Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Probleme mit dem Begriff "Maskulismus" & Ableitungen

Garfield, Tuesday, 28.10.2003, 16:26 (vor 8136 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Probleme mit dem Begriff "Maskulismus" & Ableitungen von Lars am 28. Oktober 2003 13:36:08:

Hallo Lars!

"Ich bin der Meinung, wir sollten diese Gen-Debatten einfach draussen lassen sollten. Sie sind fruchtlos, weil wir alle keine Biologen sind und weil die Biologen auch alle andauernd wieder was anderes erzählen."

Ich denke nicht, daß man das Thema einfach so ausklammern kann.

"Aber dauerhafte und wirklich signifikante Über- bzw. Unterrepräsentationen (sagen wir: >75%, bzw. <25%)eines Geschlechts (ebenso wie einer Hautfarbe oder einer sozialen Herkunft) in Bestimmten Arbeitsbereichen sind schon erklärungs- und korrekturbedürftig!"

Genau deshalb ist der genetische Aspekt nämlich relevant. Bezogen auf Frauen gibt es ja schon lange diverse Bildungsmaßnahmen - nur bringen tun sie alle nichts. Ich denke, daß das zum Teil wirklich daran liegt, daß die Geschlechter eben doch im Durchschnitt unterschiedliche genetische Voraussetzungen haben und sich deshalb eben manchmal auch für unterschiedliche Berufsfelder entscheiden. Und dann greifen Bildungsmaßnahmen zwangsläufig nicht nur ins Leere, sondern die dafür eingesetzte Zeit und auch die finanziellen Mittel könnten sinnvoller angelegt werden.

Vieles ist dabei natürlich auch Erziehungssache. Manche Berufsfelder werden von Frauen nicht gemieden, weil sie aufgrund ihrer Genetik davor zurück scheuen, sondern weil die Arbeit z.B. sehr schmutzig oder auch gefährlich ist und Frauen sich nun einmal immer noch häufig darauf verlassen können, daß ihre Männer schon das nötige Geld zum Lebensunterhalt heranschaffen und sie selbst deshalb eben nicht jede unangenehme Arbeit annehmen müssen. Umgekehrt scheuen Männer vor manchen Berufen zurück, weil die Hauptlast bei der Ernährung der Familien immer noch oft auf ihren Schultern liegt und sie in diesen Berufen aber zu wenig verdienen würden.

Aber auch das läßt sich durch Bildungsmaßnahmen nicht ändern.

Ich finde, man sollte es nicht zwangsläufig als Mißstand betrachten, wenn in einem Beruf ein Geschlecht über- oder unterrepräsentiert ist. Wichtig ist nur, daß es nicht passieren kann, daß jemand nur aufgrund seines Geschlechts nicht in einem bestimmten Beruf tätig sein kann (es sei denn, ein bestimmtes Geschlecht ist da wirklich eine zwingende Voraussetzung). Es sollte so sein, daß jede Frau Automechanikerin sein kann und jeder Mann Kindergärtner. Es darf aber kein Druck ausgeübt werden, um Menschen zu etwas zu drängen, was sie nicht wirklich wollen. Denn dann werden sie beruflich nicht nur nicht sonderlich viel leisten, sondern auch nie wirklich zufrieden mit sich sein.

Aber ich denke, das größte Problem besteht ohnehin darin, in Zukunft überhaupt noch genügend Erwerbsmöglichkeiten für alle bereit zu stellen...

Freundliche Grüße
von Garfield



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