Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften?

Ruth Teibold-Wagner, Tuesday, 26.10.2004, 16:43 (vor 7772 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Welchen Geschlechts sind die Stuttgarter Intrigen-Seilschaften? von Andreas am 26. Oktober 2004 10:57:18:

Hallo,

Ich komme zufälligerweise aus diesem Bundesland.

Ich auch.

Schavan hat es in wenigen Jahren geschafft, das baden-württembergische Bildungssystem vollends plattzumachen. Viele Bekannte von mir, die nach ihrem Studium eine Laufbahn als Lehrer anstrebten, sind mittlerweile nach Bayern abgewandert, weil die Zustände hier regelrecht katastrophal sind.

Linke Legende.

Schavans Stärken:

- Die BaWü-Schüler sind deutsche Spitzenreiter im Pisa-Test.
- Hier gelten noch "Sekundär-Tugenden", die anderswo in emanzipatorischer Unverbindlichkeit gelandet sind.
- Schavan führt den Abwehrkampf gegen die menschenfeindliche Un"kultur" des Islam in Deutschland an. Sie macht Ernst mit dem Prinzip "keine Toleranz den Intoleranten", z.B. wird auf ihr Betreiben hin in BaWü als erstem Land ein Gesetz für das Kopftuchverbot in den Schulen eingeführt.
- Das 8-klassige Gymnasium wurde in BaWü schon eingeführt, als in anderen Ländern noch nicht mal darüber diskutiert wurde.
- Schavan hält engen Kontakt zur Wirtschaft, orientiert auf Wirtschaftsbezug des Bildsystems.
- Sie orientiert ganz klar auf die Beibehaltung der Dreigliedrigkeit und wertet die Hauptschule auf.

Permanent neue Regelungen, die kurze Zeit später wieder abgeschafft werden. Diese Frau kopiert in ihrem Reformeifer alles, was sie irgendwo in anderen Ländern aufgeschnappt hat - egal, ob es sinnvoll ist oder nicht. Man erkennt keinen roten Faden in ihrer Politik, ein einziges Hin und Her ohne Konzept oder Planungssicherheit.

Das stimmt doch nicht. Die Leitlinie heißt: Tradition und Moderne. Das ist eine klare Orientierung, genau dasselbe wie das bayrische "Laptop und Lederhose".
In der globalisierten Welt können wir nicht ohne Heimat bestehen, das predigt sie immer wieder, und damit hat sie recht. Heimat heißt nicht, hinterm Berg zu Hause zu sein, sondern verwurzelt zu sein und virtuos mit den neuen globalen Kulturtechniken umgehen zu können.
Die linken sagen nur die Hälfte davon. Sie haben die EIGENE Tradition und Heimat vergessen, und genau das ist ihr Fehler. Sie meinen, dann modern zu sein, wenn sie das eigene verraten. Aber es ist genau umgekehrt: Auf der Basis des Eigenen ist erst ein Erfolg in der Welt möglich.

Kommentar eines Freundes von mir: Wenn die Schavan im Flugzeug neben einem Texaner sitzt, dann haben wir einen Monat später das texanische Schulsystem in Baden-Württemberg.

Dadurch, dass das ein "Freund" sagt, wird es nicht richtiger.

Ich möchte diese Frau hier nicht als Ministerpräsidentin. Das liegt nicht daran, daß sie eine Frau ist - es liegt daran, daß diese Frau eine Paradebeispiel für absolute Mittelmäßigkeit und Inkompetenz in der deutschen Politik ist.

Sie ist nicht mittelmäßig, sondern konservativ und aufgeschlossen für die Moderne, hat Führungsqualitäten und Überzeugungskraft. Genau diese Mischung brauchen wir.

Gruß
Ruth


gesamter Thread:

 

powered by my little forum