Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Eigentümlich "frei" im 19. Jahrhundert

Lars, Friday, 05.09.2003, 01:13 (vor 8189 Tagen) @ Rüdiger

Als Antwort auf: Re: Noch'n Nachtrag: "EigentümlichFrei" über die Zerstörung der Familie von Rüdiger am 01. September 2003 18:33:51:

Hallo Rüdiger,

sehe ich genauso. Laissez-faire hatten wir schon mal, im 19. Jahrhundert, bis dann auch weiteste Kreise des Bürgertums eigesehen hatten, daß es so nicht mehr weiter ging; der Klassische Liberalismus hatte am Ende überhaupt keine Basis mehr in der Bevölkerung. Daß solche Theorien jetzt (z. T. sogar radikalisiert) wieder in Mode kommen, kann ich mir nur so erklären, daß das 19. Jahrhundert weit weg scheint, und die Leute sich nicht mehr bildlich ausmalen können, wie es eigentlich aussieht in einem Land ohne allgemeine Schulpflicht und Renten- und Krankenversicherung.

Ärgerlich ist nur, daß bestimmte Tabu-Themen wie eben Feminismus-Kritik (oder anderes Beispiel: möglicher Nutzen der Gentechnologie bei aller Risiko-Abwägung) im Augenblick fast nur von eben diesen Neuen Radikal-Liberalen angesprochen werden. Sie handeln dabei durchaus aus einem mutig-aufklärerischen Grundimpuls richtig, nur verbinden sie diese richtigen Punkte dann mit wirtschafts- und sozialpolitischen Laissez-Faire-Patentlösungen, die auf eine ziemliche Weltfremdheit schließen lassen.

Ärgerlich finde ich dies deshalb, weil bei dieser Konstellation die Gefahr besteht, daß eine entstehende Männerrechtsbewegung von den Radikal-Liberalen lagerpolitisch vereinnahmt wird.

Gruß
Lars


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