Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Jammern auf hohem Niveau !

Emmalein, Wednesday, 07.04.2004, 11:39 (vor 7975 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Jammern auf hohem Niveau ! von Garfield am 06. April 2004 16:27:34:

Hi, Garfield,

gut, die Sache mit dem ersten Mai und das mit dem Studieren für Ärmere hab ich nicht bedacht. Allerdings gibt es den labour day auch in Grossbritannien (wenn auch nicht am ersten Mai), und wer absolut kein Geld für die Studiengebühren hat, kann zinsgünstige Darlehn von den Banken bekommen. Das bedeutet zwar eine hohe Verschuldung, aber es ist nicht so, dass in Grossbritannien nur Reiche studieren können. Das wollte ich mal klarstellen. Ich war mal in Oxford, da hat man mich irrigerweise für eine sich bewerbende Studentin gehalten (ich habe mich sehr geschmeichelt gefühlt, dass man mir so etwas zutraut!), und da wurde mir das gesagt, als ich sagte, ich würde ja wahnsinnig gern in Oxford studieren, hätte dafür aber kein Geld.

Die von Dir erkannte Widersprüchlichkeit erklärt sich aus der nationalsozialistischen Ideologie der Volksgemeinschaft, in der jedes Volk als Teil einer Rasse gegen andere Rassen kämpft. Das bedeutet Solidarität nach innen, Kampf und Ausrottung nach aussen. Juden waren der Erzfeind, die Gegenrasse zur arischen, die nur ein Ziel hatte: Die arische Rasse zu vernichten. In der nationalsozialistischen Ideologie war also die Vernichtung der Juden eine Art Präventivschlag.
(Vielleicht rührt daher meine Abneigung gegenüber allzu einfachen Lösungen, z. B. der Konstruktion einer feministischen Weltverschwörung oder eines heute noch auf westlichem Boden existierenden Patriarchiats - so ein Schwarz-Weiss-Denken führt meist zur Vernichtung des als schwarz gesehenen "Gegners" und konstruiert Gegnerschaften, die gar nicht vorhanden sind.)

Manchmal glaube ich, dass der Zusammenbruch des Sozialismus aus einem Grund bedauerlich ist: Er fördert weltweit ein Raubrittertum, das sich hinter Begriffen wie "Marktanpassung", "Globalisierung" und "weltweite Konkurrenz" versteckt, bei dem sich aber Konzernchefs bei feindlichen Übernahmen und Politiker mit Sondervergünstigungen wunderbar selbst bedienen, ohne dass auch nur ein Wähler oder ein Aktionär was dagegen unternehmen kann.

Nun ja, wenn man das Ford-Modell übernimmt, hat man gleich Arbeitsplätze und Kundschaft in einem geschaffen.. Ich weiss zwar nicht, ob das in allen Branchen funktioniert, aber es könnte ein Ansatz sein.

Die Frage ist: Wie willst Du eine solche Existenzsicherung für alle finanzieren? Woher soll der Gegenwert stammen? Wer soll den erwirtschaften und wie? Ich glaube, dass ein solches MOdell, wie Du es vorschlägst, darum in der Praxis nicht funktioniert. Denn die, die dann so blöd sind und noch arbeiten, müssten ja enorme steuerliche Einbusse für ihre Tätigkeit in Kauf nehmen. Glaubst Du, da macht noch einer einen Handschlag? DA bin ich, ehrlich gesagt, eher skeptisch.

Wenn die Arbeitsplätze alle ins Ausland verlagert werden, gibt es aber ein Problem, das so nicht gelöst werden kann: Das des Absatzmarktes. Teure Produkte müssen auch verkauft werden. Und wenn sich wegen der niedrigeren Löhne in Indien keiner die teuren PCs leisten kann und hier alle Arbeitslos sind, müssen dann die Preise sinken. DAnn haben wir aber wieder ein ähnliches Lohn-Preis-Verhältnis wie zur Zeit in D. Eine Verlagerung ins Ausland löst also die Probleme nur bei einer äusserst kurzsichtigen Denkweise, es sei denn, das Kapital wandert und wandert und wandert.. Aber man kann nicht immer wieder neue Unternehmensgründungen finanzieren, so etwas kostet auch Geld.

Sollten sich Frauen an die betreffenden Absprachen nicht halten können oder wollen, gibt es ja immer noch die Möglichkeit für Männer, mit KOndomen zu arbeiten. Und auf die Kondome immer schön aufzupassen. (Wobei es wirklich leichter ist, eine Schwangerschaft zu bekommen - viele Männer sprechen bei Kurzzeitbeziehungen oder ONS das Problem Verhütung gar nicht an, also,wem es nur um ein Kind geht, wie es ja bei diesen Frauen der Fall zu sein scheint, der kann locker mit irgendwem ins Bett gehen und sich nur einen AIDS-Test zeigen lassen. Nach meiner Erfahrung gibt es kaum Männer, die Verhütungsmittel dabei haben bei Touren oder die sich um das Thema bei Kurzzeitsachen überhaupt Gedanken machen - ich hatte immer die Kondome dabei, die Typen meist nicht).

Wenn man dieses Stäbchen so deutlich fühlt, nervt das dann nicht auch beim Sex? Also deswegen ist das dann ja auch problematisch, wenn das KOndom auch als so störend empfunden wird.

Es grüsst
das Emmalein


gesamter Thread:

 

powered by my little forum