Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Frage der Lohnnebenkosten

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 21:40 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Frage der Lohnnebenkosten von Lars am 10. Juli 2003 16:07:12:

Wenn der Staat - wie nach Deiner Argumentation naheliegend - Steuern und Sozialversicherungsabgaben senkt, dann muß er auf der Ausgabenseite auch Leistungen für den Bürger senken, sprich: dieser muß künftig überall (bei seinen Sozialversicherungen, aber auch in den öffentlichen Büchereien ect.) selber dazuzahlen

Man könnte also meinen es wäre letztlich egal auf welchem Wege das Geld zum Bürger kommt, direkt von der bezahlten Arbeit, oder über den Umweg des Staates. Dabei ist aber zu bedenken, daß solche "Instrumente" wie der Staat alles mögliche sind, nur nicht billig. Der "Reibungsverlust" den das Geld erfährt, wenn es durch die einzelnen Institutionen und Kassen gereicht wird ist immens (Beamten- und Politikergehälter, Fehlkalkulationen, Verzögerungen bei der Umverteilung etc. - der Wasserkopf will ernährt werden und zwar gut, nicht mit Wasser!)

Und dann ist es eine Frage des Einkommens...

Ja, aber das ist es doch letztlich immer. Egal ob freie Marktwirtschaft oder Kommunismus. Nur sind bei letzterem andere Probleme so groß, das man an sowas wie Sozialneid gar nicht denkt.

Leute mit geringerem Einkommen werden von der Senkung der Lohnsteuer relativ weniger profitieren...

Das ist insofern wahr, als man jemanden, der von vorne herein weniger Steuern bezahlt auch weniger entlasten kann.

aber vor den gleichen Problemen privater Vorsorge und privater Zuzahlungen stehen

Wenn der Waserkopf Staat weniger Leistung (in Form von Geld) aus dem System rausnimmt, ist der Kuchen insgesamt größer. davon provitieren auch Einkommensschwächere.

Leute ohne eigenes Einkommen werden von der staatlichen Ausgabenkürzung nur negativ betroffen sein, bestenfalls werden sie einen der durch die Senkung der Lohnnebenkosten möglicherweise neuenstehenden "McJobs" ergattern können)

Ja, und das hielte ich nur für richtig. Falsch ist allerdings, daß es sich dabei "bestenfalls" um solch einen Job handeln muß. So zu denken wäre -mit Verlaub- die Arbeitsverweigerermentalität. Wenn Arbeit wieder erschwinglich wird, warum sollte dann nicht auch ein "vernünftiger" Full-time Job drin sein?

Mal abgesehen davon, daß dies eine soziale Schieflage bedeutet.

Das ist eine Floskel, die ich so nicht akzeptiere. Es ist ein schwieriges Feld zu klären, was eine "soziale Schieflage" bedeutet.

Die Gruppe mit geringerem Einkommen wird, um ihren Lebensstandard strotz privater Zuzahlungen halten zu können, mehr Lohn fordern müssen.

Nicht zwingend! Wenn die Effizienz der Arbeit und ihrer Entlohnung insgesamt steigt führt das zu durchschnittlich niedrigeren preisen.

...mehr Lohn fordern müssen.

Das ist doch der Knackpunkt. Bevor ich mehr fordere sollte ich mal versuchen mehr zu arbeiten. Immer alles schön relativieren.

...Setzt sie sich damit durch, werden die Arbeitgeber anstatt über die hohen Lohnnebenkosten zu klagen, dann eben über die hohen Lohnkosten klagen.

Das ist aber der alte Hut vom Klassenkampf, Der "der böse Unternehmer" und die "braven Arbeiter und Bauern". Diese Haltung lehne ich rundherum ab, denn sie schürt Feindseeligkeit.

In einer geschlossenen Volkswirtschaft hätten sie dann einfach mal eine Niederlage beim Verteilungskampf-Runde gehabt.

Das ist doch Wurzel allen Übels, der "Verteilungskampf". Man sollte vor lauter Klassenkampf- und Neidtheorien und das Zerren am begrenzt großen Kuchen, nicht die Methoden vergessen, die den Kuchen insgesamt vergrößern können. Das aber geht nur durch mehr Arbeit bzw. Produktion.

In der globalisierten Wirtschaft werden sie versuchen, in die gewerkschaftsfreien Zonen des Weltmarktes auszuweichen.

Naja, wer den Unternehmern zu deutlich zu verstehen gibt, daß er sie haßt, der wird sie letztlich vertreiben.

Schöne Grüße,
Manfred


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