Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kohlekraftwerke

DvB, Friday, 25.03.2011, 22:38 (vor 5412 Tagen) @ Bero

Der ganze Krempel im Reaktor und im Abklingbecken muss erst jahrelang
abkühlen und abklingen. Unmittelbar nach Abschaltung ist er nicht
transportfähig (darum gibt es überhaupt Abklingbecken).

Ein einzelner abgebrannter Brennstab wird nimmer heiß. Er strahlt aber noch zuviel, um nach Vorschrift Blubb transportiert werden zu dürfen. (Ganz davon abgesehen, daß die Vorschrift hoffnungslos bescheuert ist, da frische Brennstäbe wirklich strahlen - und die müssen ja auch transportiert werden.) Die Endlagerung ist natürlich sowieso nicht gelöst; und Wiederaufbereitung ist sinnlos, wenn man aus der Kernkraft auszusteigen gedenkt. Folglich müßten die Dinger auch nimmer unbedingt transportiert werden, sondern können auch an Ort und Stelle gelagert werden (nicht auf einem Haufen und nicht in einem Moderator, um noch absichtlich den Zerfall, sprich "Ablingen", zu beschleunigen) - Kühlung ist dann auch nicht mehr nötig.

Es steht nicht nur eine leere Hülle herum. Das abgeschaltete Werk ist
nach wie vor gefährlich und auf störungsfreie Energieversorgung
angewiesen.

Nein. Wenn die Brennstäbe ausgebaut sind, ist die Hülle leer. Da ist dann sicherlich bissel radioaktiver Dreck noch drinnen - aber das ist letztlich Pippikram. Wozu da noch eine Energieversorgung notwendig sein sollte, ist unklar.

Und jetzt nochmal im Chor:
- Ich streit mich nicht um ein paar Monate. Die eingebauten Brennstäbe sollen halt ruhig noch zuendeverbrannt werden, bis sie sowieso ausgebaut werden.
- Der leere Reaktor braucht keine Kühlung.
- Die abgebrannten Brennstäbe brauchen keine Kühlung.

Jetzt komm mir bitte nicht damit, die AKWs müssen weiterbetrieben werden, weil ständig wer neue Brennstäbe baut und wir die ja irgendwie loswerden müssen!

Rund ein Viertel. Grundlastfähig. Relativ ist relativ.

Eben. Frankreich hat dagegen ca. 70% - daß die wirkliche Probleme bekämen, ist klar.

Ich hatte den Eindruck, dass das in Fukushima ein höchst drängendes
Problem war.

Ja. Ich meinte aber die Bevölkerung und die Industrie. Der Logik 'wir müssen AKWs betreiben, um Strom fürs Runterfahren der AKWs zu haben' mag ich aber nicht folgen. Das geht natürlich auch mit Strom aus Kohle. ;)

Kommt drauf an, wo man wohnt. Für manche Deutsche ist Kattenhofen nur
einen Steinwurf enfernt.

Der durchschittliche Deutsche wohnt dann aber deutlich weiter weg vom nächsten AKW. Dadurch ergeben sich geringere Gefahren. Weiß gar nicht, was es da rumzudiskutieren gibt.

Abgesehen ist die Entfernung ziemlich unwichtig.

Das stimmt nicht. Deswegen war Tschernobyl für uns verstrahlungstechnisch gefährlicher belastender, als es Fukudingsbums aller Wahrscheinlichkeit nach für uns sein wird.

Du kannst in 10km Entfernung ganz prima davonkommen, wenn der Wind
kontinuierlich in die andere Richtung weht. Dafür sieht es dann auf der
anderen Seite schlecht aus. So wie in Bayern und Österreich seinerzeit und
bis heute, die ja nun nicht so nah an Schwarzenbühl liegen.

Dann ist ja echt die Frage, wieso die Gefahrenzonen um AKWs in Radien um selbige angegeben werden und nicht dauernd gemäß der aktuellen Windrichtung geändert. :P

Tchja, natürlich könnte uns auch die Wolke von Fukudingsbums treffen, die zu uns fliegt, um hier abzuregnen. Sein kann viel. Es geht halt um Wahrscheinlichkeiten und Statistik. Es wäre ja Unsinn, zu behaupten, man könnte über Gefährdungspotential nichts sagen, weil man nicht weiß, wie das Wetter ggf. wohl sein wird. Dein Auto hat ja auch ne Bremse. Die hat man da eben rein spekulativ eingebaut, weil man Dir einfach mal dreist unterstellt, daß Du irgendwann mal wirst bremsen müssen. Obwohl man noch nichtmal weiß, wann, wo, warum und wie sehr.

Ausgezeichnete Idee! Dann legen wir eben nicht nur die bösen KKW still,
sondern auch noch gleich die halbe Industrie mit. Die ist ja auch ziemlich
böse.

Wieso denn die halbe, wenn wir nur zu einem Viertel Atomstrom haben? Nein. Und auch nicht 1/4. Sondern halt die besonders Stromverbrauchsintensive. Die arme, arme Aluminiumindustrie. Aber dafür brauchen wir ja eine Kohlekraftwerk-Bauindustrie, nicht wahr. Also fang bloß nicht an zu weinen.

Zumal fossile Brennstoffe ja auch nicht gehen, wegen dem bösen
Klimawandel.

Hat das Märgel gesagt. Ich aber nicht.

Und wegen den bösen Russen und Arabern, die frecherweise auf
unserem Öl und Gas hocken.

Kohle ham wir genug. Und wenn wir den phösen Iran nimmer "boykottieren", schüttet der uns auch mit billigem Öl zu.

Deindustrialisierung nennt man das in einschlägigen Kreisen.

In Propagandistenkreisen wohl? AKWs sind nicht = Industrialisierung. Im Gegenteil. Es könnte gut sein, daß sie in Japan nun direkt in die Steinzeit führen.

Bist du zufällig Grüner?

Nee. Grüne sind bekanntlich für AKWs. Bist Du ein Grüner?

Es wäre aber nicht richtig. Wir brauchen Strom, und wir haben keine
vernünftige Alternative zur Kernenergie

Doch, es wäre richtig. Und Kohlekraftwerke sind sehr wohl vernünftige Alternativen


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