Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Das Atem-Ministerium

Nick, Thursday, 14.10.2004, 00:56 (vor 7785 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Amendt ist schon gut von Bruno am 13. Oktober 2004 11:55:57:

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Atemfragen und Atemgerechtigkeit:

Jahrtausendelang herrschte anarchische Ungerechtigkeit in der Atemfrage! Menschen mit großem Lungenvolumen - fast immer Männer - verbrauchten egoistisch und ungehindert ein Vielfaches dessen an Atemluft, das von Frauen und anderen Menschen mit kleinerem Lungenvolumen verbraucht wurde.

Niemals durfte dabei die Gerechtigkeitsfrage gestellt werden, denn unter den Bedingungen des Patriarchats konnte es ja nur als "normal" betrachtet werden, daß Männer mehr Luft atmen dürfen, einfach bloß, weil sie Männer sind. Dabei ist leicht und unmittelbar einsehbar, daß es sich um eine systematische Benachteiligung und um eine krasse Ungerechtigkeit handelt! Aus welchem Grund sollte einem Mann mehr Atemluft zustehen, als einer Frau?

Selbst bis in unsere Tage hinein wurde das noch lange widerspruchslos hingenommen. Keiner schien damit ein Problem zu haben. Nun aber ist diese Ungerechtigkeit erkannt! Bündnis 90 / Die Grünen haben auf ihrer letzten Delegiertenversammlung in Bad Schnaufheim einen Leitantrag verabschiedet, der das systematische Aero-Mainstreaming auf die europäische wie auch auf die nationale Agenda setzt! Mit dem roten Koalitionspartner wurde die umgehende Schaffung eines Atem-Ministeriums vereinbart, das alles Notwendige in die Wege leiten soll, um endlich Gerechtigkeit in der Atemfrage durchzusetzen. Der Posten wird mit der Parteivorsitzenden Claudia Hechel-Roth besetzt.

Mittelfristig ist geplant, alle Maßnahmen des Staates darauf zu überprüfen, welchen Einfluß sie auf das Atemverhalten der Bevölkerung haben. Ziel ist es, schon im Vorfeld sich abzeichnenden Ungerechtigkeiten in der Atemfrage bürokratisch zu begegnen, um einen Rückfall in die Vergangenheit sicher zu verhindern.

Ab sofort werden die Atemwerte aller Bürger mittels eines Spirometers erfaßt, der stets als Maske zu tragen ist und niemals abgelegt werden darf. Das ist unbedingt nötig, um eine sichere Meßbasis zur Erfassung der Ungerechtigkeitsschere zu erhalten.

Für den Anfang wurde beschlossen, daß ab 1.11.2004 jeder Bürger deutlich sichtbar an seiner Kleidung ein Label anzubringen hat, auf dem sein persönliches Lungenvolumen abzulesen ist. Menschen mit kleinem Lungenvolumen sind in allen Fällen und in allen Fragen solchen mit großem Lungenvolumen vorzuziehen. Auch Asthmatiker werden privilegiert, da sie wegen ihrer Bronchospasmen trotz großem Lungenvolumen nur wenig Atemluft inspirieren können. Asthma Bronchiale ist also ganz klar ein positives Diskriminierungskriterium in der Atemfrage!

Längerfristig ist geplant, für Menschen mit zu großem Lungenvolumen das monatliche Luftvolumen zentral zuzuteilen und sie von der allgemeinen Atemluft abzutrennen. Es soll so erreicht werden, daß sie sich an verminderten Luftverbrauch gewöhnen können, bis Gleichstellung in der Atemfrage erreicht ist.

Sollte dieser Gewöhnungsprozeß bei Einzelnen erfolglos bleiben, ist nach dreimaliger Abmahnung die Entfernung eines Lungenflügels vorgesehen, um das Atemvolumen auf Normalmaß zu reduzieren.

Im Falle von Aufsässigkeit (z.B. heimliches Entfernen der Atemmaske und "freies" Luftholen) wird eine Geldstrafe verhängt, im Wiederholungsfalle auch Haft, und in ganz hartnäckigen Fällen kann sogar die Versiegelung der Atemwege bei Erreichen des erlaubten monatlichen Atemverbrauchs angeordnet werden.

Atemministerin Claudia Hechel-Roth hat mit Liebesministerin Renate Schmidt und Gerechtigkeitsministerin Brigitte Zypries vereinbart, daß dies nicht als Exekution mißverstanden werden darf, sondern als natürliche Todesfolge aufgrund einer rechtsstaatlichen Maßnahme zur Gleichstellung in der Atemfrage und zum Durchsetzen des Sieges der Gerechtigkeit und der Gleichheit aller Bürger. Etwaige Proteste gegen diese rechtsstaatlichen Maßnahmen, inbesondere Verbalinjurien gegen die Sanktionsmaßnahmen als "Exekution" o.ä. wird mit Haft und Atemreduktion geahndet, wegen Verunglimpfung des Staates und seiner Repräsentanten.

Mit dem willkürlichen Verbrauch von Atemluft durch Männer muß es in unserem Land ein Ende haben!

Dafür sorgt die Partei der ökologischen Erneuerung!

Grün wirkt!

gez. Claudia Hechel-Roth
(Atem-Ministerin der Bundesrepublik Deutschland)


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