Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Nicht verstanden?

Nick, Friday, 15.10.2004, 13:17 (vor 7784 Tagen) @ michail

Als Antwort auf: Nicht verstanden? von michail am 15. Oktober 2004 07:05:55:

Lieber Michail!

Gegen Bruno hat sich meine "Pressemitteilung des Atemministeriums" natürlich gar nicht gerichtet. Auch nicht gegen Amendt und andere, die in diesem Bereich arbeiten. Natürlich ist das eine taktische Option, die sehr wertvoll ist und weiterhilft. Aber es besteht dabei die Gefahr, daß man blind wird und sich auf ein verkehrtes Machtspiel einläßt. Und das kann man dann nur verlieren - sogar wenn man "gewinnt" - weil die Karten nämlich immer von anderen gemischt werden.

Das angebliche "Feminat" ist im Grunde nur eine Schimäre. Deshalb ist die 'Krücke seiner taktischen Not' eben allenfalls für die darin engagierten Frauen eine Not. Ist das wirklich wichtig? Sobald das restlos aufgedeckt oder aus anderen Gründen obsolet geworden wäre, wäre auch der ganze Fall erledigt, samt der "Macht", die "die Frauen" angeblich haben. In Wahrheit werden sie doch nur obszön als infantile Idiotinnen vorgeführt - und machen oft genug deppert mit und schnallen es nicht. Zur Zeit kann man mit dieser schrägen Schimäre die Gesellschaft aber besonders gut spalten und ordentlich meschugge machen. Nur wegen dieser spezifischen 'Eignung' gibt es "den Feminismus" überhaupt: er fördert zur Zeit eben ganz besonders gut "die Geschäfte".

Der Geschlechterkrieg ist nur ein "kleines" Oberflächenphänomen, wenn auch eines mit absolut katastrophalen Folgen. Eine eigene "Ursache" aber ist er nicht, für garnichts. Das ganze GM dient ja nicht "den Frauen", sondern dem interessegeleiteten Spalten und Kontrollieren der Bevölkerung.

Ich bin, wie Maesi, der Ansicht, daß ein "Fuß fassen" im gegnerischen Graben des Geschlechterkrieges diesen idiotischen Krieg nicht beenden, sondern weiter anfachen würde. Mir geht es nicht darum, ihn zu gewinnen, sondern ihn zu beenden. Das ist nicht dasselbe.

Folgerichtig sehe ich überhaupt keinen Sinn darin, etwa einen isolierten, abgetrennten "Kampf für Männerrechte" zu führen, quasi eine Art 'Feminismus auf männlich': "Wenn die Frauen gegen die Männer kämpfen, dann kämpfen jetzt die Männer eben auch gegen die Frauen". Das wäre blanker Unsinn! Wahnsinn! Männerdiskriminierung, "Feminisierung" des gesamten gesellschaftlichen Lebens, rassistische Weiberverherrlichung und zielgerichtete Entvaterung sind einfach ein perverser Angriff auf die Menschenrechte: deswegen hat das zu unterbleiben!

Es wäre also auch in der Geschlechterfrage vor allem nötig, einen Kampf gegen mediale Anmaßung und staatlichen Regelungsfanatismus auf diesem Gebiet zu führen: für das Recht (und entsprechenden gesetzlichen Schutz) von Männern und Frauen, ihr partnerschaftliches Zusammenleben ohne staatliche Bevormundung zu regeln; gegen "Tugendterror" und sittenpolizeiliche Bürokratisierung der Intimsphäre; für die Heilung der Familien; für das Recht der Kinder auf ihre beiden Eltern; für die Wiederermöglichung von Liebe und Reifung derselben, damit sie nicht von staatlich aufgemotzten Ideologentruppen (welcher Couleur auch immer) nach Belieben demoliert wird.

All das beinhaltet zur Zeit - unter den gegebenen Umständen des ideologischen Feminismus - eben vorrangig ein Beseitigen der Eingriffe, die zu Lasten der Männer gehen und sie marginalisieren. Nur von daher macht die ganze Sache für mich einen Sinn. Ein maskulistischer "Gerechtigkeitsminister" aber wäre mir genauso widerlich, wie eine feministische Ministerin Zypries. Wo, bitteschön, wäre der Unterschied, außer in der Polarität?

Ich hatte bei Bruno nie den Eindruck, daß es ihm um ein Anheizen des Geschlechterkrieges geht, sondern im Gegenteil um ein Heilen der desolaten Verhältnisse zwischen Mann und Frau. Das habe ich immer sehr geachtet, und auf diesem Hintergrund verstand ich auch immer seine "homöopathische Methode". Unter der Prämisse stimme ich ihr vollkommen zu. Ich bin aber ausdrücklich kein Maskulist! Ich hasse Ideologien aus tiefstem Herzen, sie sind eine einzige Landplage, egal wie sie heißen und wie 'edel' sie sich geben. Sollte der Weg von manchen Leuten hier in so eine ideologische Richtung gehen (und das wird natürlich so kommen), dann habe ich damit rein garnichts zu tun und hatte es auch nie. Das habe ich stets so und nicht anders gesagt.

Wo sich die Interessen decken, kann man immer zusammenarbeiten, sofern das fair und unter klarer Respektierung der Unterschiede vonstatten geht. Aber eine Vereinnahmung oder gar eine "Gleichschaltung" zu einer homogenen "Männerbewegung" würde immer ohne mich stattfinden.

Das ist meine Positionierung in der Angelegenheit.

Nick


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