Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Der Eisberg

Nick, Tuesday, 02.09.2003, 14:57 (vor 8192 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Noch'n Nachtrag: "EigentümlichFrei" über die Zerstörung der Familie von Nick am 31. August 2003 13:02:24:

Das hat man davon, wenn man unüberlegterweise "voll unterschreibt", wo man eigentlich nur einem bestimmten Gedankengang - dem allerdings wirklich "voll" - zustimmt. Gut, das hab ich also jetzt davon... :-)

Deswegen erstmal ein "Disclaimer" zur Kennzeichnung der eigenen Position: ich bin definitiv kein "eifrei"-Ideologe (soweit mir diese spezielle Ideologie bisher überhaupt bekannt geworden ist), auf jeden Fall kein Radikal-Liberaler, sondern ein Anhänger der von der katholischen Soziallehre inspirierten sozialen Marktwirtschaft.

Der "rheinische Kapitalismus", den schon Karl Marx als besondere Form des Kapitalismus kannte, in seiner letzten Ausprägung theoretisch formuliert als "Soziale Marktwirtschaft", hatte in den ersten zwei Jahrzehnten der alten Bundesrepublik eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Er ist indes heute weitgehend zerstört. Er wurde mehrfach gebrochen, zunächst ab Ende der 60er Jahre durch die ungebremste und forcierte Wandlung zum sozialdemokratischen Wohlfahrtsstaat, welcher unter Kohl, der von Wirtschaft keine Ahnung hatte, einfach fortgeschrieben wurde (durch "sozialdemokratische" Unionspolitiker wie Geißler, Süßmuth, Blüm etc.).

Ende der 80er hatte sich der monströse Staatsmoloch, unter dem wir heute röcheln und ächzen, bereits kaum noch reversibel in die Sackgasse manövriert.

Dann kam die deutsche Einheit mit ihren gigantischen Transfers in die Neuen Länder, welche in der Höhe längst nicht mehr durch die Wirtschaftskraft unseres Landes gedeckt waren, dazu die kulturellen und geistigen Verwüstungen, die 40 Jahre Sozialismus im Osten angerichtet hatten (nicht nur, aber auch in der bei unserer Frage hier wichtigen Fähigkeit zur unternehmerischen Initiative), der rigorose Atheismus, der staatlich erzwungene Pauperismus der DDR-Bürger, die systematische Liquidierung alles "Bürgerlichen" etc.

Zeitgleich begann die Globalisierung die gesamten Rahmenbedingungen der nationalen Volkswirtschaften fundamental einzuengen und radikal zu verändern, die demographische Katastrophe näherte sich dem Punkt ihrer Unumkehrbarkeit, die anstehende Erweiterung der EU sowie die Verlagerung großer bürokratischer Regelkompetenzen nach Brüssel schränkte und schränkt weiter den Handlungsspielraum von nationaler Politik massiv ein - ohne daß all diese komplizierten Entwicklungen auch nur ansatzweise angemessen durchdacht oder gar die brandgefährlichen Konsequenzen konzeptionell angegangen worden wären.

Und seit 5 Jahren dekompensiert nun die krisenhafte Entwicklung unter rot-grüner "Führung" ins komplette Desaster, in die endgültige Unlösbarkeit.

In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich eine groteske, bürokratische Parasitengesellschaft herausgebildet, in der (erstmals in der Geschichte) die Zahl der Parasiten die Zahl der "Wirte" zu übersteigen beginnt. Wir diskutieren in diesem Forum oft die Folgen eines - so gesehen - speziellen Phänomens: die Absicherung der riesigen Parasitengruppe "der" Frauen auf Kosten "der" Männer resp. des produktiven Teils der Bevölkerung.

Das steht jedoch in einer nahtlosen Reihe mit zahllosen anderen "Erwürgungen" von produktiven Kräften der Gesellschaft zum Nutzen passiv konsumierender bis offen schmarotzender Gruppen. Immer mehr Leute denken nur noch daran, wie sie etwas für sich persönlich "kriegen" können, (Spot: "Geiz ist geil!") während immer weniger Menschen zuerst mal daran denken, was sie für die Allgemeinheit leisten können. Solche Leute werden doch verspottet und ausgelacht. Egoismus ist wohl die populärste und am weitesten akzeptierte charakterliche Haltung.

Dabei wird die Zahl derer, die ausschließlich konsumieren, die Greise, dramatisch immer weiter zunehmen, während diejenigen, die objektiv produktiv sein können, rapide abnehmen wird. Dadurch wird die Arbeitslosigkeit z.B. in einigen Jahren allmählich "verschwinden" - zum Preis allerdings eines viel schlimmeren Problems: der totalen Vergreisung.

Der Ausweg kann ökonomisch nur in einer massiven Reaktivierung bzw. Revitalisierung aller wirtschaftlichen Initiativen auf breitester Front und Mobilisierung aller produktiven Kräfte unserer Gesellschaft liegen, unter radikaler Rückführung allen bürokratisch-schmarotzenden "Besitzstandes" (ein Beispiel unter zahllosen: Frauenbeauftragte) - eine Aufgabe, der Rot-Grün in gar keiner Weise auch nur ansatzweise gewachsen ist. Da ist wirklich der Bock der Gärtner!

Eine radikalliberale "Lösung" dieser desaströsen Situation wäre in ihren Folgen für die meisten Menschen in unserem Land in Tat verheerend. Das blöde ist, daß "wir" uns das möglicherweise längst nicht mehr "aussuchen" können. Jedenfalls nähern wir uns dieser Schwelle mit Fallgeschwindigkeit.

Das Problem wäre, ökonomisch betrachtet, wie wir zur sozialen Marktwirtschaft zurückfinden können - falls das überhaupt noch geht. Es sieht inzwischen immer trüber aus dafür, denn ihre wichtigste Voraussetzung ist nicht die Ökonomie, sondern davor der ethisch orientierte, bewußt verantwortungsvoll handelnde Mensch. Gemeinwohl ist erstes Wirtschaftsziel, nicht Shareholdervalue und Profitmaximierung um jeden Preis, und umgekehrt: Subsidiarität ist notwendig, nicht "Versorgung". Die selbstständige wirtschaftliche Aktivität muß indes in der Tat frei sein von sachfremden bürokratischen und ideologischen Zwängen und Gängelungen, das ist völlig richtig, aber es braucht gleichwohl einen festen ethischen Rahmen, in dem sich diese Freiheit entfaltet. Privateigentum ist eben nicht völlig "frei", sondern muß eine soziale Bindung haben. Es ist dem Wohle der Allgemeinheit verpflichtet. Da würden mir nun die "eifrei's" wahrscheinlich heftig widersprechen... und ich würde ihnen dabei nur insofern zustimmen, daß man das natürlich nicht staatlich verordnen kann, sondern daß das aus Einsicht wächst - oder eben nicht.

Ich führe das jetzt nicht weiter aus, da mir einfach die Zeit dafür fehlt und es hier für mich Nebenthema ist. Aber ich stelle noch mal den einen zentralen Gedanken heraus, der so sehr meine volle Zustimmung fand und findet. Wenn es nicht gelingt, die Familien als starke, elementare Grundverbände der Gesellschaft zu reorganisieren, die (neben vielen anderen wichtigen Gesichtspunkten) einzig Träger eines solchen wirtschaftlichen Handelns sein können, dann wird es schlicht gar keinen Ausweg aus der anstehenden Explosion der geballten und aufgestauten Problemlawine geben.

Ich greife einzelne Gesichtspunkte heraus: was da gesagt wurde in "eifrei" über das "Tränental", über den "mühseligen Produktionsprozeß Familie und Kindererziehung", der unersetzbar ist bei der Ausformung starker individueller Persönlichkeiten, die wir unbedingt brauchen (und kaum haben!), über die Notwendigkeit der "Gottesgaben", die auch bei knappen Ressourcen und in krisenhaften Zeiten der Armut und der Not diese Arbeit zu einer erfüllenden werden lassen - all das ist einfach wahr und elementar wichtig. Aber wer stimmt solchen Aussagen heute zu? Wenn das nicht von einer ausreichend großen Zahl von Individuen - möglichst "gestern" - eingesehen wird, und wenn aus dieser Einsicht keine Konsequenzen folgen, dann wird sich der Absturz Europas in die größte Katastrophe unserer Zivilisation ereignen. Unausweichlich. Und die Folgen werden um Größenordnungen schlimmer sein, als alles, was wir aus der Geschichte kennen. Schlimmer als der 30-jährige Krieg, schlimmer gar als die Konsequenzen der Nazidiktatur, durch die unserem Volk doch schon sämtliche Knochen zerschlagen wurden.

Enorm wichtig der Hinweis zur durchschlagenden Formungsmacht heutigen staatlichen Handelns auf die Entwürfe und die Verläufe der individuellen Lebenswege. Ich füge hinzu: ebenso wichtig, nein: wohl noch wichtiger, sind die Medien, deren Virtualwelten für fast alle Menschen tief prägend sind und oftmals das einzig verbliebene "Vorbild" darstellen, an dem sich Lebensentwürfe orientieren. Das läuft unbewußt ab und natürlich nicht linear und ein-zu-eins, aber subtil läuft es auf eine totale Gleichschaltung der "Welterfahrung" hinaus, die komplett virtuell ist, verdreht und ganz verkehrt, die mit der wirklichen Welt eben garnichts zu tun hat und in ihr völlig versagen muß, sobald die radikale Endlichkeit der Ressourcen evident wird, die uns (noch) unser Scheinleben ermöglicht.

Wie soll heute noch Einsicht entstehen, daß unausweichliche Zwänge des menschlichen Daseins ausgehalten und selbst gestaltet werden müssen und daß es absolut tödlich ist, sie von staatlichem Handeln verformen zu lassen? Stattdessen wächst die Abhängigkeit der desorientierten und moralisch bankrotten "Masse" vom (falschen) "Vater" Staat je und je, die Gesellschaft zerfällt in total verblödete und in Zukunft radikal verelendete Individuen, die jede Initiative verlieren werden, jede eigene Handlungsoption, jede Möglichkeit des Überblicks.

Es ist völlig zutreffend, daß der von opportunistischen Heulern und ideologisch aufgemotzten Parasiten belagerte und usurpierte Staat die Menschen gnadenlos aus Bahnen herauszwängt, die sie ohne sein Zutun gewählt hätten, daß er unvermeidliche Sachzwänge in andere, widernatürliche, perverse Formen drängt und damit völlig andere, menschenwidrige Lebensstile, eine andere "Moral" und andere psychologische Haltungen, komplex neurotische Haltungen nämlich, produziert. Die Auswege daraus werden indes mehr und mehr verstopft und vermauert.

Der Staatsfeminismus, der hier im Forum ein Hauptthema ist, ist in meiner Sicht "nur" ein Spezialfall dieser allgemeinen Entwicklung in den Untergang. Mag der eifrei-Artikel Mängel noch und noch haben (es ist in der Tat nur eine nicht zuende durchdachte, rohe Skizze), mögen die angeführten Beispiele am Ende von z.T. mehr oder weniger marginaler Bedeutung sein, mag die zugrunde liegende Ideologie angreifbar sein: es gibt sonst wenig in der Richtung zu lesen, die Problematik ist aus dem öffentlichen Diskurs fast "wie verbannt":

Die Überschrift des Artikels lautet: "Wie der Staat die Familien zerstört"

Ich möchte anregen, den Artikel nochmal dahingehend zu lesen, um sich tiefere Zusammenhänge bewußt zu machen. Es reicht einfach nicht, nur über "Feminismus" zu reden, so wichtig das, im Partiellen, ist. Die Lage ist - meiner festen Überzeugung nach - viel, viel bedrohlicher, als es in den Debatten, hier und sonst wo, aufscheint.

Das Entscheidende ist die Wiedergewinnung der FAMILIE, so aussichtslos das Unterfangen heute scheinen mag. Die Scheidungsraten in Deutschland sind inzwischen auf über 50% gestiegen! Da kommt mir eben jeder Artikel recht, der ein Schlaglicht darauf wirft, und es ist für mich eigentlich sekundär, ob ich nun mit der speziellen Ideologie der Verfasser ansonsten im Detail übereinstimme oder nicht. Mir geht es um das "Problembewußtsein"...

Auch Nachdenken fängt ja damit an, daß man es tut, daß man damit beginnt.

Das wollte ich anregen mit meinem spontanen "Rauskopieren" des eifrei-Artikels. Dafür bin ich verantwortlich - nicht für den Artikel selbst :-)

Ich habe ihn ja nicht selbst geschrieben.

Nick

Ganz kurz zu einigen Einwänden, die bisher kamen. Ich kann nicht auf alles eingehen, da auch meine Ressourcen sehr begrenzt sind und ich sie z.T. jetzt schon sträflich überstrapaziere für diese Foren hier.

An Garfield:

Die zitierten "starrköpfigen jungen Männer" sind in diesem Kontext, in meinem Verständnis jedenfalls, nicht "ins selbe Horn geblasen wie die Femis", denn die sehen darin ja "ein Problem". Ich hingegen (und der eifrei-Autor mutmaßlich auch) sehe darin etwas ungemein Positives, das man allerdings kaum noch findet: das harte Reiben eines starken, eigenwilligen, jungen Mannes mit konsequenten Autoritäten in seiner Umgebung als "Reibungsfläche" - oft der eigene Vater, der aus Liebe die nötige Energie und Hingabe dafür aufbringt. Das erzeugt profunde Persönlichkeiten, die wirklich führen können und Verantwortung für andere tragen lernen. Die feminisierten Erziehungshöllen machen aus solchen Persönlichkeiten heutzutage "Problemfälle", pumpen sie mit Ritalin voll oder drängen sie in die Sonderschulen ab - und männliche Gegenparts sind eben weiträumig ausgestorben bzw. diskreditiert, verspottet und ausgebootet. Das ist kein Gewinn, Garfield, sondern eine pädagogische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes.

Es ist natürlich ein Erziehungsfehler, Kinder im Luxus aufwachsen zu lassen, nicht nur, sondern erst recht, wenn man einen Betrieb hat. Das ist jedoch immer ein Fehler, auch bei "Otto-Normal-Gutverdiener"! Die "Endlosstudenten" aus reichem Hause sind natürlich eine Degenerationserscheinung, zugegeben, allerdings kommen die heute, im Gegensatz zu früher, mehrheitlich aus ganz "normalen" Elternhäusern. Es braucht heute keineswegs einen elterlichen Betrieb, um ein akademischer Prolet zu werden, das belegt allein schon die Größe des "Heeres". Den Grund sehe ich u.a. in einer allgemeinen Orientierungslosigkeit heutiger Jungendlicher, einer hedonistischen Lebensauffassung, die das eigene Vergnügen zum selbstverständlichen Mittelpunkt der Existenz macht und selbstloses Handeln für Andere als verschwendete Zeit bzw. "Looser-Verhalten" ansieht, in einer weitgehend allgemein fehlenden Erziehung zur Verantwortung für das eigene Leben, in einer Bereitschaft von Eltern, Problemen durch Nachgeben und weiches Laufenlassen aus dem Wege zu gehen etc. pp. - das gibt es doch inzwischen "überall", nein: es ist geradezu "Standard".

Es ist richtig, daß die "Erbengeneration", die jetzt zum Teil große Vermögen übernimmt, durch die elterliche Erziehung nicht ernsthaft auf ihre Aufgaben vorbereitet wurde und in weiten Teilen bloß noch eine snobistische Landplage sind. Darin spiegelt sich aber ein Versagen der Eltern und eine generelle Orientierungslosigkeit, die ubiquitär ist. Hier läuft sie eben nur auf hohem Niveau - und die volkswirtschaftlichen Schäden sind natürlich immens.

Die Erbschaftssteuer ist aber sehr wohl ein eigenes Problem: sie führt oft dazu, daß der ererbte Betrieb durch die fälligen Steuern so derbe belastet wird, daß er danach pleite ginge, wenn er nicht verscherbelt wird. Der Rest des Vermögens wird dann halt irgendwie anders angelegt. Das wirkt eben gleichsinnig mit dem oben angesprochenen Problem: so wird die evtl. schon eingeschränkte Bereitschaft, den elterlichen Betrieb fortzuführen, zur völligen Unmöglichkeit - aus rein fiskalischen Gründen, sogar bei Leuten, die motiviert und ausgebildet sind, ihn fortzuführen. Eine groteske Absurdität, aber eher die große Regel, als die Ausnahme.

Man sollte klar trennen zwischen Erbschaftssteuern auf Geldvermögen, Sachwerte etc. einerseits und Produktivvermögen andererseits, welch letzteres im Erbfall nicht belastet werden darf. Aber diese simple Einsicht überfordert "den Gesetzgeber" bereits über alle Maßen, da reicht es, wie so oft, nur zu folgenlosen und blähsüchtigen Geschwätzigkeit vor der Kamera.

Weißt du, Garfield, die bürokratische Krake hat ein perfides Arsenal entwickelt, Selbständige zu foltern und zu malträtieren, das unerschöpflich ist und mit sadistischer Pedanterie angewandt wird. Du kennst ja wohl das Problem mit der "Zahlungsmoral" der "Öffentlichen Hand"? Das hat zu unzähligen Pleiten gerade im kapitaldünnen Osten geführt. Das juckt diese degenerierten Koffein-Möpse aber genau NULL!

Ein anderes Beispiel, von dem ich kürzlich erfuhr, geht so: da verlangt eine der zahllosen(!) an einer "Genehmigung"(!) beteiligten Behörden von einem Fotografen mit zwei Angestellten, daß der in der Dunkelkammer (!) ein Fenster einbauen muß! Weil nämlich nach §xyz jeder Arbeitsplatz belüftet können werden und auch ausreichend Licht haben muß. Die haben sich durch kein Sachargument abbringen lassen. Die haben das durchgezogen! Kosten: viele tausend Euronen, die bei den meisten Gründern dann eben irgendwann das Aus bedeuten, man muß nur oft genug nachlegen...

Der Staat reguliert nicht "in manchen Bereichen" zu viel, wie du mutmaßt, Garfield. Solcher Schwachsinn ist nicht die Ausnahme, auch nicht "gelegentlich" - das ist stringent durchgängig und die Regel auf allen Ebenen und in allen Verästelungen. Es ist ein konzises Vernichtungsprogramm von selbständigen Existenzen, ohne jeden Sinn und Verstand, durchgeführt von lebenslang "versorgten" Staatsparasiten, denen freie Menschen, ob in der Wirtschaft oder einfach nur so, als Privatleute, ein schier unerträgliches Ärgernis sind, da solche Menschen ihre eigene klägliche Existenz in Frage stellen würden, wenn sie sie frei agieren lassen müßten.

Rüdiger:

Also, ich verteidige nicht "eifrei", weil ich nicht "eifrei" bin, ich hab das halt reinkopiert und "unüberlegterweise..." (s.o.) :-)

Ich befürworte natürlich uneingeschränkt eine möglichst breite Bildung für möglichst viele Menschen, die dazu das Zeug haben. Und gerade Unternehmerpersönlichkeiten sollten einen Horizont besitzen, der so weit und offen wie nur möglich ist, denn die "soziale Marktwirtschaft" lebt ausgesprochen von solchen komplex gebildeten Wirtschaftsführern. Aber wie gesagt: ich bin ja nicht "eifrei"...

Was du zu Renten- und Arbeitslosenversicherung schreibst, ist z.T. richtig, aber angesichts der furiosen Dynamik, die jetzt losgeht: "von gestern". Ich glaube, daß wir an einem Punkt sind, wo jede Reform, die nicht den Kern knackt, bereits "von gestern" und Makulatur ist, bevor sie überhaupt anfängt zu greifen (kurz dazu nur das Stichwort: "Riester-Rente"), denn die wirtschaftliche und v.a. die geistige Grundlage ist viel zu systematisch ruiniert worden.

Die familiäre Solidarität wird in jedem Falle zunehmend wichtiger werden, ganz egal, was geredet und gemurkst wird im Moment, und wer das nicht hat, der geht halt zugrunde oder vegetiert in Armut und einsamem Trübsinn. Ein Pennerschicksal wird für viele der heute sich in Sicherheit wiegenden Menschen das Ende ihres Lebens darstellen, um so gewisser, als jede Chance der Umkehr konsequent vermieden und ausgeschlagen wird.

Da fährt ein Tanker durch die Nacht, grell erleuchtet und beladen mit blöde grölendem Pöbel - und das Auffahren auf den Eisberg IST bereits geschehen. Die "Titanic" hat ein klaffendes Loch im Rumpf. Das ist Vergangenheit - aber im Gegensatz zum DVD-Player hat das Leben keine Rewind-Taste. Durch die Scheiße, die wir eingerührt haben, müssen wir jetzt alle zusammen durch.

Oder hältst du eine Umkehr noch für denkbar?

Ich schon, sonst würde ich nichts mehr schreiben und sagen und tun, sondern nur noch schweigen. Aber die Zeit rennt uns unerbittlich davon. Es ist voller Ernst, es ist keine Zeit mehr für irgendwelche Kinkerlitzchen.


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