Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'?

Tran, Sunday, 19.12.2004, 21:47 (vor 7717 Tagen) @ Andreas (d.a.)

Als Antwort auf: Re: Die Wirklichkeit ist wohl eine 'patriarchale Erfindung'? von Andreas (d.a.) am 19. Dezember 2004 19:20:24:

Guten Abend Andreas!

Als frischgebackener Vater (seit dem 06.12.) guck ich da jetzt schon etwas sparsam aus der Wäsche.
Hey, herzlichen Glückwunsch! :-)

Dankeschön!
Es hat das Vatersein sehr sehr viele schöne Seiten, aber eben auch ein paar schlechte. Die schlechteste daran ist die ständige Einmischung des Staates.
Ein paar Beispiele gefällig?

1. Von der Geburtsklinik bekommt man zur Geburt einen Zettel, den man ausfüllen muss damit das Kind seine Geburtsurkunde bekommt. Da tauchte bei mir das erste mal ganz zart die Frage nach dem "Warum eigentlich" auf. Aber gut, Geburtsurkunde braucht man, also füllen wir den Zettel mal aus. Ganz oben steht die Frist: Der Zettel ist spätestens eine Woche nach der Geburt ausgefüllt abzugeben. Nun kommts: Handelt es sich um eine Totgeburt, so hat man für diesen Zettel nur einen einzigen Tag Zeit! Glauben die wirklich man hat im Falle einer Totgeburt keine anderen Sorgen als das Ausfüllen solch eines dämlichen Scheins?

2. In diesem Zettel wird auch (anzukreuzen) nach dem Vater gefragt: "Wurde die Vaterschaft bereits anerkannt?". Naja, hab ich mir gedacht, klar wurde die Vaterschaft bereits von mir anerkannt. Klar weiss ich auch das die was anderes meinten, aber ich kann da nunmal schlecht "nein" ankreuzen. Wurde von der Verwaltung dann natürlich nachher (nachdem meine Unterschrift bereits drauf war) wortlos "korrigiert". So bin ich denn also nur ein richtiger Vater mit einer staatlich in die Wege geleiteten Vaterschaftsanerkennung? Ich bin mit Partnerin und Kind und guten Nerven zum Standesamt gesaust um diese Vaterschaftsanerkennung zu machen.
Die guten Nerven brauchte ich auch, siehe Punkt 3:

3. Die Standesbeamtin (blödes Wort) legte mir das Formular für die Anerkennung vor. Nach Ausfüllen und Unterschreiben desselben fragte ich sie ein bisschen nach den mir nun entstandenen Vor- und Nachteilen aus. Und siehe da, es gab nur Vorteile für mich:
So wurde mir erklärt das ich zwar trotzdem kein Sorgerecht für das Kind habe, aber, falls meiner Partnerin mal etwas zustossen sollte, würde das Kind an mich übergehen. Das freute mich denn auch ganz doll, bis der Zusatz kam: "in den meisten Fällen ist das dann jedenfalls so". Aha, in den meisten Fällen. Dieser Zusatz dämpfte meine Freude denn doch um einiges, und kam gänzlich zum Erliegen als ich weiterfragte wie das dann abliefe. Sie meinte es müsse dann ein Gericht darüber entscheiden ob im Falle eines schweren Unglücks das Kind dennoch mit mir in einem Haushalt leben dürfe. "In den meisten Fällen aber schon."
Komisch, warum nur hab ich mich danach irgendwie ein bisschen Scheisse gefühlt?

Tran


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