Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'?

Garfield, Monday, 20.12.2004, 19:48 (vor 7716 Tagen) @ Tran

Als Antwort auf: Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'? von Tran am 20. Dezember 2004 16:28:45:

Hallo Tran!

"Der erste ist das Du der Meinung zu sein scheinst das alle Frauen gleich sind, uns Männern nur schlechtes wollen. Diesen Punkt sehe ich anders."

Nun, sicher sind nicht alle Frauen gleich, und nur die wenigstens Frauen sind von Anfang an nur darauf aus, einen Mann finanziell und emotional auszubeuten.

Das Problem besteht nur darin, daß es Frauen in unserer Gesellschaft sehr einfach gemacht wird, Männer auszunutzen. Entgegen der auch hier weit verbreiteten Ansicht ist das nicht erst seit wenigen Jahrzehnten so, sondern es war auch schon in früheren Zeiten sehr ähnlich. Der Feminismus hat mit Unterstützung der deutschen Politik nur noch einiges oben drauf gesetzt.

Wenn man sich noch nicht sehr lange kennt, ist immer erst einmal alles toll, spannend und aufregend. Kritisch wird's dann nach einigen Jahren. Das war früher auch nicht viel anders. Die heile Familienwelt, die manche Leute sich heute vorstellen, wenn sie an frühere Jahrhunderte denken, hat es auch damals nur selten gegeben.

Aber in früheren Zeiten ging es vielen Menschen eher schlecht, und oft trug das dazu bei, daß Mann und Frau dann doch am selben Strang zogen, um es vielleicht mal ein bißchen besser zu haben.

Heute geht es uns vergleichsweise gut. So neigen heute eben auch mehr Menschen dazu, schon beim kleinsten Problemchen die Brocken hinzuwerfen und sich anderweitig umzusehen.

Das betrifft so erst einmal Männer und Frauen gleichermaßen, denke ich. Wenn ein Mann sich aber Gedanken über Trennung oder Scheidung macht, kommt er - sofern es gemeinsame Kinder gibt und/oder die Frau Hausfrau ist oder nur sehr wenig verdient - zwangsläufig mit seinen Überlegungen schnell zum Thema Unterhalt. Da muß er dann erkennen, daß er sich eine Trennung oder Scheidung schlichtweg nicht leisten kann. Und das legt dann schon nahe, mal darüber nachzudenken, ob man sich das für die süße Arbeitskollegen, mit der man so prima flirten kann, wirklich antun sollte.

Für die Frau sieht das umgekehrt oft deutlich besser aus: Sie kann mit hoher Sicherheit davon ausgehen, daß sie die Kinder bekommt und dafür zumindest solange Unterhalt kassieren kann, bis die Kinder dafür zu alt sind oder aber bis sie selbst entscheiden können, wo sie leben und sich dann womöglich für den Vater entscheiden. Obendrein kann sie noch mit Unterhalt für sich selbst rechnen, vor allem, wenn sie Hausfrau ist.

Zwar geht diese Rechnung nicht immer auf, vor allem, wenn der Ex-Mann arbeitslos wird, aber vielen Frauen geistern Sprüche wie "Eine Frau, die nach der dritten Scheidung keinen Porsche fährt, hat etwas falsch gemacht" durch den Kopf. Und so sehen sie das alles dann eben wesentlich unbefangener und glauben, daß sie mit Unterstützung eines neuen Partners vielleicht sogar finanziell noch plus machen werden.

Und schon sind sie weg. Es kann dir dann passieren, daß du vorher noch nicht einmal etwas davon bemerkst. Du gehst jeden Tag zur Arbeit, du merkst zwar, daß deine Ehe mittlerweile eher alltäglich geworden ist, hältst das aber für normal und unvermeidlich, zumal deine Frau auch keine Anstalten macht, daran etwas zu ändern. Und wenn du eines Tages nach Hause kommst, sind Frau und Kinder weg, mit ihnen auch diverse Sachen, und auf dem Tisch liegt ein Abschiedsbrief, wenn du Glück hast.

In einer Reportage habe ich mal einen Vater gesehen, dem es genauso ergangen ist. Der hat dann im Kinderzimmer ein Buch gefunden, das seine Frau dem gemeinsamen Kind schon über ein Jahr vor der Trennung geschenkt hatte. Das Buch stammte aus einem Antiquariat. Es wurde in der DDR gedruckt, für Eltern, die ihre Kinder vorsichtig auf eine Trennung vorbereiten möchten. Da wurde dann dargestellt, daß Papa und Mama sich nicht mehr gut verstehen, daß der Papa dann plötzlich weg ist...

Da erst wurde ihm bewußt, wie langfristig seine Frau die Trennung voraus geplant hat, ohne daß er irgendetwas davon bemerkt hat.

Wenn du nur verheiratet bist und deine Frau auch voll berufstätig ist, kannst du finanziell noch einigermaßen schadlos aus der Ehe herauskommen. Sind aber gemeinsame Kinder da und/oder ist deine Frau Hausfrau, dann schnappt die Scheidungsfalle zu.

Viele Menschen sagen bei einer Hochzeit, daß ihnen sowas nie passieren würde. Aber das haben mit Sicherheit diejenigen, die geschieden werden, auch einmal gedacht.

Wenn man Gesetze macht, die mißbraucht werden können, dann werden sie auch mißbraucht. Das ist einfach so, und es gibt mittlerweile einige Gesetze, die Frauen - und üblicherweise nur Frauen - diverse Mißbrauchsmöglichkeiten bieten. Das wird dann natürlich ausgenutzt.

"Diese "Beziehungsarbeit" ist völlig normal und gilt für beide Partner."

Richtig, in der Theorie ist das so. Heute rieselt aus den Medien aber etwas ganz anderes in die Köpfe der Menschen hinein. Es gilt heute als politisch/sexuell unkorrekt, Frauen in der Partnerschaft oder Ehe irgendwelche Pflichten zuzuweisen, und gesetzlich haben sie sowieso keine. Pflichten sind etwas für Männer, und so werden dann auch üblicherweise die Männer als Schuldige hingestellt, wenn es in der Ehe oder Beziehung kriselt. Sie reden zu wenig, sie arbeiten zu viel, sie helfen nicht im Haushalt, sie kümmern sich nicht um die Kinder, sie vernachlässigen ihre Frauen... Auf die Männer prasselt aus den Medien ein permanenter Regen von Vorwürfen hernieder.

Den Frauen vermittelt das die Botschaft, daß sie ja gar nichts tun müßten. Sie empfinden sich von Natur aus als emotional und kommunikativ und glauben somit, grundsätzlich alles richtig zu machen. Genau in dieser Haltung werden sie durch die Medien auch ständig bestätigt.

Vor kurzem sah ich in der "Fernsehwoche" (das ist de facto eine Frauenzeitschrift) mal eine Liste mit Tipps für eine glückliche Beziehung. Eigentlich waren es zwei Listen: Eine für Männer und eine für Frauen. Bei den Männern stand dann z.B., daß sie mehr zuhören müssen usw. Das waren auch alles Dinge, die durchaus wichtig und richtig sind.

Nur machen im realen Leben auch Frauen alle diese Dinge falsch, und so hatte ich eigentlich erwartet, daß in der Liste für Frauen genau dasselbe steht. Natürlich war dem nicht so. Was dort stand, kann man in einem Satz zusammen fassen: "Seid nachsichtig mit euren Männern, denn sie können es halt nicht besser."

Viele Menschen neigen ohnehin dazu, bei Problemen die Schuld eher bei anderen zu suchen. Gerade bei Beziehungsproblemen muß man meist auch die eigene Trägheit überwinden, und das ist nicht einfach. Da greift frau doch lieber die Stichworte aus den Medien auf und wälzt alles auf den Partner ab. Der ist dann eben an allem schuld.

Ihm haben die Medien mittlerweile ein mächtig schlechtes Gewissen eingeredet, also plagt er sich nun ab, bringt Blumen mit nach Hause, verzichtet auf seine Hobbies, um dafür in seiner knappen Freizeit noch mehr Zeit mit Kindern und Frau zu verbringen... Auch im Bett gibt er sich redlich Mühe, auch wenn seine Frau nur noch bewegungslos auf dem Rücken liegt... Nur wenn er der einzige ist, der sich so abrackert, dann hat er letztendlich keine Chance und wird dann doch irgendwann abserviert.

"Konkrete Unterhaltsverpflichtungen geh ich nicht ein. Letzteren Punkt gedenke ich, wenn er denn kommt, illegal zu lösen."

Hm, ja, wenn du jung und sportlich bist, kannst du nach Frankreich zur Fremdenlegion gehen. Wenn du aber nicht mehr ganz so jung, nicht sonderlich sportlich oder Pazifist bist, mußt du deinen Job schmeißen und fortan zumindest offiziell von Sozialhilfe leben. Das sind - abgesehen von Mord, wofür du dann in den Knast wanderst - die einzigen realen Möglichkeiten, die du hast.

"So, und nun geh hin und schimpf mich ruhig einen Idioten, wenn Du magst."

Ich weiß nicht, wie Eugen das sieht, aber für mich bist du kein Idiot. Es ist nur natürlich, so zu denken. Schlimm finde ich, daß das Männern immer mehr erschwert wird. DAS ist das Problem.

Freundliche Grüße
von Garfield



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