Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: "mit zwei fetten Negern in eine Zelle"

Paul, Saturday, 27.11.2004, 23:11 (vor 7739 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: "mit zwei fetten Negern in eine Zelle" von Odin am 27. November 2004 20:51:17:

Herr Daschner wird sicherlich noch in den Genuss seiner Entscheidung kommen, wenn das Verfahren erstmal beendet ist.

Was meinst Du denn damit?
Wünschst Du Herrn Daschner, daß er irgendwann einmal in die Rolle ...
... von Magnus Gäfgen,
... von Jakob von Metzler,
... eines Entführungsopfers, für das sich niemand ins Zeug legt,
kommt? Oder wie oder was?
*Kopfkratz*
Ekki

Ich denke, daß sich Herr Metzler schon noch erkenntlich zeigen wird.
Ein "Normalbürger" kann das nicht. Daher wird auch kein Polizist - und schon gar kein höherrangiger - sich so für ihn einsetzen

Du glaubst also nicht, dass es Leute gibt die (hier allerdings m.E. falsch verstandenem) Idealismus handeln? Ich schon. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, daß Herr Metzler sich finanziell erkenntlich zeigt, ja, es besteht sogar die Möglichkeit, daß er dies schon während der Suche nach seinem Sohn in Aussicht stellte. Erscheint mir sogar plausibel, zumindest ich würde nämlich an seiner Stelle so handeln. Aber letztendlich hat das mit der Folterdiskussion erstmal nichts zu tun. Geld ist nur ein Handlungsmotiv unter mehreren möglichen.

Ich sehe das ganze ähnlich wie Max: Folter ist und bleibt verboten, und das ist gut so. Und sollte sich dann doch einmal die Situation eines "übergesetzlichen Notstands" ergeben, so muss jeder mit seinem _Gewissen_ vereinbaren, ob er hier absichtlich das Gesetz übertritt und dafür - je nach späterer Einschätzung des Gerichts eine mehr oder minder grosse Strafe in Kauf nimmt. Das hat zwei Vorteile: Es findet kein "Dammbruch" statt, wie es bei einer offiziellen Legitimation durch ein Gesetz oder Grundsatzurteil möglich wäre. Andererseits kann es natürlich Situationen geben, wo es praktisch keine Handlungsalternative gibt - allerdings sind die zum Glück noch blosse Theorie: Z.B. die unmittelbare Bedrohung durch Terroristen mit biologischen Waffen wäre so ein Szenario. Ich glaube kaum, daß sich hier im Zweifelsfall jemand vom "richtigen" Handeln (in diesem Fall tatsächlich unermesslichen Schaden abzuwenden) durch ein Gesetz abhalten lassen wird. Allerdings braucht man dafür eben auch deswegen kein Gesetz, weil dies absolute Ausnahmefälle sind. Ein Hauptfehler in Deutschland ist m.E., daß man glaubt, für jeden Einzelfall, und sei er noch so unwahrscheinlich, müsse ein Gesetz oder eine Verordnung existieren. Wie absurd! Das nützt niemandem, ausser den Bürokraten. Es wird immer - schon rein prinzipiell - "rechtsfreie" Räume geben, hier muss halt das Gewissen und der gesunde Menschenverstand ran. Das kann doch eigentlich nicht so schwer sein?

Gruss,
Paul


gesamter Thread:

 

powered by my little forum