Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Naja ...

Lars, Saturday, 20.12.2003, 16:24 (vor 8083 Tagen) @ Dirk

Als Antwort auf: Re: Religion? von Dirk am 20. Dezember 2003 11:18:24:

Sicher ist auch im Bereich der Religionen nicht alles einseitig als Frauenunterdrückung zu sehen, aber einem Sachverhalt kommt man doch zumindest im Islam und im früheren Christentum nicht vorbei: Der Mann muss sich dort gewiss den Ge- und Verboten der Religionsausleger fügen, aber niemals muss er sich den Befehlen EINER FRAU fügen (außer vielleicht als Kind denen der Mutter). Die Frau dagegen muss sich ebenfalls den Ge- und Verboten der (ausschließlich männlichen) Religionsausleger fügen UND dann auch noch der unmittelbar häuslichen Autorität ihres Ehemannes.

D. h. innerhalb einer gewiss für alle unfreien Gesellschaftsordnung hat dort der einfache Mann aus dem Volk immerhin noch die Stellung eines HAUSAUFSEHERS. Diese ist zwar mit der unerfreulichen Pflicht verbunden, den Lebensunterhalt für die Familie ranzuschaffen (sowie der Haftung für Verfehlungen seiner Frau(en)/Kinder) - und das kommt in der Tat in der öffentlichen religionskritischen Debatte zu kurz -, aber er hat zumindest noch "seine eigenen 4 Wände", in die er sich zurückziehen kann. Die Frau dagegen muss als erwachsene Person (!) auch zu hause (!) Befehle entgegen nehmen! Das ist völlig konträr zu unser (modern-westlichen) Vorstellung von Privatspähre. Und sie muss diese Befehle von ihrem Ehemann entgegennehmen, was wiederum völlig unvereinbar ist mit unserer modernen Vorstellung von der Liebesheirat.

Von daher ist es schon verständlich, wenn einem beim Stichwort Islam zuerst einmal die Situation der Frauen einfällt. Ich jedenfall würde lieber als Mann denn als Frau im Iran leben (wenn es denn schon sein müßte)!


gesamter Thread:

 

powered by my little forum