Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Erneut, lieber Gerüchte statt Fakten

Uwe, Friday, 18.07.2003, 11:35 (vor 8237 Tagen) @ HemmaNedDo

Als Antwort auf: Re: Erneut, lieber Gerüchte statt Fakten von HemmaNedDo am 18. Juli 2003 08:09:21:

Moin Jörg,
selbst wenn SPD-Frauen von 15% weiblicher Gewalt reden, ist dieser Prozentsatz sehr gering. Es existieren Studien, die auf andere, nämlich höhere Werte kommen. Dennoch wird aber von offizieller Seite behauptet, es existieren keine Studien. Wird dennoch zugegeben, daß Studien existieren, wird der Prozentsatz der ermittelten Gewaltverteilung auf die Geschlechter verschwiegen. Warum?

Zum Thema Stimmungsmache:
Wenn eine Minsterin frech mit dem Slogan wirbt "Der Schläger geht, die Geschlagene bleibt" kann ich beim besten Willen keine geschlechtsneutrale Formulierung sehen.
Schaut man sich alle Publikationen zum Thema an, die vom Bundesministerium für Frauen angeboten werden, entdeckt man ebenfalls keine einzige, die auch nur ansatzweise geschlechtneutral formuliert ist.

Ich habe nie behauptet, es existiere eine Verschwörung. Ich behaupte nur, daß es eine gewisse Richtung gibt, wie ein geschlechtsneutrales Gesetz auszulegen ist und an wen es sich richtet.
Diese Richtung wird beispielsweise auch durch das Protokoll der Expertenanhörung zum Gewaltschutzgesetz deutlich. Dieses Protokoll ist beim dt. Bundestag erhältlich.
Kämpft man sich durch die 70 Seiten, schlackert man mit den Ohren, wie die Meinung eines Experten, der gegen das Gewaltschutzgesetz in der vorliegenden Form war, zerissen bzw. abgestempelt wurde, da sie nicht dem Schema "Frau=Opfer, Mann=Täter" entsprach.

Ich gebe Dir recht, daß auch Frauen Platzverweise bekommen können. Ich habe noch einmal nachgeschaut und einen Bericht dazu gefunden. Aber ein solcher Bericht ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Ich gebe Dir ebenfalls Recht, daß es an den Männern liegt, Anzeige zu erstatten. Aber dann sollen auch bitte schön entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden. Dies kann dadurch geschehen, daß offizielle Broschüren tatsächlich geschlechtsneutral gehalten werden. Dies kann dadurch geschehen, daß ebenfalls Broschüren für Männer herausgegeben werden. Bislang geschieht dies von offizieller Seite nicht.

Gruß

Uwe

PS: Ich mache mir eigentlich gar nichts aus dem Umstand, daß Du ein Grüner bist. Dies ist mir sogar relativ egal.

Ja Uwe,
es werden gleich wieder die Schreiber kommen, die sagen: "der Hemmaneddo ist eh ein Grüner...mach dir nix draus"....bin ich, na und?
Aber: selbst die SPD-Frauen reden von 15% weiblicher Gewalt (http://www.spd-hessensued.de/asf/presse/frauentag%202002.htm). Es gab und gibt immer wieder auch Platzverwese gegenüber Frauen, das weisst Du ganz genau. Ich erinnere mich an einen Pressebericht, wonach in Berlin ein Prozentsatz von mehreren Prozent erreicht wurde, ich weiss aber nciht mehr genau, wieviel.
Du verfolgst doch die Presse dahingehend. Es ist Sache der betroffenen Männer, die Anzeige zu machen und auch evtl. Fehlverhalten der Polizei durchzustehen, es ist wohl jedem klar, dass es eine Zeit dauern wird, bis das richtig funktioniert.
Man darf und muss sich sogar darüber aufregen, helfen, ein Politikum draus machen, dich an die Presse wenden.
Aber nicht unseriös, so wie du das tust, sondern mit Fakten.
UNd das Gesetz ist geschlchtsneutral und "Abwägen" gibt es logischerweise vor Ort. Sicherlich hört man dazu auch Nachbarn u.ä.....:-)
Man sollte mal die Kirch im Dorf lassen, es gibt keine Verschwörung. Es gibt nur eins: Menschen, egal ob Männer oder Frauen, die Hilfe benötigen, weil sie von ihrem Partner geprügelt werden. Und dem entspricht das Gesetz. Wenn es falsch gehandhabt wird, dann muss eben dagegen vorgegangen werden. Das ist leider mi allem so, aber Misstände hinnehmen und dann aus dem "Untergrund" moosern, das funktioniert nicht.
Es gilt, Netzwerke, Hilfnetzwerke zu schaffen. Nun, da ist die Männerbewegung ja auf nem guten Weg. Aber es geht nur Schritt für Schritt.
Jörg


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