Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

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Re: Widerspruch

XRay, Friday, 05.09.2003, 01:00 (vor 8189 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Plädoyer für die völlige Anerkennung von Pornographie und Prostitution von Lars am 02. September 2003 22:38:28:

Ist der gute Ruf der Männer gleichbedeutend mit der totalen Legalisierung von Prostitution und Pornographie?
Xenia

Also ehrlich gesagt: Ich bin in der Tat für die totale Legalisierung von Pornographie und Prostitution, mit schriftlichen Arbeitsverträgen, Sozialversicherung, regelmäßige Kontrolle der Firmen durch Polizei, Arbeitsgericht und Gesundheitsbehörde und allen drum und dran (demenstprechend auch ohne Zuhälter und Menschenhändler!).

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Wenn Prostitution unbedingt legal sein muss, dann stimme ich zu.
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Die Kritik von Feministinnen an den ARBEITSBEDINGUNGEN in diesem Bereich, so wie sie sich traditionell darstellen, teile ich. Allerdings sind diese Arbeitsbedingungen doch Folge dessen, daß dieser Bereich traditionell "anrüchig" und halb-legal ist und DESHALB Gangster-Typen und in Schwierigkeiten steckende Frauen (Drogen, keine Arbeitserlaubnis ect.) anzieht.

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Ich schätze, daß Gangster solange Menschenhandel betreiben, wie sich damit schnelles Geld verdienen läßt.
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(Ich würde hier analog zur Frage der Drogen-Freigabe argumentieren: Der Staat hat traditionell die Drogenkonsumenten in die Halbwelt getrieben und damit in fielen Fällen aus dem Drogenkosum überhaupt erst eine DrogenPROBLEMATIK gemacht.)
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Genau hier setzt mein Widerspruch ein.
Drogenkonsumenten, Alkoholkonsumenten begeben sich selbst in eine Halbwelt. Die Alkoholproblematik und Drogenproblematik entsteht durch den Konsum und nicht durch das Verbot.
Nicht das Verbot der Prostitution erzeugt das Problem, sondern die Konsumenten.
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Die Kritik der Feministinnen an Pornographie und Prostitution AN SICH kann ich jedoch nicht nachvollziehen. Sexuelle Stimulation als kommerzielle Dienstleistung: solange die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung stimmen, doch kein Problem! Und zu dem Argument: "Damit wird die Frau auf ihre Rolle als Lustobjekt reduziert"

- Erstmal "Lustobjekt": Klingt so böse. Aber nüchtern betrachtet muß sich Lust ja immer aus etwas richten, eben auf ein "Objekt" wenn man so will. Männer sind für Frauen ja auch "Lustobjekte".
- "reduziert": Wenn ich mir die Haare schneiden lasse, sehe ich die Frisörin ja auch nicht "als ganzen Menschen", sondern nur als Frisörin, "reduziere" sie also ebenso. Oder wenn beim "Kochduell" gekocht wird, schreit ja auch keiner auf: "Oh, da wird aber das kochen aus der Gesamtheit menschlicher Tätigkeiten heraus isoliert! Wie entmenschlichend!" Es ist eben so: Bei Frisör geht´s nur ums Haare-schneiden, beim "Kochduell" eben nur ums Kochen, und im Porno und im Puff eben nur um Sex. Aber letzteres ist dann auf einmal ganz schlimm...

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Haare schneiden und Sex sind doch sehr verschieden.
(Weiss das allerdings nicht mehr so ganz genau, war lange nicht beim Haare schneiden :-))
Bei der Prostitution benutzt der Freier den Körper der/s Prostituierten um sich zu befriedigen. Er dringt sehr tief in die.... Intimspähre ein.
Ich verstehe jedenfalls, daß manche Menschen Prostiution als menschenunwürdig ansehen.
Andererseits verkaufen sich Frauen auch auf andere Weise, sowas nennt man heute wohl Luder ... und Probleme haben die damit offenbar nicht. Wenn die damit kein Problem haben, sollen sie es tun.
Prostitution lässt sich vermutlich schwer abschaffen.
Aber subventionieren muß man das ja nun auch nicht unbedingt.
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Meine Vision für die Zukunft:
Bordelle mitten im Einkaufszentrum, mit Gewerbe-Aufsicht, "Speisekarte" für die Kunden und Verdi-Tarif für die Mitarbeiterinnen. Und ein paar Geschäfte weiter eine gut sortierte, vom gesundheitsamt kontrollierte Hasch-Handlung.

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Neee, an jeder Ecke Halbnackte und Kiffer. Also ich verzichte gerne.


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