Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Ungleichberechtigung per Gesetz

Bero, Monday, 28.03.2011, 21:45 (vor 5409 Tagen) @ Manifold

Das Wahlrecht wird auch erst erwachsenen Personen zuteil - von dem her kann
auch die Gleichberechtigung je nach Alter einer Person abgestuft werden.

Gut, nach Alter ist also legitim. Nach anderen Kriterien nicht. Warum das?
Der Altersbeschränkung liegt doch die Unterstellung mangelnder geistiger Reife zugrunde? Und das, obwohl es sicher 14jährige gibt, die da viel weiter sind als manch anderer Mittzwanziger. Auf das Individuum wird hierbei also überhaupt nicht geachtet. Trotzdem betrachtest du es als legitim, und die Ablehnung des Frauenwahlrechts, wo man über den Daumen auch grosse Unreife unterstellen könnte unbeschadet einzelner herausragender Frauen, eben nicht.
Hat das Ganze einen durchdachten Hintergrund oder ist es wirklich nur Konditionierung? Vor 1971 konnte doch in der Schweiz sehr wohl das Undenkbare gedacht werden.

Dadurch erhöht sich die Freiheit eines Individuums im Vergleich zum
anarchistischen Naturzustand erheblich, da er durch den ermöglichten
Wohlstand mehr Optionen und mehr Freizeit zur Verfügung hat.

Also dass Gesetze Freiheit schaffen, ist nun wirklich eine abstruse Behauptung. Sie schränken Freiheit ein ("Einschränkung" und "Grenzen finden" steht so sogar in Verfassungswerken), wo das zum Gemeinwohl notwendig ist.

die Tatsache hinweg, dass sinnvolle Gesetze ein Fundament schaffen können,
welche uns Menschen viel mehr Gestaltungsraum und Unbeschwertheit
einräumen, als es ein gesetzesfreier Raum voller Angst und Paranoia
könnte.

Gesetze allein schaffen keine Sicherheit (Von Sicherheit schreibst du übrigens, nicht von Freiheit. Beide schliessen sich zumindest teilweise gegenseitig aus). Was nützt es mir, dass Überfall, Raub und Mord verboten und mit hohen Strafen belegt sind, wenn diese Strafen für bestimmte Tätergruppen nicht verhängt und die Gesetze nicht durchgesetzt werden? Das schönste Strafgesetzbuch ändert an den Verhältnissen in Neukölln oder den entsprechenden Stadtteilen beliebiger anderer Grossstädte gar nichts. Dort lebt man, jedenfalls an bestimmten Lokalitäten und zu bestimmten Tageszeiten, in einem gesetzesfreien Raum voller Angst.
Ein Staat muss also nicht nur Gesetze erlassen, sondern auch seinen ernsthaften Willen belegen, diesen zur Durchsetzung zu verhelfen. Tut er diese nicht (und das ist heute vielfach der Fall, reine Symbolpolitik), macht er sich lächerlich und zum zahnlosen Papiertiger. Seine Autorität erodiert und es geht in Richtung Anarchie


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