Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Erhobenen Hauptes mit offenem Blick in die Augen schauen

Ruth Teibold-Wagner, Wednesday, 27.10.2004, 11:22 (vor 7771 Tagen) @ gibsmir

Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von gibsmir am 26. Oktober 2004 16:00:47:

mir wird schlecht von soviel reaktionärem Frauengeplapper! "konservativ und aufgeschlossen für die Moderne"? Wie soll das gehen, das ist ein Widerspruch in sich...

Das ist der Denkfehler: Modernität würde nicht mit Konservativität zusammenpassen. Moderne könne man nur mit Heimatlosigkeit erkaufen. Man müsse, um "modern" zu sein, das Eigene verraten. Man müsse englisch sprechen, bevor man die eigene Mundart oder deutsch kann. Der Denkfehler besteht in der Vorstellung, konservativ wäre "hinterwäldlerisch".

Doch moderner Konservatismus verbindet traditionelle Werte mit Technologie und Weltaufgeschlossenheit. Das ist schon seit über zwanzig Jahren eine Platitude, das wissen sogar viele Grüne, vor allem diejenigen, die sich ihre ökologische Überzeugung erhalten haben, die a priori konservativ ist.

Dass das konservative Konzept der Verbindung von Tradition und Moderne überaus erfolgreich ist, zeigt sich immer wieder im Leben, gerade auch in der ökonomischen Praxis:

- Erst wenn ich verwurzelt bin, kann ich mit erhobenem Haupt in die Welt hinaus gehen.
- Erst wenn ich in der eigenen Kultur fest und sicher verankert bin, kann ich auf der modernen Klaviatur spielen und in Kontakt mit anderen Kulturen treten.
- Erst wenn ich mir das Eigene angeeignet habe, erst dann kann ich mit gesundem Selbstbewußtsein auf die Bühne der Welt treten.
- Ich kann erst tolerant sein, wenn ich mich selbst annehme.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere lieben.
- Erst wenn ich mich selbst liebe, kann ich andere, die mir gefährlich sind, bekämpfen.

Wenn ich keine eigene Identität habe, dann ist mein Selbstbewußtsein schwach.
Identitätsschwäche ist überall im Leben, und auch für die Ökonomie fatal, da die Ökonomie zum großen Teil aus Psychologie besteht:
Handelspartner, überall auf der Welt, mögen keine schwachen Partner, denen man nicht trauen kann, bei denen man nicht weiß, wie man dran ist. Sie mögen selbstbewußte Partner, die zu sich stehen und sich zu sich bekennen. Ich möchte auch nur mit Menschen Geschäfte machen, die mir erhobenen Hauptes in die Augen schauen können.

In der Liebe ist es genauso.
Frauen mögen keine konturlosen Männer ohne Ecken und Kanten, die nicht in die Augen schauen können. Frauen mögen selbstbewußte, gestandene Männer mit Charakter, die ihnen mit offenem Blick in die Augen schauen können.

In Bayern heißt das: "Laptop und Lederhose."

Bei uns heißt das: "Wir können alles. Außer Hochdeutsch."

Und das ist gut so.

Gruß
Ruth


gesamter Thread:

 

powered by my little forum