Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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nochmals eine Frage an susu

Der Eman(n)ze, Saturday, 07.02.2004, 19:19 (vor 8035 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Geschlechterrollen von susu am 07. Februar 2004 16:14:51:

Hi susu, bitte verzeih mir, falls ich die Frage früher schon gestellt habe.

Ich verstehe angesichts Deiner Sichtweisen nicht, wieso Du Dich selbst gelegentlich als Feministi bezeichnest.

Handelt es sich dabei nicht um eine jener semantischen Fallen, vor der Du immer warnst?

Es ist paradox, als konsequentes Vertreterli des Poststrukturialismus sich selbst einen semantisch nicht geschlechtsneutralen Titel zu verleihen. Geschlechtsneutral magst zwar Du als Person sein, nicht jedoch Deine unter fem verfaßten Darlegungen.

Die Vorsilbe fem bedeutet ohne wenn und aber "das weibliche betreffend", ganz gleich, um welche Art der zahlreichen "weiblichen" Geschlechtsdefinitionen es sich dabei handelt. Deine Thesen bezüglich Geschlechtsneutralität führst Du damit ad absurdum. fem[...] drückt allen Deinen Äußerungen einen mächtigen Stempel auf - ob Du es willst oder nicht.

Mich wundert sehr, daß Du Dein persönliches Bemühen um Geschlechtsneutralität - vor allem Deine interessanten grammatikalischen Konstruktionen - durch die Verwendung von fem[...] in Bezug auf Deine Ansichten zunichte machst.

Besonders schade daran finde ich, daß Du durch fem[...] (genauso, wie es durch masku[..] der Fall wäre) Deine Darlegungen nur für ein begrenztes Publikum interessant erscheinen läßt. Wer für eine geschlechts-unabhängige, individuelle Selbstfindung jedes einzelnen eintritt und dies unter der Überschrift oder unter der Bezeichnung fem[...] (oder meinetwegen auch masku[...]) tut, erscheint unglaubwürdig.

Die Verwendung von fem mit historischen Verknüpfungen rechtfertigen zu wollen, ist blauäugig. Wir leben im hier und jetzt.


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