Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Schrecklich

Der Bachelor, Thursday, 29.04.2004, 23:03 (vor 7953 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: ja, aber dann bitte überall von Garfield am 29. April 2004 18:36:16:

Hallo Eugen!
"Ich habe den Verdacht, sie wissen es gut genug."
Das glaube ich nicht. Unsere Herren und Damen Politiker beweisen schon seit Jahrzehnten immer wieder auf's neue eine erstaunliche Kurzsichtigkeit. Da wird nur beschlossen, was kurzfristig Geld einbringt oder kurzfristig Wählerstimmen sichert (und damit letztendlich auch wieder Geld einbringt).
An die langfristigen Folgen ihres Handelns denken sie ganz offensichtlich grundsätzlich nicht. Wenn sich dann wieder mal zeigt, daß der kurzfristige finanzielle Nutzeffekt sich bald in finanziellen Schaden umkehrt, dann flickt man hier ein wenig rum, zieht den Leuten dort noch ein wenig Geld aus der Tasche und hofft, daß das Ganze noch bis zur eigenen Pensionierung irgendwie so weiter laufen wird.
So hat man das Schuldprinzip bei Scheidungen abgeschafft, um die Sozialhilfe-Kosten für durch eigenes Verschulden geschiedene und arbeitsscheue Ex-Ehefrauen auf die Ex-Männer abzuwälzen. Und nun wundert man sich darüber, daß Männer aus Angst, abgezockt zu werden, vor der Ehe zurück scheuen.
So hat man der Rentenkasse immer mehr Rücklagen genommen und sie gleichzeitig zunehmend durch Rentenauszahlungen belastet, für die niemals irgendwelche Rentenbeiträge gezahlt wurden. Das stopfte kurzfristig Löcher in der Staatskasse und brachte bei Wahlen Stimmen von Rentnern. Und nun wundert man sich darüber, wie es wohl kommt, daß die Rentenkassen immer leerer werden und daß das Geld trotz Zuschuß von Steuergeldern vorn und hinten nicht mehr reicht.
So füllt man sich selbst gründlich das Bankkonto durch überhöhte Diäten und Gehälter, immense Aufwandsentschädigungen für den kleinsten Furz, Dienstwagen, enorme Pensionsansprüche schon für kürzeste Amtszeiten und wundert sich dann darüber, wieso die Bevölkerung diesen vielen schlechten Beispielen nacheifert und Solidarität und Bescheidenheit zunehmend durch Egoismus und asoziales Abzockertum ersetzt werden.
Alles das resultiert auch aus unserem mangelhaften politischen System. Wer nämlich eine Wahl gewinnen möchte, der muß erst einmal Wahlkampf führen. Wer aber einen Wahlkampf führen will, braucht dazu vor allem Geld. Geld bekommt er aber nur, wenn die Geldgeber Grund zu der Annahme haben, daß ihre Interessen dann nach der Wahl immer ganz oben stehen werden. Daraus folgt: Gewählt wird nicht der Kandidat, der ideal für die Gesellschaft ist, sondern der, der die Interessen reicher Lobbyisten am besten vertritt und es versteht, dem Wahlvolk das Ganze am besten durch hohle Wahlversprechen schmackhaft zu machen.
Um daran etwas zu ändern, müßte man Mittel und Wege finden, um auch Parteien ohne großes Startkapital in die Lage zu versetzen, einen erfolgreichen Wahlkampf zu führen. Das ist aber natürlich von den Machthabern in Deutschland gar nicht gewollt.
Und selbst wann man das schaffen würde, dann bleibt immer noch ein wesentlicher Faktor: Die menschliche Dummheit. Leider tendieren die Menschen dazu, oft auch wider besseren Wissens denjenigen zu unterstützen, der ihnen die schönsten Versprechungen macht. Oder sogar einfach denjenigen, der ihre primitivsten Instinkte am erfolgreichsten anspricht. Letzteres hat Hitler ganz bewußt ausgenutzt.
Eine neue rechtsradikale Diktatur wird Deutschland wohl auch in nächster Zukunft erspart bleiben. Aber ich mag gar nicht daran denken, was geschieht, wenn die Arbeitslosigkeit noch weiter ansteigt, wenn dann das deutsche Sozialsystem noch weiter demontiert wird und es so immer mehr Menschen in Deutschland wirklich schlecht geht. Dann kann es nämlich passieren, daß sehr viele Wähler sich wieder radikalen Organisationen zuwenden, und in denen werden dann unsere selbsternannten Gutmenschen zahlreich vertreten sein. Da werden wir dann die "Mitfrauen" der "Feministischen Partei" wiederfinden, und unsere selbsternannten "Umweltschützer" (die oftmals noch nicht einmal eine Eiche von einer Weide unterscheiden können), irgendwelche dahergelaufenen Punks, Anarchisten und andere ziellose Existenzen, und natürlich werden auch die Grünen mit von der Partie sein. Die werden es nämlich auch weiterhin gut schaffen, ihre eigene Inkompetenz auf ihre Koalitionspartner abzuwälzen, wer auch immer das sein mag.
Wenn sowas hier auf sämtlichen Machtpositionen sitzt, dann bricht das absolute Chaos aus. Und was danach dann kommt, kann noch viel schlimmer sein. Denn ein solches Chaos kriegt man nur durch eine Diktatur in den Griff.
Freundliche Grüße
von Garfield

Hi Gary!

Ein wahres Schreckenszenario, welches du hier an die Wand malst!
Die Mitfrauen der FP - Die FRAUEN an der Macht...
Die Elke Bleich als Familienministerin, Monika Christann als Justizministerin...Du meine Güte!

Andererseits, genau DAS wäre wohl der beste Männerwecker, den es jemals geben könnte. Dann würde es nämlich wohl selbst der größten Schnarchnase dämmern, dass hierzulande etwas im Argen liegt.

Gruss,
der Bachelor


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