Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Plädoyer für die völlige Anerkennung von Pornographie und Prostitution

Xenia, Tuesday, 09.09.2003, 17:53 (vor 8184 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Plädoyer für die völlige Anerkennung von Pornographie und Prostitution von Lars am 02. September 2003 22:38:28:

Hallo, Lars

Ist der gute Ruf der Männer gleichbedeutend mit der totalen Legalisierung von Prostitution und Pornographie?
Xenia

Also ehrlich gesagt: Ich bin in der Tat für die totale Legalisierung von Pornographie und Prostitution, mit schriftlichen Arbeitsverträgen, Sozialversicherung, regelmäßige Kontrolle der Firmen durch Polizei, Arbeitsgericht und Gesundheitsbehörde und allen drum und dran (demenstprechend auch ohne Zuhälter und Menschenhändler!).

Sehr gut, dafür bin ich auch.

Die Kritik von Feministinnen an den ARBEITSBEDINGUNGEN in diesem Bereich, so wie sie sich traditionell darstellen, teile ich. Allerdings sind diese Arbeitsbedingungen doch Folge dessen, daß dieser Bereich traditionell "anrüchig" und halb-legal ist und DESHALB Gangster-Typen und in Schwierigkeiten steckende Frauen (Drogen, keine Arbeitserlaubnis ect.) anzieht. (Ich würde hier analog zur Frage der Drogen-Freigabe argumentieren: Der Staat hat traditionell die Drogenkonsumenten in die Halbwelt getrieben und damit in fielen Fällen aus dem Drogenkosum überhaupt erst eine DrogenPROBLEMATIK gemacht.)

Du hast recht, aber warum ist es anrüchig? Warum haben auch gerade die Freier mitgeholfen, Prostitution als anrüchig zu definieren? Warum diese Doppelmoral?

Die Kritik der Feministinnen an Pornographie und Prostitution AN SICH kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Sexuelle Stimulation als kommerzielle Dienstleistung: solange die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stimmen, doch kein Problem! Und zu dem Argument: "Damit wird die Frau auf ihre Rolle als Lustobjekt reduziert":

Das problematische daran ist, dass es eben auch Frauen draußen, außerhalb der Prostitution und der Pornographie gibt, und eben auch daheim und Zuhause. Der Feminismus beschäftigt sich damit, wie von Pornographie/Prostitution auf alle Frauen übertragen wird. Wenn ich eine bezahlen kann für Sex – warum nicht alle? Platt gesagt

- Erstmal "Lustobjekt": Klingt so böse. Aber nüchtern betrachtet muß sich Lust ja immer aus etwas richten, eben auf ein "Objekt" wenn man so will. Männer sind für Frauen ja auch "Lustobjekte".

Das ist allerdings nicht traditionell so, denn weniger die Lust, als die Liebe und der Vaterersatz( Geborgenheit und Schutz) war das entscheidende Gefühl für die Frauen.

-"reduziert": Wenn ich mir die Haare schneiden lasse, sehe ich die Frisörin ja auch nicht "als ganzen Menschen", sondern nur als Frisörin, "reduziere" sie also ebenso. Oder wenn beim "Kochduell" gekocht wird, schreit ja auch keiner auf: "Oh, da wird aber das kochen aus der Gesamtheit menschlicher Tätigkeiten heraus isoliert! Wie entmenschlichend!" Es ist eben so: Bei Frisör geht´s nur ums Haare-schneiden, beim "Kochduell" eben nur ums Kochen, und im Porno und im Puff eben nur um Sex. Aber letzteres ist dann auf einmal ganz schlimm..

Der Unterschied ist nur: wenn du heimkommst und da ist deine Freundin, nehmen wir mal an, die ist auch Friseurin, und die reduziert dich dann auch nur auf deine Haare und deine Frisur ....

Xenia


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