Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Schrecklich

Der Bachelor, Friday, 30.04.2004, 23:18 (vor 7952 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Schrecklich von Garfield am 30. April 2004 14:56:26:

Hallo Bachelor!
"Andererseits, genau DAS wäre wohl der beste Männerwecker, den es jemals geben könnte. Dann würde es nämlich wohl selbst der größten Schnarchnase dämmern, dass hierzulande etwas im Argen liegt."
Ja, aber Frauen wären letztendlich genauso betroffen. Und die Frage ist, wer es dann schafft, den Unmut der breiten Masse zu kanalisieren. Wenn wir Glück haben, wird es vielleicht jemand sein, der alles wieder in die richtige Richtung lenkt. Die Geschichte lehrt aber, daß es meist die falschen Typen schaffen, die Massen für sich einzunehmen und ihnen dann einen ganz falschen Weg zu weisen.

Die Gefahr besteht durchaus. In der Unzufriedenheit gedeiht Extremismus jeder Art. Fakt ist aber, dass sich ganz langfristig alle extremen Ungleichgewichte auflösen, die Frage ist nur, welches Trümmerfeld zurückbleibt.

Deshalb sollten wir alles tun, um es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Noch geht es uns gut, und das legt eine konservative Einstellung nahe. Wir müssen unsere Gesellschaft sowohl gegen neo-"liberale" Profithaie als auch gegen diverse selbsternannte Gutmenschen verteidigen.

Richtig. Wobei den Profithaien einfach beizukommen wäre, wenn sich die Menschen in Summe endlich rational verhalten würden. Bei vollkommener Konkurrenz schmelzen die Gewinnmargen nämlich auf ein Minimum zusammen. Das setzt allerdings voraus, dass Konsumenten jederzeit alle Informationen besitzen, diese Informationen in Beziehung zueinander setzen und in ihr Kaufverhalten einfliessen lassen. In der heutigen Zeit sind zwar die Informationen mehr als vorhanden, aber zumeist fehlt die Zeit, diese Infos zu verknüpfen bzw. sie umzusetzen. Das perfide System der Leistungs- gesellschaft zwingt die meisten, weder rechts noch links zu schauen, sondern schlichtweg ihre Brötchen zu verdienen.
Anzusetzen wäre beim Konsumentenschutz und beim Wettbewerbsrecht.
Die Gutmenschen sind Ausdruck eines Zeitgeistes, dem kurzfristig wohl nicht beizukommen ist. Es muss in der Geschichte der Menschheit wohl auch diese Periode vorkommen.

Was mir in der deutschen Politik fehlt, sind Leute vom Format eines Bismarck. Also eben Menschen, die vorausschauend handeln und nicht immer nur das schnelle Geld oder sonstige kurzfristige Vorteile sehen. Aber das jetzige politische System ist so aufgebaut, daß solche Menschen keine hohen Posten erreichen, und Idealisten kommen da erst recht nicht weit. Es ist wie mit Flaschen, die man auf den Grund eines Schwimmbeckens stellt: Eine mit Goldstaub gefüllte und somit wertvolle Flasche wird unten stehen bleiben, während eine mit Luft gefüllte und so nahezu wertlose Flasche sehr schnell nach oben steigen wird. Es gibt durchaus idealistische und fähige Politiker in Deutschland - aber die bleiben meist auf den unteren Ebenen hängen. Oft wollen sie da auch gar nicht weg, weil ihnen die Region, in der sie tätig sind, ans Herz gewachsen ist. Diejenigen aber, die nur für Geld und Macht in die Politik gehen, interessieren sich in keiner Weise für den Posten, auf dem sie gerade sitzen, sondern schielen immer nur auf den nächsthöheren Posten, der ihnen noch mehr Macht und noch mehr Geld einbringen soll. So steigen die natürlich schnell auf, und wenn erst mal genug von solchen machtgeilen Abzockern in den höchsten Ebenen sitzen, dann sorgen die schon dafür, daß kein Idealist mehr dazu kommt und sie dort stören kann.
Und deshalb brauchen wir nicht darauf warten, daß irgendein Spitzenpolitiker - ganz gleich, aus welcher Partei - irgendetwas massiv zum Positiven bewegt. Das tun die nur, wenn wir sie dazu zwingen.

Jep. In der Politik hast du heute nur mehr die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die eine Partei mag höchstens marginal besser sein als die andere, schlecht sind sie alle, ohne Ausnahme. Dazu passt recht gut eine Partei wie die Feministische Partei, der bei der letzten Bundestagswahl zwar kein Erfolg vergönnt war, aber in der Berichterstattung im Vorfeld von den öffentlich-rechtlichen Medien keinerlei Gegenwind ins Gesicht bließ. Übrigens find ich es schade, dass es das dortige Forum nicht mehr gibt. Wer auch immer behauptet, Radikalfeministinnen gibt es nicht, wurde sofort eines besseren belehrt.

mfg,
der Bachelor


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