Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage

Manfred, Thursday, 10.07.2003, 16:17 (vor 8245 Tagen) @ Lars

Als Antwort auf: Re: Stark abweichende Meinung Zur Rentenfrage von Lars am 09. Juli 2003 23:45:02:

Und was Arbeit betrifft, haben wir in Deutschland (wie wohl überall auf der Welt) genug davon! Es lohnt sich nur nicht mehr sie durchzuführen, weil sie (insebsondere wegen der hohen Lohnnebenkosten) unrentabel teuer geworden ist.
Vielleicht eine bittere Pille, aber ich bin sicher: in Deutschland muß Arbeit billiger werden, oder es muß -gleichbedeutend- für genausoviel Geld wieder mehr gearbeitet werden.

Dies gilt nur, wenn man die Logik eines ungebremsten Lohn- und preisdumpings voraussetzt! Unrentabel ist die Beschäftigung von deutschen Tarif-Arbeitnehmern erst, seitdem man die gleiche Produktion auch in Südostasien durchführen kann, wo die Arbeitnehmer null Rechte haben.

Das hat mit Lohndumping überhaupt nichts zu tun. Stark vereinfacht:
Wenn Person A pro Stunde 15 € erwirtschaften kann bei einer 40 Stundenwoche Beispielsweise dann kann er sich den Handwerker B der für eine Stunde 20 € nimmt leisten und wird das normalerweise auch tun, weil B wegen der besseren Qualifikation in seinem Bereich dadurch bei anderen Lebensstandard erhöht. Die 5€ Differenz seine meinetwegen die Lohnnebenkosten. Umgekehrt hat wegen dieser günstigen Verhältnisse auch B ausreichend zu tun und damit ausreichend Einkommen um sich z.B. bei A die Haare schneiden zu lassen.
Und jetzt das gleiche beispiel mit anderen Zahlen:
Nimmt der Staat insgesamt nich 5€ sondern 50€, so muß A 65 € pro Stunde verlangen, ebenso wie B, beide haben dadurch aber nicht mehr in der Tasche.
Folge: A wird sich den Handwerker nicht mehr leisten und B sich notgedrungen die Haare selber schneiden, was das qualitativ für die Arbeiten bedeutet kann isch jeder selber ausmalen. Zugleich hat der Staat nicht mal mehr die 5€ pro Stunde sondern "Null".
Stark vereinfacht, aber um dieses Prinzip kommt man nicht drumherum. Die Details kommen dann erst später in die Betrachtung. Wenn der Staat glaubt dieses (beinahe) Naturprinzip mißachten zu können, sorgt der Bürger selbst
für Ausgleich, was man "Schwarzarbeit" nennt.

Gruß,
Manfred


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