Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Erzähl du mir nix von Seriosität

Mischa, Tuesday, 26.10.2004, 12:30 (vor 7772 Tagen) @ Maesi

Als Antwort auf: Re: Erzähl du mir nix von Seriosität von Maesi am 25. Oktober 2004 19:36:50:

Moin,

Joerg hat voellig korrekt dargelegt, dass Vergewaltigung in der Ehe nicht immer ein Straftatbestand war.

Ja und? Habe ich das bestritten?

Die Vergewaltigung in der Ehe konnte aber erst dann als separater Straftatbestand ins Strafgesetzbuch Eingang finden, als man nachwies, dass es tatsaechlich Faelle von Vergewaltigung in der Ehe gibt - und dazu war wiederum eine entsprechende Forschung vonnoeten, die diesen Nachweis erbrachte.

Quatsch! Es gab immer schon den erzwungenen Beischlaf in der Ehe und das war sehr wohl bekannt. Es war sogar ausdrücklich als eheliche Pflicht im Gesetz definiert. Nicht die Forschung hat hier etwas bewirkt, sondern der Wertewandel der Gesellschaft. Irgendwann in den 70ern hat der Gesetzgeber eingesehen, daß Frauen auch Menschen sind und ein Recht an ihrem Körper haben.

Wie Joerg wiederum richtig anmerkte, gibt es diese Forschung von Vergewaltigung an Maennern bis heute nicht, also kann auch keine wissenschaftlich untermauerte Aussage ueber maennliche Vergewaltigungsopfer gemacht werden.

Mag sein. Fakt ist aber, daß Sexualdelikte an Männern heute definitiv unter Strafe stehen, ob es sie gibt ist dabei zweitrangig. Keine Frau kann mit Recht einen Mann zum Sex zwingen, tut sie es dennoch, so kann sie angezeigt und bestraft werden. Hier ist keine Forschung notwendig, um einen neuen Straftatbestand zu definieren, es gibt ihn schon.

Hoppla, hier hast Du beinahe unmerklich, dafuer aber grundlegend, Deine Position veraendert.

Kann es sein, daß es dir entgangen ist, daß ich keine Position einnehme? Ich habe lediglich die IST Situation beschrieben.

Zunaechst existierten nach Deiner Einschaetzung praktisch keine maennlichen Vergewaltigungsopfer;

Falsch! Ich schrieb, daß Männer keine Vergewaltigung anzeigen, obwohl sie es könnten, wenn es sie gäbe.

gestuetzt hast Du dies durch die apodiktische Behauptung, Frauen wuerden keine Maenner vergewaltigen, weil sie das nicht wollten.

Ich kenne fast keine derartigen Fälle. Und wenn du mal die Realität checkst, wirst du auch kaum derartige Fantasien finden. Es gibt massenhaft Pornos, in denen Männerfantasien bedient werden, auch gewalttätigen Sex an Frauen. Umgekehrt gibt es das (fast)nicht. Was sagt uns das? Eben, Frauen haben offensichtlich nicht den Wunsch nach männlicher Vergewaltigung.

Dann hast Du Polizeistatistiken zitiert, um mit den niedrigen Fallzahlen von sexueller Noetigung von Maennern durch Frauen Deine Behauptung zu stuetzen - schon etwas glaubwuerdiger.

Meine Behauptung leitet sich eben aus dieser Statistik ab. Da ist ein Unterschied!

Und nun gestehst Du ein, dass Maenner solche Straftaten (so sie denn in relevantem Umfang Opfer davon werden) kaum anzeigen;

Geht es noch doofer? Es gibt keine Anzeigen und was nicht benannt wird, das kann schlecht bewertet werden. Worauf willst du hinaus?

Wie Joerg bin auch ich der Meinung, dass die klassische Vergewaltigung von Maennern durch Frauen sehr selten ist.

Der Meinung bin ich auch. Und nu?

Weit haeufiger ist wohl die emotionale Manipulation, um zu Sex und damit zu Sperma zu kommen -

Und soll das nun Eingang ins Gesetz finden?

Hier koennte man wohl am ehesten von Noetigung sprechen, denn nichts anderes ist es, wenn ein Mann gegen seinen Willen zum Vater gemacht wird -

Nee, das glaub ich jetzt echt nicht. Gummi drüber und gut ist es. Nur so als Tip.

mit allen unterhaltsrechtlichen Konsequenzen. Wieviele solcher Faelle es gibt, wissen wir nicht; denn auch das wurde bislang nie erforscht.

Ach? Es geht um die Verantwortung? Doch, die ist gut erforscht. Lies mal bei Amendt, da ist der verantwortungslose Väter Anteil ganz gut dokumentiert.

Im uebrigen kann ich mir vorstellen, dass die daraus resultierenden psychischen Belastungen des als Samenspender 'missbrauchten' Mannes durchaus jenen einer Vergewaltigung entsprechen -

Abgründe tun sich auf. Ich spar mir den Kommentar.

insbesondere, da er ueber 20 Jahre lang durch die monatlichen Unterhaltszahlungen an die Folgen dieses 'Missbrauchs' erinnert wird.

Wieder mal die Kohle. Man sollte Kindern über 18 das Vögeln verbieten, dazu braucht es Verantwortung und die hat offensichtlich nicht jeder sogenannte ERwachsene.

Im uebrigen gibt es sehr wohl eine erhebliche Zahl von maennlichen Vergewaltigungsopfern, wie Warren Farrell nachweist. Sie sitzen meist im Knast und werden dort von Mitgefangenen vergewaltigt - diese Vergewaltigungsopfer fallen nahezu immer unter den Tisch.

Nein, die fallen nicht unter den Tisch. Es gibt jede Menge männliche Vergewaltiger, die auch Männer vergewaltigen. Das ist eine Sauerei, aber keine, die mit den Frauen zu tun hat. Es ist ein Männerproblem, das von Männern gelöst werden muß.

Mischa


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