Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'?

Eugen Prinz, Monday, 20.12.2004, 14:22 (vor 7717 Tagen) @ Tran

Als Antwort auf: Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'? von Tran am 19. Dezember 2004 23:29:54:

Wenn hier Männer ernsthaft verkünden, dass sie jetzt "die Richtige" gefunden haben, dann stürzt mich das in eine schwere Krise (:-). Es müsste, nach allem was man hier so lesen kann, klar sein, dass es sie nicht gibt - die Richtige.

Für die Frau scheint die "Beziehungsarbeit" heute getan, sobald sie einem Manne einen Säugling abgezapft oder seine Unterschrift unter einer Heiratsurkunde hat.

Für den Mann fängt die Beziehungsarbeit dann eigentlich erst an: Buchstäblich - weil er damit konkrete Unterhaltsverpflichtungen eingeht, die sich nicht damit erschöpfen, dass er seiner Richtigen ab und zu ein paar Witze erzählt.

Und im übertragenen Sinne lastet die Beziehungsarbeit heute maßgeblich auf dem Manne: Hüpft er genug um sie herum? Pinkelt er im Sitzen? Gibt er seine Freundeskreis zugunsten seiner Familie auf? Beschäftigt er sich zuviel mit seinem Computer? Macht er genug Hausarbeit? Macht er den Klodeckel zu? Hat sein Freund womöglich ein bunteres Hemd an?

Jede falsche Antwort gibt einen Minuspunkt, und wenn es derer - nach Vorstellung der Frau - genug sind, dann fliegt er raus, dann wird er entsorgt, und dann war es eben doch mal wieder die Falsche.

Frauen sind zu solchen drastischen Konsequenzen weitaus leichter bereit als Männer. Jemand zitierte hier mal die Haltung der Frauen von heute: "Was kümmern mich meine Gefühle von gestern." Die Statistik belegt dieses Beobachtung eindrucksvoll.

Diese Systematik ist nicht umkehrbar. Wenn der Mann mit der Frau unzufrieden ist, kann er sich natürlich auch scheiden lassen. Aber die Scheidung, die von einer Mehrzahl von Frauen offensichtlich als Erlösung aus der Ehe angesehen wird, ist für die meisten Männer nur der Anfang neuer Unfreiheiten.

Danmit dürfte klar sein, dass der Mann sich noch lange nicht zurücklehnen kann, sobald er glaubt, die Richtige gefunden zu haben. Im Gegenteil: Er muss tagtäglich daran arbeiten, dass die Dinge so bleiben, wie er sie vorgefunden zu haben glaubt. Wenn er nichts tut, bleibt nichts wie es ist.

Ich werde hier ganz sicher niemandem Glück wünschen, der sich sehenden Auges in eine solche Situation begibt. Natürlich wünsche ich ihm kein Unglück. Aber Glückwünsche sind billig. Gesellschaftspolitisches Engagement ist zeitraubend, frustrierend - und manchmal kommt es mir auch völlig nutzlos vor.

Eugen


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