Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Auto-Magazin auf N24 - der Sinn von Frauenparkplätzen

Sven75, Saturday, 24.04.2004, 22:17 (vor 7958 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: Auto-Magazin auf N24 - der Sinn von Frauenparkplätzen von Pokemon am 24. April 2004 17:41:39:

Thema Frauenparkplätze. >Klar doch, oder? Kein Hinweis darauf, dass Frauenparkplätze nirgendwo in der STVO vorgesehen sind und deshalb eigentlich nur in der Hausordnung des entsprechenden Gebäudes rechtskräftige Erwähnung finden.

Das mag richtig sein, aber Vergewaltiger findest Du da auch nicht. Ich als Frau freue mich wenn ich zu später Stunde auf einem von Gebäuden gut einzusehenden Parkplatz parken und damit die Gefahr eines Überfalls so gering wie möglich halten kann.

Das kann durchaus ein Trugschluss ein. Zwar sind diese Parkplätze besser beleuchtet, aber ein Täter, der es gezielt auf Frauen abgesehen hat, weiss nun ganz genau WO die Frauen parken werden.

Darüber hinhaus ist eine Frau dem Täter (das erlaube ich mir jetzt mal, Männer begehen ja auch mehr Straftaten) fast immer körperlich unterlegen, was bei Männern wohl seltener der Fall ist.

Und ich erlaube mir mal, deine Behauptung gleich doppelt anzuzweifeln. Bevor du hier nämlich darstellst, Männer begingen mehr Straftaten, solltest du die genauen Hintergründe erstmal hinterfragen. Die Hintergründe für das Begehen eines Diebstahls/Raubüberfalls sind gänzlich andere als die für das Begehen einer Vergewaltigung. Und für ersteres mögen unter anderem Gründe verantwortlich sein, die sich aus einem Zwang herleiten (Versorgungszwang gegenüber der Familie), der für Frauen nicht existent ist. Also bitte Vorsicht mit solchen Pauschalbehauptungen.

Zum anderen ist das mit der körperlichen Überlegenheit ein ziemliches Märchen. Wenn der Täter bewaffnet ist, spielt es keine Rolle, ob sein Opfer Mann oder Frau ist. Oder glaubst du vielleicht, alle Männer laufen bewaffnet rum? Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass nur solche Männer Gewalt ausüben, die sich darüber im Klaren sind, die nötige Körperkraft dazu zu haben. Und der Großteil der Männer legt es nicht darauf an, Gewalterfahrungen zu machen oder sich auf solche vorzubereiten. Im Gegensatz zu Frauen bekommen diese nichtmal "Selbstverteidigungskurse" gesponsort.

Die Angelegenheit ist bei weitem nicht so einfach mit Klischees zu beantworten, wie du es hier versuchst.

Vielleicht sollte man die Frauenparkplätze abschaffen und dafür doppelt so viele bewachte Parkplätze entstehen lassen. Denn der Sinn der Frauenparkplätze ist ja nicht der, den Damen einen kurzen Weg zum Einkaufen zu ermöglichen, sondern die Sicherheit. Und die sollte doch für Mann UND Frau gelten, oder?

Das sollte man normalerweise meinen, ja. Entweder bewachte/beleuchtete Parkplätze für alle oder für keinen.

Mal eine Frage: Sind Männer jetzt eigentlich von Natur aus nicht so ängstlich wie Frauen oder ist das alles nur anerzogen?

Auch mir ist nicht wohl, wenn ich nachts durch einsame Gegenden ziehe. Es ist aber kein Sinn darin, sich vor allem möglichen zu fürchten, weil etwas passieren KÖNNTE. Ich könnte morgen auch überfahren werden. Soll ich deshalb kein Fahrrad mehr fahren und stattdessen mich gänzlich im Bus verstecken? Es gehört nunmal zum Leben, das nicht alles sicher ist. Und letztlich findet immer eine Abwägung statt, ob ein bestimmter Weg das Risiko wert ist oder ob es nicht einen sichereren Weg gibt, der nur unwesentlich länger ist.

Bei vielen mag aber sicher auch Erziehung eine Rolle spielen. Schliesslich wird Jungen von Anfang an ausgetrieben, vor dem "Bösen" im dunklen Keller Angst zu haben. Haben Mädchen davor Angst, werden sie getröstet, Jungen hingegen wird unterstellt sie seinen Angsthasen. Das hat natürlich Auswirkungen auf später, vor allem auf die Risikobereitschaft. Was wiederum nicht immer was Schlechtes sein muss.

Nebenbei: Dass bei dieser Reportage nur Männer die Übeltäter waren liegt doch in der Natur der Sache, oder? Schließlich waren es FRAUENparkplätze.

Das wäre mir ziemlich egal. Wenn solche Parkplätze frei sind, parke ich dort. Und wenn ich dann angesprochen werde, folgt eine der beiden folgenden Argumentationen:

1) Ich stelle den Vergleich Parkplätze für Frauen/Männer mit Juden/Deutschen oder Weissen/Schwarzen dar.
2) Ich verweise auf die Unverschämtheit, dass in einem Parkhaus mehr Sonderparkplätze für Frauen existieren (die völlig gesund sind) als solche für Behinderte (die WIRKLICHE Benachteiligungen haben).

In beiden Fällen folgt meist betretenes Schweigen. Weil sich weder jemand mit einem Nazi vergleichen lassen will noch zugeben will, dass ihm mehr Rechte zugestanden werden als einem wirklich benachteiligten wie den Behinderten.

Gruss,

Sven


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