Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Und?

Manfred, Saturday, 01.05.2004, 15:08 (vor 7951 Tagen) @ Martin

Als Antwort auf: Re: Und? von Martin am 30. April 2004 21:58:12:

Genau in diese Kerbe wollte ich auch grade schlagen und bin daher über Deinen letzten Thread ("Ich bin ein Liebhaber von Wahrscheinlichkeiten...") mehr als verblüfft.
Denn gerade darin besteht doch das Wesen jeglicher Versicherung. Versicherungen sind der unvollkommene -wenn auch sympathische- Versuch, der Natur das Stückchen Humanität in Form geregelter Gerechtigkeit abzutrotzen, dass sie uns normalerweise nicht freiwillig gibt.
Aber die Naturgesetze zu ändern gelingt uns deswegen nicht: der Preis für diesen Eingriff liegt im doppelten Wortsinne in den Versicherungsbeiträgen.
Die müssen aber bezahlt werden und die Rechnung zwischen Prämie und Erlös im Versicherungsfall muss aufgehen! Hier ist nunmal die Wahrscheinlichkeit
(die Mutter jeglicher Statistik ;-) unabdingbar - ob es uns gefällt oder nicht.
Das wird spätestens dann sichtbar, wenn man einzelne Beispiele ins Groteske (aber was ist das unter einem solchen Regime überhaupt) überzieht.
Z.B. könnte man sich bei KFZ-Versicherungen ja auch durchaus fragen, warum sie nicht auch für Radfahrer und Fußgänger erhoben wird. Üblicherweise wäre die Unsinnigkeit dieses Gedankens schnell entlarvt: die Wahrscheinlichkeit, daß ein Fußgänger jemanden totfährt ist nunmal recht gering, also hat er nicht die Risiken zu tragen, die vorhersehbar andere betreffen.

Und in dieser Vorhersehbarkeit bzw. Wahrscheinlichkeit liegt meines Erachtens nach auch der einzige Schlüssel im Umgang mit diesem Problem.
Ist aber das Prinzip der Wahrscheinlichkeiten erstmal aufgehoben ist das auch der Tod des herkömmlichen Versicherungsprinzipes. Vielleicht allerdings die Wiedergeburt einer neuen Form von Totalitarismus.

Gruß,
Manfred


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