Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Genderismus versus Gender-Mainstreaming (Begriffsverwirrung)

1xPoster, Tuesday, 27.07.2010, 00:44 (vor 5648 Tagen) @ Mus Lim

Die Übersetzung "einen geschlechtersensiblen Blickwinkel in das politische
Handeln einbringen" ist aber problematisch, weil das neutral danach klingt,
dass "geschlechtersensibel" Interessen von Männern und Frauen
Berücksichtigung finden sollen. Dem ist aber gar nicht so. Nach der
Ideologie des Genderismus ist die Abschaffung des Männlichen und des
Weiblichen das Ziel.

Nein!

Gender Mainstreaming bedeutet eine Berücksichtigung von als "spezifisch männlich oder weiblich" bezeichneten Interessen durch die Politik. GM ist damit konstruktivistisch, weil es Identitäten konstruiert, die durch vermeintliche Geschlechtsinteressen tatsächlich Verhalteen für Individuen normieren sollen. GM versucht, Individuen in Rollenkorsetts zu zwingen, in welchen die Politik sie sodann verwalten will. GM produziert männliche und weibliche Identitäten, so wie z.B. religiöse Lehrmeinungen, nur miesepetriger.

GM steht damit im stärksten Widerspruch zur dekonstruktivistischen Gender-Theorie (bspw. vertreten von Butler), die gerade den Repräsentations- und Verwaltungsanspruch der Politik dadurch zerstören möchte, dass sie diese scheinbar eindeutigen Charakteristika als Konstruktionen entlarvt.

Genderismus ist eine Schöpfung, die scheinbar nur in Männerforen auftaucht, von Leuten, die nicht begriffen haben, dass Gender & Gender Mainstreaming tatsächlich auf ganz unterschiedliche Konzepte verweisen, und ihre Unkenntnis über die Debatten um die Widersprüche hinter den Begriffen durch eine Gleichsetzung wegzuerklären versuchen.


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