Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: @ Nick (spätes Reply)

Nick, Wednesday, 28.04.2004, 01:58 (vor 7955 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: @ Nick (spätes Reply) von Pokemon am 27. April 2004 20:30:01:

Ethik ist nicht verhandelbar!

Ist es ethisch korrekt, eine 9jährige ein Kind bekommen zu lassen? Ich finde nicht.[/i]

Ich auch nicht, Pokemon. Aber was du hier anführst, ist eine Indikation, die hat mit einem allgemeinen "Recht auf Abtreibung" sachlich überhaupt nichts zu tun.

Indikationen wird es immer geben müssen, z.B. Bedrohunng des Lebens der Schwangeren, Vergewaltigung, oder eben Minderjährigkeit der Mutter. Hier steht nämlich jeweils ein dem Leben des ungeborenen Kindes gleichwertiges Gut in Frage und deshalb muß abgewogen werden.

In der Debatte werden aber gerne diese Ebenen bewußt vermischt, um mit dem Verweis auf die schwangere 9-Jährige der 30-jährigen "Bauchbesitzerin" die problemlose Entfernung der "lästigen Schwellung" desselben zu ermöglichen.

Besonders widerlich und verlogen finde ich, wenn so eine Triene dann aus dem Stand heraus zu "echten Gefühlen des Mitleids" für jene virtuelle 9-Jährige "fähig" ist, aber das Kind, das im eigenen Körper heranwächst, als "ihr gehörig" locker wegmordet - und für dieses "Recht" sogar laut krakelend um die Häuser zieht. Ich will nicht sagen, daß letzteres etwa dein Standpunkt sei, Pokemon, ich will hier nur aufzeigen, wozu das "Argument" für gewöhnlich herhalten muß.

Ethik ist übrigens u.a. deshalb nicht verhandelbar, weil es sonst überhaupt keine Ethik mehr gäbe. Ethik hat transzendente Gründe, sie ist nicht menschengemacht. Dekadente Hirnkonstruktionen wie z.B. "Konsensethik" sind deswegen logischer Unsinn. Ebenso der Hinweis auf "wandelnde Werte", denn die entscheidende Frage wäre dann eben nun mal, wohin sich die "Werte" wandeln. Und das ist wieder eine ethische Frage...

Warum ist "Konsens-Ethik" philosophisch unsinnig?

Das würde bedeuten, daß eine Mehrheit jede beliebige Maßnahme gegen eine Minderheit beschließen und diesen Beschluß "ethisch" nennen kann. "Tja, Wertewandel eben! Pech gehabt!" Nach dieser Logik wäre z.B. die Vergasung der Juden "ethisch" gewesen, falls sie von der Mehrheit der Deutschen gewollt gewesen wäre (was nicht der Fall war). Immerhin hatten sich aber die "Werte" nach 1933 ja entsprechend gewandelt, oder etwa nicht?

Wenn die Mehrheit der Serben die Vertreibung von Bosniaken ok fände, dann wäre das analog auch "ethisch" - "serben-ethisch" gewissermaßen. So wie Abtreibung bei uns eben "Frauen-Konsens-ethisch" ist (sind deshalb so auffällig viele Frauen bei uns "Konsens-Ethikerinnen"?).

Oder wenn Hutus in Ruanda an die 1 Mio. Tutsis massakrierten, dann war das eben "hutu-ethisch"...

U.s.w., u.s.f.

Daß das alles absoluter Blödsinn und philosophisch völlig unhaltbar ist, das ist unmittelbar evident.
Und das merken sogar die DummköpfInnen, die immer so gerne die sog. "Konsensethik" vertreten.
Aber nachdem sie es "gemerkt" haben, vertreten sie sie natürlich für gewöhnlich ungerührt weiter... :-((
"Frauenrechte" beruhen nämlich letztlich auf genau demselben denkerischen Irrtum.
Es sind politische "Konsensrechte", die nur gegen das Naturrecht durchsetzbar sind.
Da senkt "das bißchen Abtreibung" das ethiche Niveau natürlich auch nicht mehr besonders.
Weil es nämlich nicht geht: "Frauenrechte" sind das Gegenteil von Menschenrechten.
So wie es "Männerrechte" auch wären! Nur kommt kaum ein Mann auf so eine blöde Idee.

Nein, Pokemon, die 9-jährige ist nicht gezwungen, als Kind ein Kind auszutragen.
Du hattest ja nur diese einfache Frage aufgeworfen.

Gruß an dich
vom Nick


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