Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Verlierer wählten Radikale ... wen wunderts?

Eugen Prinz, Tuesday, 21.09.2004, 16:34 (vor 7808 Tagen) @ Jolanda

Als Antwort auf: Re: Die Verlierer der Gesellschaft wählten Radikale von Jolanda am 21. September 2004 08:17:29:

>wundert mich nicht. Beraubt man das Individuum sämtlicher Handlungsmöglichkeiten, dann kollabiert oder explodiert es. Wer weiß, ob es noch eine Wahl gibt.

Eugen[/i]

---Du meinst also, wenn der Mensch keine Vorbilder mehr hat, dann wird er primitiv?

Nein, das habe ich nicht gemeint.

Wir haben bei uns einerseits eine staatliche Überregulierung, andererseits eine steigende Arbeitslosigkeit. Durch beides werden die Kontroll- und Handlungsbedürfnisse der Individuen stark eingeschränkt. Da werden sie entweder depressiv oder cholerisch. Das bedeutet auf politischer Ebene: Sie wählen nicht mehr, ziehen sich in private Konsumwelten zurück. Oder sie wählen radikal, wenn sie nicht gleich Häuser anzünden und harmlose Leute totschlagen.

Hitler hat den Menschen Handlungs- und Kontrollmöglichkeiten geboten - im Arbeitsdienst, in der Wehrmacht, gegen die Juden, gegen die Intellektuellen; wenn man so will: Ventile gegen den Frust des verlorenen Weltkrieges und der Arbeitlosigkeit, und als Entschädigung für den Verlust der politischen Freiheiten und die Gleichschaltung. Das haben sie nicht durchschaut, jedenfalls zu wenige, und so kam es zur Katastrophe.

Die Politik hierzulande muss den Menschen brauchbare Perspektiven bieten, oder sie wenigstens nicht daran hindern, welche zu entwickeln, dann brauchen die Politiker auch nicht dauernd das Gespenst Hitlers an die Wand zu malen.

Von diesen Perspektiven interessiert mich vor allem der Teilbereich des Geschlechterverhältnisses. Den jungen Frauen werden Perspektiven geboten. Sie werden großgeschwätzt, sie kriegen Quoten und Ministerien, sie kriegen einen girls-day und rote Teppiche ins Internet, sie kriegen eine bevorzugte Gesundheitsführsorge, dürfen zum Militär und müssen garnichts mehr.

Wenn man den jungen Männer all dies verweigert, dann wundert es mich nicht, wenn sie radikal wählen.

Eugen


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