Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Probleme mit dem Begriff "Maskulismus" & Ableitungen

Garfield, Tuesday, 28.10.2003, 20:52 (vor 8136 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Probleme mit dem Begriff "Maskulismus" & Ableitungen von Lars am 28. Oktober 2003 17:04:13:

Hallo Lars!

Man kann ewig darüber diskutieren, ob die Tatsache, daß das männliche Hirn sich auch physisch vom weiblichen unterscheidet, nun überwiegend aus genetischer Veranlagung oder überwiegend auf unterschiedlicher Benutzung des Gehirns infolge unterschiedlicher Erziehung resultiert.

Aber das ist für mich alles gar nicht so wichtig. Ich behaupte auch nicht, daß Erziehung keine Rolle spielt. Ich behaupte nur, daß es eben auch genetisch bedingte Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, die dann durch Erziehung zwar abgeschwächt oder auch verstärkt werden können, aber trotzdem eben im Allgemeinen vorhanden sind.

Irgendwelche Erkenntnisse von Biologen sind mir dabei gar nicht so wichtig. Ich sehe das mehr aus dem entwicklungsgeschichtlichen Blickwinkel.

Niemand wird ernsthaft bestreiten, daß es äußerlich sichtbare Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt. So sind Männer im Durchschnitt größer als Frauen. Natürlich gibt es auch Frauen mit 1,90 m Körpergröße und auch Männer, die nur 1,60 m groß sind. Aber der durchschnittliche Mann ist größer als die durchschnittliche Frau, was auch z.B. bei Rekruten der U.S.Army statistisch nachgewiesen worden ist, seit dort auch Frauen angenommen werden. Weiterhin hat man bei der U.S.Army auch nachgewiesen, daß Männer im Durchschnitt eine höhere Körperkraft haben als Frauen. Auch bei gleichem Gewicht und selbst bei gleicher Muskelmasse. Die weibliche Muskulatur ist nämlich im Allgemeinen vor allem für Ausdauerleistungen geeignet und weniger für kurzzeitige maximale Kraftanstrengungen wie die männliche. Frauen haben auch weitaus schwächeren Bartwuchs im Gesicht.

Dazu könnte ich nun noch einiges aufzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Fakt ist, daß es diese körperlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt.

In der Evolution entwickelt sich aber nichts ohne Sinn. Also müssen auch diese körperlichen Unterschiede einst einen Sinn gehabt haben. Und der kann nur in einer gewissen Arbeitsteilung bestanden haben, wie sie auch bei den meisten Tierarten üblich ist. Wie die nun genau aussah, spielt dabei gar keine Rolle - wichtig ist nur, daß es sie gab und daß sich so der unterschiedliche Körperbau von Männern und Frauen herausgebildet hat.

Genau wie der beste Computer ohne installierte Software nutzlos ist, funktioniert auch der perfekteste Körper ohne Gehirn nicht. Das gilt für Menschen mehr als für jede andere Art auf diesem Planeten. Das bedeutet, daß Differenzen im Körperbau zwischen Männern und Frauen nur dann effektiv wirken konnten, wenn sich auch das Gehirn diesen Differenzen anpaßte.

Das Gehirn hat mehr Einfluß auf den Körper als uns bewußt wird. Mir fällt das beispielsweise oft bei Computerspielen auf, ganz besonders bei Geschicklichkeitsspielen. Da kommt es vor, daß ich ein Spiel zum ersten Mal spiele und entsprechend miserabel abschneide. Ich kann spielen, so oft ich will und werde nicht viel besser. Wenn ich dann aber eine Nacht schlafe und das Spiel am nächsten Tag noch einmal spiele, bin ich dann auf Anhieb deutlich besser. Weil das Gehirn sich unbewußt damit befaßt und sämtliche Bewegungsabfolgen wirklich übt. Vor allem nachts im Schlaf. Dabei werden offensichtlich die Hirnstrukturen so optimiert, daß auch ohne irgendwelche körperlichen Veränderungen plötzlich bessere Reaktionen möglich sind.

Für die Entwicklung des Menschen bedeutete das ganz konkret, daß z.B. die größte Körperkraft eines Mannes sinnlos gewesen wäre, wenn sein Gehirn es nicht geschafft hätte, seine Muskeln so zu steuern, daß er damit einen Stein, einen Speer oder sonst etwas so gegen ein Beutetier schleudern konnte, daß es dadurch erlegt wurde. Tatsächlich zeigt sich bei Tests heute noch, daß Männer im Durchschnitt ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen haben als Frauen und auch Entfernungen besser abschätzen können.

Die Tatsache, daß Frauen eine geringere Körperbehaarung haben, weist darauf hin, daß sie sich schon immer weniger im Freien aufgehalten haben als Männer. Sie blieben also auch in früheren Zeiten überwiegend zu Hause. Was tut man dort? Man fertigt z.B. Kleidung oder andere nützliche Gegenstände an. Dazu braucht man geschickte Hände, und tatsächlich sind Frauen bis heute geschickter mit ihren Fingern als Männer. Das liegt wohl kaum an ihren Händen, denn da gibt es - abgesehen von der Größe - keine wesentlichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Ich denke, es ist das Gehirn, das diesen Unterschied ermöglicht. Früher hätte man das noch damit erklären können, daß Frauen seit der Kindheit üblicherweise in Handarbeiten unterwiesen wurden, die die Geschicklichkeit der Hände förderten. Das ist heute aber kaum noch der Fall. Trotzdem kann dieser Unterschied immer noch bei Tests nachgewiesen werden.

Es wäre einfach unlogisch, wenn die Rollenverteilung, die sich zwischen Männern und Frauen ganz offensichtlich in Millionen von Jahren herausgebildet hat, nur körperliche Unterschiede bewirkt hätte und gar keine Unterschiede in den Hirnstrukturen.

Tatsächlich hat man bei Menschen, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen und dafür auch eine Hormonbehandlung bekamen, Veränderungen der Hirnstruktur festgestellt, die sich nicht nur auf Erziehung oder Training zurückführen ließen.

Diese Unterschiede sind nicht so gravierend. Prinzipiell mußte es immer möglich sein, daß Männer und Frauen einander notfalls auch ersetzen konnten. Es kam zu oft vor, daß viele Männer im Krieg oder bei der Jagd ums Leben kamen oder daß Frauen bei der Geburt starben. Dann mußte auch mal ein Mann oder auch eine Frau die Kinder allein großziehen können. Deshalb war es wichtig, das jeder Mensch prinzipiell auch die Tätigkeiten des anderen Geschlechts übernehmen konnte. Da das aber im Normalfall nicht durchgehend nötig war und da es nun einmal effektiver war, wenn Männer wie Frauen sich auf bestimmte Tätigkeiten spezialisierten, mußten sich sowohl der Körper als auch das Gehirn dieser Spezialisierung anpassen, mit dem Ergebnis, das es auch heute noch Tätigkeiten gibt, die von Menschen eines Geschlechts besonders gut erledigt werden können und deshalb von den Menschen dieses Geschlechts auch besonders gern erledigt werden.

Damit meine ich nun aber nicht, daß solche Berufe dann nur dem entsprechendem Geschlecht vorbehalten sein sollten. Es gibt immer auch Ausnahmen, also Menschen, die in einem Bereich besonders gut sind, wo üblicherweise das andere Geschlecht besser abschneidet.

Nur muß man eben auch Verständnis dafür haben, wenn Menschen eines bestimmten Geschlechts häufig wenig Interesse an einem bestimmten Beruf zeigen. Manchmal liegt das daran, daß sie diesen Beruf mehrheitlich nicht ausüben wollen. Zuweilen liegt das aber tatsächlich auch daran, daß sie den Beruf nicht besonders gut ausüben können und sich deshalb dabei nicht wohl fühlen würden.

Im ersten Fall kann man versuchen, diesen Beruf interessanter zu machen. Z.B. durch bessere Bezahlung oder indem man versucht, das Image dieses Berufes aufzubessern. Im zweiten Fall kann man eigentlich kaum etwas tun. Man kann Menschen zwar einreden, daß sie ja alles können, wenn sie das nur wollen - aber jeder Mensch hat seine individuellen Grenzen, und so macht man meist niemanden glücklich, wenn man ihn oder sie dazu bringt, sich für einen Beruf zu entscheiden, der ihm oder ihr nie sonderlich zugesagt hat.

Unter dem Aspekt dieser unterschiedlichen Rollenverteilung und der daraus resultierenden Unterschiede im Körperbau und in der Hirnstruktur muß man auch die Geschichte betrachten. Es war zu allen Zeiten so, daß Frauen lieber zu Hause blieben und daß es meist die Männer waren, die z.B. lange Handelsreisen unternahmen. Feministinnen gehen davon aus, daß alle Menschen absolut gleich sind. Also resultieren in ihren Augen diese Unterschiede nur aus unterschiedlicher Erziehung. Daß Frauen überwiegend zu Hause blieben, führen Feministinnen meist darauf zurück, daß sie von ihnen Männern gezwungen wurden, dort zu bleiben. Teilweise wird sogar behauptet, daß Frauen ihre Häuser nicht verlassen durften, obwohl es dafür keinerlei Belege und stattdessen sogar sehr viele Beweise für das Gegenteil gibt.

Tatsächlich blieben Frauen also nicht zu Hause, weil ihre Männer sie dort einsperrten, sondern weil sie mehrheitlich kaum Interesse daran hatten, weit weg zu gehen. Vieles, was heute als Unterdrückung der Frau bezeichnet wird, konnte sich nur deshalb herausbilden, weil es die Frauen tatsächlich nie sonderlich gestört hat. Und deshalb haben sie sich auch über Jahrtausende hinweg niemals dagegen aufgelehnt. Auch heute noch bekommen Feministinnen gerade von Frauen nie die Unterstützung, die sie sich wünschen.

Nur die Ausnahmen unter den Frauen brachen aus ihren Rollenbildern aus. Sie fuhren als Männer verkleidet zur See oder zogen in den Krieg. Aber das war immer nur eine Minderheit. Daß solche Frauen dies tun konnten (und manchmal brauchten sie dafür noch nicht einmal eine Verkleidung), beweist, daß es Frauen durchaus möglich war, aus ihren Rollenbildern auszubrechen. Daß viele Frauen dies nicht taten, liegt also offensichtlich nicht daran, daß sie es nicht konnten, sondern viel mehr daran, daß sie es einfach nicht wirklich wollten. Genauso wie viele Männer heute auch kein Problem damit haben, die Ernährer-Funktion zu übernehmen.

Vermutlich werden die Unterschiede zwischen Frauen und Männern langsam abnehmen. Aber was sich in Jahrmillionen herausgebildet hat, verschwindet nicht einfach so in ein paar Jahrzehnten.

Freundliche Grüße
von Garfield



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