Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nicht verstanden?

michail, Friday, 15.10.2004, 21:46 (vor 7783 Tagen) @ Nick

Als Antwort auf: Re: Nicht verstanden? von Nick am 15. Oktober 2004 10:17:52:

Lieber Nick,

daß Feminismus nur Symptom eines umfassenderen Desasters ist, daß man ihn eigentlich gar nicht bekämpfen müßte, sondern nur "fallen zu lassen" brauchte, und daß die sog. Frauenbewegung ein seiner Zeit aus dem Geist gewisser Schulen originär entstandenes politisch ambitioniertes Medienprojekt war, das alles steht ja beim Maskulisten, der ich ja bin, zu lesen.

Allerdings nimmt dem Feminismus seine Eigenschaft, Symptom zu sein, keineswegs die Möglichkeit auch Ursache zu sein für weitere Symptome, die sogar wiederum Ursachen sein können usw. Wäre Feminismus schließlich gar keine Ursache, würde ich liebend gern an meinen digitalen Klängen arbeiten, mehr Bücher lesen, ausgehen... Auch hinsichtlich der Gründe, warum es den Feminismus gibt, und wessen Interessen er dient, könnten wir etwas unterschiedliche Perspektiven vertreten – aber das ist jetzt egal, unwesentlich.

Eben aufgrund der ganz schön vielen "Verursachungen" der Ursache Feminismus etwa in Bildung, Familie wie im ethischen Bewußtsein der Gegenwart, stehen wir alle als Akteure auf sehr unterschiedlichen Orten des gemeinsamen Lebens, jeder seinen Pfeil in die Richtung gezeichnet, aus welcher er den Feminismus anzugehen hat.

Ich habe nun manchmal den Eindruck, daß "Männerbeweger" die Pfeile der anderen in der eigenen Vorstellung willkürlich so weit verlängern, bis sie übers Ziel hinaus das Abwegige, gar Schädliche erreicht haben. Man sieht dann Bruno auf einem Männerministersessel regieren, den Maskulisten das ideologische Schwert über die Köpfe Andersdenkender schwingen oder Nick eine AMME-Redaktion führen...

Sind vielleicht solche Imaginationen Mittel zum selbstverliebten Triumphieren?

Es ist nicht mein Thema, lieber Nick, wie man sich nennt, und war es nie. Diskussionen mit Silbenklauber habe ich bis zum Überdruß geführt, zumeist waren es bisher Menschen, die inhaltlich nicht weiter auffielen. Die Arbeit mache ich nicht mehr.

Wichtiger wäre, uns würde gelingen, den Kampf, den wir manchmal mit unseren Pfeilen wie die Bonobos mit ihren Genitalien veranstalten, zu überwinden, und gemeinsame Schritte auch dann gehen zu wollen, wenn sie vorerst zu klein sind, um gleich den neuen Äon einzuführen.

Beste Wünsche zum beginnenden Wochenende
Michail


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