Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Halt!

Ferdi, Wednesday, 21.04.2004, 12:42 (vor 7961 Tagen) @ Jörg Rupp

Als Antwort auf: Re: Halt! von Jörg Rupp am 21. April 2004 08:56:10:


Hallo zusammen!

Wo nunmehr schon eine Diskussion um die grüne Partei losgetreten wurde, möchte ich einen Leser des Bonner General-Anzeigers zitieren, der m. E. die ganze Sache auf den Punkt bringt. Erschienen ist diese Zuschrift am Freitag, den 16. April 2004 im Bonner General-Anzeiger unter der Überschrift "Die Arbeitslosigkeit hat eine Farbe". Der Name des Verfassers wurde unter der Zuschrift abgedruckt.

Ich zitiere:

Es wurde langsam Zeit, dass wir uns in unserem Lande an einen Ausspruch des alten Cicero erinnern und diesen in unsere Zeit übertragen. Ich meine die Worte: "Wie lange noch - Jürgen - willst Du unsere Geduld missbrauchen?". Jedes Jahr gehen tausende von Betrieben in Insolvenz und die Arbeitslosigkeit steigt von Jahr zu Jahr - inzwischen auch unter jungen selbst gut ausgebildeten Menschen und erst recht bei älteren - aber wenn es um den Zielkonflikt Umweltschutz oder Arbeitslosigkeit geht, ist der Arbeitsplatz in aller Regel zweiter Sieger.

Obwohl Deutschland arm an Rohstoffen ist, brauchte man schon vor 20 Jahren für ein Genehmigungsverfahren 30 Jahre, obwohl es um den Ersatz eines Vorkommens ging, das wegen Erschöpfung des alten gebraucht wurde und kaum Emissionen für die Nachbarschaft freigesetzt wurden, da der neue Betrieb in einem einsamen Waldgelände war. Andere Vorkommen wurden aus Natur- und Umweltschutzgründen geschlossen.

Die gleichen Leute, die kurze Zeit später die Landschaft an der See und anderswo mit Windkrafträdern verschandeln, sperrten sich gegen eine Betriebserweiterung von Betrieben, die schon in der dritten Generation arbeiteten. Und natürlich die Kernkraftwerke - sicherheitstechnisch international auf höchstem Niveau - müssen geschlossen werden, obwohl unser Land von unzähligen derartigen Kraftwerken umgeben ist, die technisch nicht mit dem Standard unserer Betriebe vergleichbar sind.

Und was wird der Emissionshandel bringen? - Verlust von weitern Arbeitsplätzen! Mit all dem soll aber nicht gesagt werden, dass als Folge unserer Umweltpolitik nur Arbeitsplätze verloren gehen - oh nein, weit gefehlt. Das Umweltministerium hat Muße genug, um sich mit dem Dosenpfand zu beschäftigen, welches ja sogar Arbeitsplätze gebracht haben soll.

Für solchen Kleinkram ist Zeit und Energie vorhanden. Und dann empört man sich, wenn massgebliche Vertreter der deutschen Wirtschaft und der Gewerkschaften sagen, die Arbeitslosigkeit hat eine Farbe - sie ist grün!

Grüsse,
Ferdi


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