Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Halt!

Bruno, Wednesday, 21.04.2004, 15:21 (vor 7961 Tagen) @ Jörg Rupp

Als Antwort auf: Re: Halt! von Jörg Rupp am 20. April 2004 22:29:29:

Hallo Jörg (Rupp),

Vorab: Ehrenamtliches Engagement ist immer zu schätzen und das tue ich ausdrücklich auch bei deiner Tätigkeit als Kreisvorsitzender. Dennoch: Was die Grünen betrifft, sind sie meiner Meinung nach männerfeindlich. Einige der Gründe habe ich genannt, die du IMO nicht widerlegen konntest:

1. Wehrpflicht:

dazu Pressemeldung

„Berlin: Mi, 24.03.2004 Redaktionsschluss: 17:00 Uhr (080)

Verteidigungsausschuss
MEHRHEIT LEHNT AUSSETZUNG DER WEHRPFLICHT AB

Berlin: (hib/BOB) Einen Antrag (15/1357), in dem die FDP verlangte, die Bundesregierung solle "unverzüglich" den
Beschluss fassen, die Wehrpflicht auszusetzen, hat der Verteidigungsausschuss am Mittwoch mit den Stimmen von SPD, CDU/CSU und Bündnis 90/Die Grünen abgelehnt.“

Du musst einsehen, dass unter solchen Umständen die Beteuerung der Grünen, sie seien gegen eine Wehrpflicht äußerst unglaubwürdig erscheint.

2. Quotenregelung für Frauen

Ich weiß, die grünen Politikerinnen lassen sich natürlich nicht aus Eigennutz sondern rein aus selbstlosen Gründen der Befreiung der Frau auf hohe Posten hochquoten und dieses große Opfer ist diesen auch sehr hoch anzurechnen. Trotzdem: Ich halte die Diskriminierung männlicher Mitbürger für ein genau so großes Menschenrechtsverbrechen wie die Diskriminierung weiblicher Mitbürger.

Außerdem: Der Familienausschuss besteht zu zwei Dritteln aus Frauen. Trotzdem entsenden die Grünen ausschließlich Frauen in dieses Gremium (übrigens ein klarer Verstoß gegen das Bundesgremienbesetzungsgesetz – aber wir wissen ja, nur Frauendiskriminierung ist etwas Schlechtes; Männerdiskriminierung ist etwas Gutes, deshalb wurde ja auch extra der Begriff der „positiven“ Diskriminierung konstruiert). Nach deiner Rechtfertigung der grünen Männerdiskriminierung (die Grünen diskriminieren nur deshalb Männer, weil Frauen in den politischen Bereichen unterbesetzt sind) wäre hier der Anlass nicht gegeben.

Zudem waren es vorwiegend die Grünen, also die Partei, die die Quote für Frauen in mit Frauen unterbesetzten Bereichen so vehement fordert, diejenige Partei, die sofort losbrüllte als einmal das Thema anstand Männerquoten bei Grundschullehrern einzuführen, mit der Begründung, dass Quoten völlig unsinnig seien. Man kann über Frauen/Männerquoten denken wie man will, aber diese extrem ambivalente Einstellung der Grünen zu Quoten je nachdem, welches Geschlecht von den Quoten profitieren sollte, zeigt ja wohl überdeutlich, die geschlechterspezifische Einstellung der Grünen. 49% Frauenanteil ist frauenfeindlich aber 15% Männeranteil (wie im Grundschullehrerbereich) ist völlig in Ordnung.

Du rechtfertigst die Männerdiskriminierung außerdem damit, man wüsste ja, dass bei den Grünen Männer diskriminiert werden, wenn man eintritt. Ich finde, dass eine Ungerechtigkeit nicht durch deren Wissen legitimiert wird.

3. Frauenveto

Ich glaube, da musst du mal in der Satzung deiner Partei nachsehen, denn ein solches Veto gibt es IMO sehr wohl (ein Männerveto gibt es natürlich nicht – das wäre ja frauenfeindlich).

4. Soweit ich informiert bin, gibt es immer noch die Bestimmung in der Grünen-Satzung, dass ein Mann erst dann reden darf, wenn eine Frau geredet hat (umgekehrt gilt das natürlich nicht – das wäre frauenfeindlich)

5. Anfragen zur Problematik der Jungenbildung

Ich halte es für einen sehr schlechten Stil einer demokratisch gewählten Regierungspartei, dass sie sich vor unliebsamer Bürgerkritik durch Ignorierung drückt.

Übrigens sprechen sich auch die Grünen meines Wissens für die Beibehaltung der Diskriminierung von Jungen am Zukunftstag aus (da sind sie allerdings nicht allein, das gebe ich zu).

6. Männer diskriminierendes Wahlplakat der Grünen

Die Tatsache, dass die Grünen eine solche Männer diskriminierende Werbung für lustig halten (Zitat: „Allerdings muss man auch mal auch über ein so ernstes Thema lachen können“) ist IMO keine ausreichende Rechtfertigung, die verfassungsgemäße Würde des Menschen für Männer unberücksichtigt zu lassen. Insbesondere dann, wenn der oberste Verfassungsschützer - nämlich der Innenminister - in Deutschland schon zu diesem Zeitpunkt ein Grüner war.

7. Politik der Grünen

Du fragtest nach einer Politik der Grünen außerhalb der Frauenpolitik. IMO hat die Umweltpolitik versagt. Die langsamsten Kernkraftwerksabschalter aller Zeiten haben eine Ökosteuer eingeführt, die ihrem Namen spottet. Erdgas, der umweltfreundlichste Energieträger ist am teuersten, Kohle, wird hingegen sogar subventioniert. Zudem trifft die Ökosteuer die Familien wieder einmal am härtesten, weil sie ihre Kinder herumkutschieren müssen und der Staat dafür kräftig abkassiert.

Und, bezogen auf Baden-Württemberg: Sie sehen als "Umweltpartei" seelenruhig zu, wie nach und nach umweltrelevante Fach- und Überwachungsbehörden personell dezimiert und aufgelöst werden.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles- Schade, dass sie nur für Frauen gilt.


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