Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente?

Garfield, Tuesday, 27.04.2004, 21:43 (vor 7955 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Gleichberechtigung bei Riester-Rente? von Eugen Prinz am 27. April 2004 17:33:00:

Hallo Eugen!

"Dann kommt es - völlig "gleichberechtigt" - dahin, dass Frauen ihre Rente selbst finanzieren dürfen!"

Leider nicht. Denn wenn die Riester-Rente durch diesen neuen Blödsinn noch uninteressanter wird und sich dann noch weniger Menschen dafür entscheiden, dann wird flugs ein Gesetz herausgebracht werden, das Riester-Rente für alle Pflichtversicherten obligatorisch macht.

Das ist nämlich auch schon länger im Gespräch. Und vielleicht ist es sogar ein Hintergedanke bei diesem neuen Schildbürgerstreich. Wenn dann nämlich kaum noch Riester-Verträge abgeschlossen werden, kriegt man so ein Gesetz noch leichter durch, mit dem Hinweis darauf, daß man die Menschen so zur Altersvorsorge anhalten müsse. Daß alle Pflichtversicherten so noch mehr an echter Altersvorsorge gehindert werden, interessiert unsere Bonzen ja nicht.

Dann erhöht man die Riester-Rentensummen schrittweise weiter und senkt dafür die Beiträge zur staatlichen Rentenversicherung. Natürlich werden die Pflichtversicherten dabei draufzahlen, da der sogenannte "Arbeitgeberanteil" (der tatsächlich selbstverständlich ebenfalls vom Pflichtversicherten erarbeitet wird, also inoffizieller Teil des Lohnes ist) dann still und heimlich immer mehr wegfallen wird und die Pflichtversicherten das durch weit höhere Riester-Rentenbeiträge ausgleichen müssen.

So zieht man den Pflichtversicherten das Geld aus der Tasche. Wenn sie dann aber mal alt sind, wird ihnen die Riester-Rente auch nicht viel nützen. Bei privaten Rentenversicherungen sieht das ja meist so aus, daß man eine bestimmte Mindestsumme garantiert hat. Auch bei der Riesterrente ist ja Bedingung, daß man mindestens das herausbekommen muß, was man eingezahlt hat.

Versprochen wird dann aber immer noch ein satter Zusatzbonus. Der fällt hoch aus, wenn die Versicherung mit dem Geld gut gewirtschaftet hat. Wenn sie schlechte Geschäfte macht, fällt dieser Bonus entsprechend geringer aus.

Momentan ist private Rentenversicherung ein gutes Geschäft. Die heutigen Rentner beziehen ihre Renten zum großen Teil aus der staatlichen Rentenkasse. Sie belasten die privaten Rentenversicherer also wenig. Auf der anderen Seite schließen heute auch viele Pflichtversicherte private Rentenversicherungen ab, zahlen also an die privaten Rentenversicherer. So können die im Moment hohe Renten auszahlen und mit diesen hohen Renten werben.

In 30 Jahren wird das aber ganz anders aussehen. Dann werden die privaten Rentenversicherer mehr Rente auszahlen müssen als heute, sie werden andererseits aber weniger Beiträge reinbekommen, weil weniger Menschen erwerbstätig sein werden. Das ist dann schon kein so gutes Geschäft mehr. Und dann werden sie also auch nicht mehr viel mehr als die garantierten Mindestsummen auszahlen.

Und diese Renten werden dann auch noch besteuert. Da kann sich nun jeder ausrechnen, was da für ihn noch übrig bleibt.

Ich mache mir jedenfalls keine Hoffnungen mehr auf irgendeine Rente, die zum Leben reicht.

Frustrierte Grüße
von Garfield


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