieder ein asiatisches Unternehmen letztendlich das große Geschäft mit Brennstoffzellen machen.

Es ist echt zum Heulen...

Freundliche Grüße
von Garfield


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