Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Den "Erfolg" des Feminismus 1:1 wiederholen zu wollen wäre fatal

Ferdi, Wednesday, 22.10.2003, 15:05 (vor 8142 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Den "Erfolg" des Feminismus 1:1 wiederholen zu wollen wäre fatal von Der Eman(n)ze am 22. Oktober 2003 11:15:45:

Hallo Eman(n)ze!

Vollkommen richtig beschrieben. Die gesellschaftlich-politische Implementierung kann man auch kurz "Staatsfeminismus" nennen. Dem wäre eigentlich nur noch hinzuzufügen, dass es nur soweit kommen konnte, weil der männliche Teil der Bevölkerung bislang das getan hat, was von Kritikern der jetzigen Zustände auch jetzt verlangt wird: er hat die subtile Männerverspottung als das zur Kenntnis genommen, als was sie immer getarnt wurde: als Humor. Nun schleudert man denjenigen, die jetzt sagen: "Schluss mit Lustig", entgegen, sie sollen doch bitte nicht so humorlos sein, das sei doch alles nicht so gemeint, das sei doch nur Spass und ein männerverachtender Werbespot sei doch nur Persiflage. Gut, einer, einige wenige ja, aber wenn faktisch nur noch so ein Mist unter die Leute gestreut wird, dann hat das Breitenwirkung.

Ich komme nochmal auf die gestern gehörte Bemerkung des SWR3-Moderators zurück: Dieser Sender ist bei pubertierenden Jugendlichen sehr beliebt, ebenso wie die Musik-TV-Sender VIVA, VIVA II und MTV. Die teilweise gewaltverherrlichende männerverachtende Werbung dort wird von den Jugendlichen wegen noch nicht ausgeprägter Urteilsfähigkeit verinnerlicht und vielleicht später nachgemacht. Daher gilt es, endlich dagegen anzugehen und klarzumachen, was das ist: Männerverachtung, Männerverspottung, subtil verpackt und als geistiges trojanisches Pferd in die Köpfe der jungen Menschen eingepflanzt.

Die Reaktion der Gegenseite ist klassisch: Kritiker, die den Mund aufmachen und das anprangern, sind frauenfeindlich und humorlos, sie "jammern", und das sei doch alles nicht so schlimm, sie sollen das alles von der humorvollen Seite sehen. Nun ja, wenn man den Spiess mal rumdreht und redet auf diese "humorvolle" Weise über Frauen, dann ist der Proteststurm gigantisch.

Ich selbst bin dagegen immun, ich weiss wer ich bin, ich kenne meinen Wert. Insofern könnte mir das alles egal sein. Aber diese getarnte Verunglimpfung eines ganzen Geschlechts, der Hälfte der Bevölkerung, hat Folgen. Weil das alles schon so lange andauert, hat sich das in gewissen Handlungsweisen des Staates und der Gesellschaft festgesetzt. Dagegen gilt es vorzugehen, in dem man der gut getarnten Verachtung die Maske vom Gesicht reisst.

Gruss,
Ferdi


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